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Affenversuche · Strafanzeige wegen Tierquälerei

Tierschützer zeigen die Max-Planck-Forscher an

Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche sowie zwei weitere Tierschutz-Organisationen haben bei der Staatsanwaltschaft Tübingen Strafanzeige gegen Forscher des Max-Planck-Instituts für Biologische Kybernetik in Tübingen (MPI) eingereicht - namentlich gegen Arbeitsgruppenleiter Prof. Nikos Logothetis sowie gegen weitere MPI-Mitarbeiter.

13.01.2015
  • vor

Tübingen. Die Ärzte sehen in den Tierversuchen, bei denen Affen Durstqualen und massive Bewegungseinschränkungen erleiden müssten, einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und den Straftatbestand der fortgesetzten Tierquälerei erfüllt.

Gestellt wurde die Anzeige durch den Nagolder Tierschutzanwalt Eisenhart von Loeper, der sich 2002 maßgeblich für die Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz engagiert hatte. In einem weiteren Schreiben forderte Loeper das Tübinger Regierungspräsidium (RP) auf, die Genehmigung für Primatenversuche am MPI sofort zurückzuziehen: Die behördlichen Auflagen des Genehmigungsbescheids würden nicht eingehalten. Die beantragten Versuche seien vor dem Tierschutzgesetz nicht genehmigungsfähig, da „ethische Vertretbarkeit“ und „hervorragende Bedeutung“ nicht gegeben seien.

Die Strafanzeige sei eingegangen und werde nun geprüft, bestätigte der Tübinger Staatsanwalt Walter Vollmer: „Der Vorgang ist nicht neu. Es ist nicht die einzige Anzeige in diesem Zusammenhang.“

Das Regierungspräsidium als zuständige Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde will erst am Freitag Stellung zu dem Schreiben der Tierversuchsgegner nehmen, wie das TAGBLATT am Dienstag erfuhr. Im RP wird der Vorgang bereits seit Monaten geprüft. Im Dezember hieß es, ein Ergebnis werde Mitte Januar vorliegen.

Im September 2014 waren in „Stern TV“ heimlich am MPI gefilmte Sequenzen und Bilder gezeigt worden, die bundesweit für Aufsehen und mittlerweile auch für zwei größere Demonstrationen von Tierversuchsgegnern in Tübingen gesorgt hatten.

Auf den Filmen und Bildern ist zu sehen, wie sich ein Affe an den Kopf fasst und versucht, sich ein frisch eingesetztes Implantat herauszureißen. Der Kopf ist blutig, rote Spritzer sind an der Wand. Eine andere am Tübinger Max-Planck-Institut gefilmte Szene zeigt einen Affen, dessen Implantat sich entzündet hat. Das Tier übergibt sich mehrmals, wegen der Infektion ist es halbseitig gelähmt.

Sechs Monate lang hatte ein 29-Jähriger vom Verein „Soko Tierschutz“ ab Herbst 2013 als Tierpfleger am Institut gearbeitet. Dabei hatte er eine Kamera versteckt bei sich getragen und mehr als 100 Stunden Filmmaterial gesammelt.

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13.01.2015, 00:00 Uhr

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