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Münchner Dreierfestival: 80:107 (42:53)

Tigers finden kein Mittel gegen den FC Bayern

Zu viele leichte Fehler und ein gnadenloser Gegner: Die Tübinger Bundesliga-Basketballer hatten am Samstag vor 5558 Zuschauern im Münchner Audi Dome keine Chance. Die Bayern überragten durch ihre Distanzschützen und einer Verteidigung, die den Tigers Probleme bereitete.

17.12.2012
  • MORITZ HAGEMANN

München. Als Cameron Wells mit der Schlusssirene des ersten Viertels die Tigers dank eines Dreiers mit 22:20 in Führung brachte, schien die große Überraschung vor gut 130 mitgereisten Fans noch möglich. Die Bayern starteten zwar besser, doch mit einem 6:0-Lauf gelang Tübingen zunächst der 8:8-Ausgleich (5.) und drei Minuten später durch Vaughn Duggins gar die erste Führung (16:15).

Ihre Führung verspielten die Tigers aber schnell: 33 Punkte gelangen den Bayern im zweiten Spielabschnitt. Bis zum 32:34 (14.) blieb Tübingen dran, doch dann übernahm der beste Mann auf dem Parkett die Kontrolle: Bayerns Spielmacher Tyrese Rice dunkte den Ball in den Tübinger Korb, legte nach zwei Benzing-Freiwürfen ein Drei-Punkt-Spiel nach und traf dann nochmals aus der Mitteldistanz. „Rice hat den großen Unterschied gemacht. Er hat seine ganze Qualität gezeigt“, sage Tigers-Trainer Igor Perovic. Mit elf Assists strafte Rice auch seine Kritiker Lügen, die ihm oftmals den Hang zum Egoismus vorwerfen. Der 9:0-Run brachte die Bayern auf 43:32 (16.).

Perovics Gegenüber Svetislav Pesic stellte seine Spieler glänzend ein, doch sein Auftreten an der Seitenlinie bleibt phasenweise grenzwertig. Nachdem Robin Benzing schon Mitte des zweiten Viertels das dritte Foul bekam, und Cameron Wells vier Sekunden vor der Halbzeit nach einem strittigen Pfiff Freiwürfe zugesprochen wurden, kassierte Pesic auf dem Weg in die Kabine ein technisches Foul. „Zwei der drei Pfiffe gegen Robin waren falsch, das hat ihn geärgert“, suchte Sohn und Bayern-Sportdirektor Marko Pesic die Gründe für die Wut des Vaters.

Als beide Teams zurückkehrten, traf Vaughn Duggins einen von beiden Freiwürfen – bevor die zweite Hälfte also richtig los ging, waren die Tigers mit zehn Punkten hinten (43:53). Doch die Pesic-Schelte an den Unparteiischen zeigte Wirkung: Erneut der beste Tiger Duggins (21 Punkte) zog energisch zum Korb, bekam aber ein Offensivfoul, obwohl Gegenspieler Chevon Troutman in jener Zone parkte, in der es kein Offensivfoul gibt. In der nächsten Aktion klaute Duggins aber den Ball von Benzing und stopfte das Spielgerät in die Reuse – 50:57 (23.).

Als Reggie Redding wenig später sowohl Robin Benzing als auch Brandon Thomas beim Drei-Punkte-Wurf gefoult haben soll, nahm der Unmut bei den Tigers weiter zu. Aber Tübingen kämpfte, ließ sich zunächst nicht abschütteln und erlebte beim Stand von 59:67 (27.) eine Schlüsselszene: Nach einem diskutablen unsportlichen Foul von Lawrence Roberts setzte Tigers-Kapitän Josh Young beide Freiwürfe daneben, und auch der anschließende Ballbesitz brachte nichts ein. Coach Perovic versuchte mit zwei schnellen Auszeiten unmittelbar hintereinander entgegen zu wirken, doch die Niederlage nahm ihren Lauf. Bis zum Ende des Viertels hatten sich die Bayern auf 78:64 abgesetzt.

„Wir haben gegen ihre Aggressivität und ihre Geschwindkeit kaum ein Mittel gefunden. München spielt ganz anders als noch vor ein paar Wochen“, sagte Perovic. Tübingen leistete sich einfach auch zu viele Fehler: Young unterlief ein unerlaubtes Rückspiel, Wells warf schon vor der Halbzeit einen Einwurf in die Arme von FCB-Akteur Desmond Greene – Aktionen, die die Bayern mit ihrer Ganzfeldpresse immer wieder forcierten. „Der Trainer hat uns auf die Spielweise des Gegners vorbereitet, aber wir konnten es nicht umsetzen“, erklärte ein enttäuschter Vaughn Duggins.

Das Abschlussviertel wurde dann zum bayrischen Schaulaufen von jenseits der 6,75 Meter-Linie: Sieben von zehn Dreiern versenkte der FCB in den letzten zehn Minuten. Insgesamt trafen die Münchener sensationelle 54 Prozent ihrer Würfe von außen. Alleine Robin Benzing versenkte vier Distanzwürfe, den letzten gar mit Foul – und so setzte der Ex-Ulmer mit einem Vier-Punkt-Spiel den Schlusspunkt zum 107:80 (siehe „Dunking“). „Manche Schüsse waren am Ende einfach nicht zu verteidigen“, sagte Perovic, der analysierte: „Alle Bayern-Spieler können scoren, und sie können stetig auf hohem Niveau wechseln. So bleibt ihre Defense immer druckvoll.“

Tigers finden kein Mittel gegen den FC Bayern
Da kann sich Tübingens Josh Young mit dem Ball unter dem Korb noch so strecken: Am Ende siegten die Münchener Bayern (rechts Yotam Halperin) dreistellig.

Eigentlich hätte Bayern-Trainer Svetislav Pesic rundum zufrieden sein können. Doch er sprach vom „mangelnden Respekt gegenüber deutschen Spielern“. Warum und weshalb, ließ der FCB-Trainer aber nicht raus. Sohn Marko war um Erklärung bemüht: „Es ging ihm wohl um die Fouls an Benzing.“ Pesic sprach auch über seine Vision des Basketballs: „Langsam verstehen die Spieler, was ich will, und sie setzen es immer besser um.“ Dies bekamen die Tigers deutlich zu spüren. Die Tage des Bauermann-Basketballs sind in München jedenfalls gezählt. Zum zweiten Mal in Folge knackte der FCB die 100 Punkte-Marke, was symptomatisch für den neuen „Run&Gun“-Stil der Münchener ist. „15 Minuten haben die Tübinger uns aber Probleme gemacht“, sagte Pesic abschließend – wohlwissend, dass seine Taktik den Tübingern dann doch mehr zu schaffen machte.

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17.12.2012, 12:00 Uhr

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