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Krönung in der Hauptstadt?

Tigers Tübingen beim Rekordmeister Alba Berlin

Im Januar hat einfach alles gepasst – mit dem Selbstvertrauen aus sechs Bundesliga-Siegen in Serie fahren die Walter Tigers Tübingen zu Alba Berlin. In der O2-World, dem 15 000 Fans fassenden Basketball-Tempel, will das Team von Igor Perovic am Samstag (19 Uhr) den Branchen-Primus stürzen.

06.02.2010
  • hansjörg lösel

Tübingen. Die Hackordnung ist klar: „Alba Berlin ist die beste Mannschaft in Deutschland“, sagt Tigers-Trainer Igor Perovic. Doch sechs Siege hintereinander haben den Tübingern Mut gegeben. „Wir fahren nach Berlin, um dort zu gewinnen – sonst könnten wir ja gleich zu Hause bleiben“, sagte Perovic unmittelbar nach der Gala-Vorstellung seines Teams gegen Frankfurt, als die Tigers vor allem in der zweiten Hälfte wie aus einem Guss spielten. „Das Selbstvertrauen ist groß, weil der Teamgeist stimmt“, sagt Perovic. Und deshalb rechnen sich die Tigers auch zumindest eine kleine Chance auf den siebten Sieg in Serie aus. „Es wird nicht leicht – aber es ist möglich“, sagt Perovic, „wir müssen extrem hart spielen, so wie wir es zuletzt gezeigt haben“.

Hoffnung macht den Tübingern vor allem das Hinspiel: Mit 70:66 schlugen die Tigers im Oktober den Favoriten, als Tübingen die letzten sieben Punkte der Partie erzielte – es war der erste Basketball-Festtag der Saison in der Paul-Horn-Arena. Seitdem haben die Berliner ihren Kader aber mächtig umgekrempelt: Kenan Bajramovic musste gehen, dafür kam der Amerikaner Derrick Byars von den Bakerfield Jams aus der US-Profiliga NBDL. Kurz vor Weihnachten stieß auch der 2,09 Meter große Kroate Jurica Golemac (Panathinaikos Athen) zum Team.

Nach der Verletzung von Center Adam Chubb, der mit Oberschenkel-Problemen mehrere Wochen ausfällt, musste Alba-Manager Henning Harnisch kurz vor Ende der Wechselperiode erneut aktiv werden. Die Berliner verpflichteten den türkischen Nachwuchs-Center Cemal Nalga (21/Galatasaray). Kurios: Nalga ist in seiner Heimat noch für zwei Jahre gesperrt, weil er unter falschem Namen Spiele absolviert hat. Schließlich sorgten die Berliner vor wenigen Tagen mit dem Transfer von Jung-Nationalspieler Lucca Staiger für einen Paukenschlag. Der 21-Jährige hatte die Saison in der US-Collegeliga begonnen, bat bei Iowa State aber überraschend um die Freigabe. Gegen Tübingen könnte Staiger sein Debüt feiern.

Unter der Woche demonstrierten die Berliner bereits ihre Stärke, als sie im Europacup das spanische Topteam Joventut Badalona mit 72:68 besiegten. Auch in der Liga haben die Berliner ihre anfänglichen Probleme in den Griff bekommen. Zuletzt unterlag Alba zwar beim Deutschen Meister Oldenburg mit 59:68, davor hatte das Team von Trainer Luka Pavicevic aber acht Bundesliga-Siege hintereinander gefeiert. Und steht punktgleich mit Oldenburg wieder da, wo sich die Berliner ohnehin sehen: An der Spitze.

„Wir müssen die drei Topspieler Julius Jenkins, Blagota Sekulic und Immanuel McElroy stoppen“, weiß Tigers-Coach Igor Perovic. Die Berliner profitieren von ihrer enormen Erfahrung, das Team leistet sich praktisch keine Fehler im Spielaufbau – nur 11 Ballverluste pro Spiel sind der beste Wert aller Bundesligisten.

Das Alba-System hat nur wenige Schwachpunkte, eine davon ist die schwache Dreier-Quote von Steffen Hamann: Der Nationalspieler ist aus der Distanz wie blockiert, trifft nur 25 Prozent seiner Dreier.

Das Prunkstück der Berliner ist dafür die Abwehr: Gerade mal 64,8 Punkte pro Partie gestattet die Alba-Defensive ihren Gegnern im Schnitt, „da sind sie hervorragend organisiert“, sagt Perovic. Eine entscheidende Rolle kommt deshalb auf Dane Watts zu: Wenn der 2,03 Meter große Dreier-Spezialist der Tigers auch am Samstag sein Händchen aus der Distanz findet, müssen die Berliner Langen aus der Zone nach außen rücken – was wiederum den flinken Tigers wie Michael Jenkins und Branislav Ratkovica die Chance zum Penetrieren geben könnte.

Der Zug zum Korb zeichnet die Tübinger in dieser Saison aus, dadurch zwingen sie die Gegner zu Fouls: 504 Freiwürfe bekamen die Tigers in dieser Saison bereits zugesprochen, mehr als jedes andere Team der Liga. Allerdings verwandeln die Tübinger nur 67 Prozent der Freiwürfe – diesen Wert sollten sie am Samstag unbedingt verbessern. Und wenn alles zusammen kommt, ist tatsächlich die Sensation drin. Das Wichtigste für Perovic: „Wir müssen daran glauben“.

Tigers Tübingen beim Rekordmeister Alba Berlin
Jenkins gegen Jenkins: Der Tübinger Michael Jenkins (links) hatte im Hinspiel das bessere Ende für sich, dennoch ist Julius Jenkins mit Alba Berlin am Samstag der klare Favorit. Die beiden sind übrigens nicht miteinander verwandt. Archivbild: Ulmer

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06.02.2010, 12:00 Uhr

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