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Die Orgel als Bigband

Thomas Meyer jazzte in der Stiftskirche

Wenn die Orgelpfeifen swingen: Organist Thomas Meyer eröffnete die „Orgel Punkt Sechs“-Reihe, wo Mozart und Mendelssohn auf Jazzklänge trafen.

13.08.2012

Tübingen. Im August jeweils donnerstags eine halbe Stunde Orgelkonzert in der Stiftskirche: Diese Idee steckt hinter der Reihe „Orgel Punkt Sechs“. Außerdem ist sie Teil des Tübinger Orgelsommers. Thomas Meyer eröffnete sie am vergangenen Donnerstag.

Jazz auf großen Kirchenorgeln zu hören – das ist immer noch ein seltenes Vergnügen. Auch Meyer nutzte die rund vierzig Konzertminuten in der Stiftskirche zunächst für Felix Mendelssohn-Bartholdys „Praeludium und Fuge in G“. Ursprünglich für das Spiel einer Orgelwalze komponiert, hatte Wolfgang Amadeus Mozarts Andante F-Dur auch auf der Stiftskirchen-Orgel Anklänge von Drehorgel und Jahrmarktsmusik. Zugleich ließ sich das als erster Baustein für die Brücke zum zweiten Konzertteil verstehen.

Das schon zum Klassiker avancierte Werk „Mozart Changes“ von dem ungarischen Komponisten Zsolt Gárdonyi leitete anschließend unumstößlich und hervorragend in den Jazz-Teil über: Rhythmisch und harmonisch verfremdet der Komponist nach und nach zwei Themen aus Mozarts letzter Klaviersonate in D-Dur. Organist Meyer ließ seine Interpretation zwischen wurzelnden Tiefen und glänzenden Höhen schillern, ein knarziges Solo sorgte für noch mehr jazzige Ecken und Kanten.

„Keep Cool“ groovte gehörig, träumerisch und leicht kamen hingegen die „Impressions“ dahergeflattert und zu „Dance with me“ hätte sich durchaus ein wildes Tanzbein schwingen lassen. Der „Rankett Blues“ der deutschen Jazz-Orgel-Dame Barbara Dennerlein tat mittendrin sein Übriges: Während der Walking Bass in der Tiefe vor sich hin werkelte und swingte, jagte Meyer darüber das Thema durch die verschiedenen Pfeifen, sodass der Eindruck entstand, eine ganze Bigband habe sich in der Orgel versteckt und einen höllischen Spaß dabei, die Register zu ziehen.del

Info: Die nächste halbe Stunde „Orgel Punkt Sechs“ gibt es mit Werken von Bach, Messiaen und Reger am Donnerstag, 16. August, um 18 Uhr in der Stiftskirche.

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13.08.2012, 12:00 Uhr

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