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Tief in den roten Zahlen
Commerzbank-Finanzchef Stephan Engels legte die Quartalszahlen vor. Foto: Action Press
Commerzbank

Tief in den roten Zahlen

Der Verlust liegt aktuell bei 288 Millionen Euro. Das ist weniger, als Analysten erwartet hatten.

05.11.2016
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Unter dem Strich stehen für das dritte Quartal rote Zahlen, aber nicht so deutlich wie von Analysten erwartet. Mit 288 Mio. EUR – nach einem Gewinn von 215 Mio. EUR im Vorjahresquartal – ist die Commerzbank zwischen Juni und September in die Verlustzone gerutscht, in den ersten neun Monaten ist mit 96 Mio. EUR noch ein Nettogewinn geblieben, 90 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Hauptgrund für die Entwicklung waren nach Angaben von Finanzvorstand Stephan Engels Abschreibungen von fast 630 Mio. EUR auf Vermögenswerte und auf die geplante Aufgabe von Geschäftsaktivitäten, aber auch die niedrigen Zinsen. Für den von Vorstandschef Martin Zielke Ende September angekündigten massiven Stellenabbau hat die Bank knapp 60 Mio. EUR zurückgestellt.

Zu schaffen machen der zweitgrößten deutschen Geschäftsbank, wie Engels bei der Erläuterung der Geschäftszahlen sagte, die anhaltenden Niedrigzinsen. Er beziffert die Belastungen für die ersten neun Monate auf 226 Mio. EUR.

Zumindest gegenüber den Mittelstandskunden ist es der Bank Engels zufolge aber gelungen, den negativen Einlagenzins von minus 0,4 Prozent, den Institute bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zahlen müssen, zu kompensieren. Zum einen habe die Bank die Einlagen von Firmenkunden seit Jahresanfang um 15 Prozent und damit um 20 Mrd. EUR abgebaut. Zum anderen erhebt sie für Kunden-Einlagen von insgesamt 10 Mrd. EUR eine Guthabengebühr.

Negativzinsen für Privatkunden soll es Engels zufolge weiter nicht geben. Aber die Bank schaue sich alle Dienstleistungen an und prüfe, ob die Preise angemessen seien oder überhaupt ein Preis verlangt wird. „Aber das kostenlose Girokonto bleibt natürlich“, versichert Engels. Außer mit höheren Preisen versucht die Bank ihre Lage abzusichern, indem sie die Kosten weiter und permanent drückt.

Seit Jahresanfang wurden bereits 900 Vollzeit-Stellen abgebaut. Vorstandschef Zielke zufolge sollen bis 2020 insgesamt 7300 der derzeit rund 45 000 Arbeitsplätze gestrichen werden. otr

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05.11.2016, 06:00 Uhr

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