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Theurer pro Hospital Horb

Der FDP-Kreisrat Michael Theurer kann wegen terminlicher Verpflichtungen als Vorsitzender des Haushaltskontrollausschusses des Europäischen Parlaments nicht nur Info-Versammlung des Landkreises am Montag, 5. November, um 20 Uhr, in die Hohenberghalle kommen, wo es um die Schließungspläne für das Horber Hospital geht… Seine Termin-Absage hat Theurer genutzt, um gegenüber dem Landrat inhaltlich Stellung zu beziehen: „Als der Landkreis Freudenstadt die Trägerschaft übernommen hat, war das Krankenhaus Horb ein kleines, aber voll funktionsfähiges Haus der Grundversorgung. Mit den Krankenkassen wurden jährlich Leistungen von rund 9 Millionen Euro abgerechnet, bei einem jährlichen Zuschussbedarf von rund 350 000 Euro. Nach der Übernahme durch den Landkreis Freudenstadt wurde zunächst die Abteilung Geburtshilfe geschlossen, kurz darauf die 24-Stunden-OP-Bereitschaft abgeschafft.

03.11.2012

Die Chirurgie, in der vor Übernahme durch den Landkreis rund 100 Hüft-Endo-Prothesen pro Jahr erfolgreich operiert wurden, wurde massiv ausgedünnt und schließlich mit der verbliebenen Rest-Abteilung für Innere Medizin zu einer Interdisziplinären Abteilung verschmolzen. Für die weitere politische Diskussion und Entscheidungsfindung ist es wichtig, in Erinnerung zu rufen, dass dieses Vorgehen gegen ernsthafte Bedenken von Seiten der Stadt Horb und der FDP-Kreistagsfraktion und gegen den Protest der Horber Bürgerschaft durchgesetzt wurde. Der von der Stadt Horb beauftragte Gutachter Keller, von der Firma CMK in Freiburg, hatte damals davor gewarnt, das Leistungsspektrum des Krankenhausstandortes Horb auszuhöhlen. Sinngemäß erklärte er dem Horber Gemeinderat gegenüber, dass die vom Krankenhausmanagement mit großer Energie betriebene und von der Kreistagsmehrheit mit den Stimmen der CDU, SPD und Freien Wählern verfolgte Ausdünnung des medizinischen Angebots des Standorts Horb dazu führen würde, dass sich das Haus ,selbst schließt‘.

Im Zusammenhang mit dem stark ansteigenden Verlust der beiden Kreiskrankenhäuser wird argumentiert, dass der Standort Horb mit rund vier Millionen für die Hälfte des Verlustes verantwortlich sein soll. Das ist nicht plausibel. Berechnete Personalkosten, mit vier Millionen Verlust, bedeutet, dass rund 70 Mitarbeiter am Standort Horb beschäftigt sein müssten ohne dafür Einnahmen aus Kassenleistungen zu erhalten. Oder anders ausgedrückt, vier Millionen Euro machen etwa die Hälfte des Umsatzes bei Übernahme des Hauses aus, ohne dass dafür die Bürger am Standort Horb auch nur annähernd die Hälfte des seinerzeitigen Spektrums in Anspruch nehmen können. Bevor eine Entscheidung über die Aufgabe des Krankenhauses Horb getroffen wird, müssen alle Fakten auf den Tisch gelegt werden. Da es sich bei den Krankenhäusern jeweils um eine öffentliche Einrichtung handelt, haben die Bürger einen Anspruch darauf, voll umfänglich informiert zu werden. Insbesondere und anhand einer präzisen nachvollziehbaren Einzelpostenabrechnung muss nachgewiesen werden, dass die Kosten, die angeblich in Horb zu dem hohen Verlust führen, auch tatsächlich in Horb anfallen und nicht lediglich auf Verrechnungen zurückzuführen sind.“

CMK habe außerdem darauf hingewiesen, „dass nur durch ein modernes, leistungsfähiges Medizinisches Angebot am Standort Horb“ die Abwanderung von Patienten in Richtung Böblingen/Herrenberg/Nagold und Tübingen gestoppt werden könne. Theurer „Leider wurde diese Empfehlung nicht beherzigt. Wenn jetzt im Kreistag die geringe Patientenbindung im Raum Horb-Empfingen-Eutingen bemängelt wird, werden hier Krokodilstränen vergossen.“

Um eine Schwarze Null zu erreichen, sei das Krankenhaus Freundstadt „dringend auf Patienten aus Horb-Empfingen-Eutingen angewiesen“. Theurer: „Ein überzeugendes Konzept liegt hierfür nicht vor.“ Andreas Ellinger

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03.11.2012, 12:00 Uhr

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