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Basketball: Tübingen unterliegt routinierten Würzburgern mit 62:72

Tigers fallen durch die Reifeprüfung

Das Heimspiel gegen die routinierten Würzburger war für das junge Team der Walter Tigers Tübingen gestern wie eine Reifeprüfung. Die hat der Basketball-Bundesligist vor 2856 Fans nicht bestanden: Nach dem 62:72 (33:33) steckt Tübingen als Tabellen-Fünfzehnter bis aus weiteres im Keller.

12.11.2012
  • hansjörg lösel

Tübingen. In der 25. Minute machte Würzburg Ernst: Mit einem 12:0-Zwischenspurt drehte der letztjährige Playoff-Halbfinalist eine knappe Tübinger Führung in einen beruhigenden 56:45-Vorsprung, den die Würzburger sicher bis ins Ziel schaukelten. „Diese fünf Minuten brachten die Entscheidung“, sagte der tief enttäuschte Tigers-Coach Igor Perovic.

Möglicherweise machte die Erfahrung gestern den Unterschied: Würzburg konnte sich auf Routiniers wie LaMont McIntosh (30 Jahre), Ben Jacobson (29) oder Jason Boone (27) verlassen – einen Tübinger Führungsspieler suchten die Zuschauer dagegen vergebens. Weder Josh Young noch Vaughn Duggins, auch nicht Reggie Redding oder Kenny Frease sind derzeit in der Lage, die Kollegen mitzureißen.

Dazu kam die schwache Wurfquote: In der zweiten Hälfte gelang den Tigers kein einziger Drei-Punkte-Wurf mehr, auch aus der Nahdistanz leistete sich das Team etliche Fahrkarten. „Diese Chancen musst du einfach nutzen“, sagte Perovic.

Würzburgs Trainer Marcel Schröder sah den Unterschied woanders: „Am Ende hat unsere etwas tiefer besetzte Bank den Ausschlag gegeben.“ Dabei fehlten den Würzburgern noch die verletzten Max Kleber und Chris McNaughton. Dafür brachten Dwayne Anderson (23 Punkte) und LaMont McIntosh (10) viel Schwung von der Bank – von der Tübinger Reserve kamen dagegen insgesamt nur 15 Punkte.

Beide Teams gingen vom Start weg hohes Tempo, die Würzburger bedienten sich in der Abwehr auch mal rustikaler Mittel. Keine einfachen Körbe zulassen, war offenbar die Devise von Trainer Marcel Schröder. Bis zur großen Pause (33:33) konnte sich kein Team absetzen, die Führung wechselte zehn Mal.

Nach dem Seitenwechsel legten die Tübinger durch Redding, Nash und Young einen 6:0-Lauf hin, aber Würzburg eroberte beim 43:44 die Führung zurück und baute die nach Dreiern von McIntosh und Anderson sowie einem Fast-Break durch McIntosh auf 45:54 aus. Auszeit Perovic, doch die Tigers gingen sogar mit einer 45:56-Hypothek in die letzten zehn Minuten. Zwei weitere Würzburger Dreier zum 47:61 wirkten schon wie die Vorentscheidung. Doch die Tigers wehrten sich: Besonders Lischka stemmte sich gegen die drohende Niederlage, der Ex-Ludwigsburger zeigte gestern seine stärkste Partie im Tigers-Trikot.

Richtig eng wurde es aber nicht mehr, weil die Tübinger zu fehlerhaft im Angriff spielten. Der sechste Redding-Turnover zwei Minuten vor dem Ende beendete die letzten Hoffnungen, der krachende Boone-Dunk zum 72:60 war der Startschuss für die Sieges-Gesänge der mitgereisten fränkischen Fans: „Gegen Würzburg kann man mal verlieren.“

Es ist sicher keine Schande, gegen Würzburg zu verlieren – dennoch tut den Tigers diese Niederlage weh. Vor Saisonbeginn waren viele davon ausgegangen, dass die Tübinger solchen Teams auf Augenhöhe begegnen, erst recht vor heimischer Kulisse. „Uns bleibt jetzt nur, im Training weiter hart zu arbeiten und positiv zu bleiben“, sagt Perovic. Der Spielplan lässt keine Wahl: Nächste Woche beim Drittletzten Braunschweig ist der Druck auf beiden Seiten hoch, danach kommt Serien-Meister Bamberg in die Paul-Horn-Arena.

Es gab aber auch ein paar positive Aspekte der gestrige Partie: Neuzugang Cameron Wells deutete sein Potenzial zumindest an. Zwar trat er nicht als Scorer in Erscheinung, doch der Nachfolger von Douglas Davis verteidigte stark und leistete sich im Spielaufbau keinen Ballverlust. „Wells ist eine Verstärkung“, sagte Perovic. Der Amerikaner selbst sieht Luft nach oben: „Ich muss aggressiver spielen“, sagte Wells.

Tigers fallen durch die Reifeprüfung

Abgetaucht nach starkem Beginn war gestern Vaughn Duggins, der alle 9 Punkte in der ersten Hälfte erzielte – nach der Niederlage gegen Würzburg zeigte sich der Amerikaner selbstkritisch. „Ich war arrogant, vielleicht kamen die Punkte am Anfang zu einfach“, sagte Duggins, „und dann habe ich Würfe nicht getroffen, die ich normalerweise mache“. Die letzten fünf Minuten des dritten Viertels mit zwölf Würzburger Punkten in Folge waren auch für Duggins der Knackpunkt der Partie. „Bis dahin haben wir gut gespielt, aber danach hat sich auch unsere Körpersprache verändert“, sagte Duggins. Das Team müsse jetzt neu zusammen finden. „Aber das geht nicht über Nacht“.

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12.11.2012, 12:00 Uhr

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