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Dreier-Pack in Braunschweig bringt die Wende

Tigers gelingt im Kellerduell der Befreiungsschlag

Erst morgen ruft Trainer Igor Perovic wieder zum Training, die beiden freien Tage haben sich die Tübinger Tigers-Spieler mit ihrem couragierten Auftritt in Braunschweig redlich verdient. Im wichtigen Kellerduell bei den New Yorker Phantoms hatten die Tigers, angetrieben vom überragenden Johannes Lischka, im Finish die besseren Nerven und siegten 85:80 (41:45).

19.11.2012
  • Bernhard Schmidt

Tübingen. Dreieinhalb Minuten vor Spielende – Kapitän Nils Mittmann hatte seine Phantoms gerade mit 65:62 in Führung gebracht – rief Tigers-Dompteur Perovic zur Auszeit. Und brachte damit die Braunschweiger offensichtlich komplett aus dem Rhythmus. Dreimal innerhalb von gerade einmal knapp eineinhalb Minuten trafen die Tübinger Reggie Redding, Josh Young und der überragende Johannes Lischka weitgehend unbedrängt von der Dreierlinie: Die daraus resultierende 71:65-Führung war am Samstag vor 2500 Zuschauern in der Volkswagen-Arena der Anfang vom Ende der Braunschweiger Siegesträume.

Braunschweigs Jungstar Denis Schröder antwortete auf den dreifachen Tübinger Dreier-Pack mit einem Distanztreffer. Und auch danach hielt Casey Mitchell, Braunschweigs Bester, die Phantoms im Spiel. Es blieb dann aber dem besten Spieler auf dem Feld überlassen, dem Gegner den Rest zu geben: Lischka, an diesem Tag strotzend vor Selbstvertrauen, zertrat in der letzte Minute zunächst mit dem letzten von vier Distanztreffern, dann mit einem Korbleger das letzte kleine Hoffnungsfünkchen der Braunschweiger.

Trainer Kostas Flevarakis musste sich einmal mehr über die mangelnde Cleverness seiner Phantoms ärgern: „Wir waren viel zu nervös, haben zu viele Fehler gemacht und schwach verteidigt.“

Gleich zu Beginn hatten sich die Tigers gegen den Halbfinalisten der Vorsaison Respekt verschafft. Der wiedererstarkte Vaughn Duggins eröffnete den Reigen mit einem Dreier, Kenny Frease erhöhte die Führung auf 15:7, Lischka hielt in etwa die Distanz mit einem Dreier zum 18:12. Mit sieben Punkten und einem Ballgewinn war Duggins, der sich ganz offensichtlich für die schwache Vorstellung gegen Würzburg rehabilitieren wollte, der Mann der ersten Minuten.

Nach einigen Tübinger Nachlässigkeiten holten die Braunschweiger jedoch auf und gingen zum Beginn des zweiten Viertels dank einer 9:1-Serie erstmals mit 25:24 in Führung. Mit einem Dreier sorgte Immanuel McElroy für die bis dahin höchste Braunschweiger Führung (43:35), doch Lischka brachte mit fünf Punkten in Folge die Tigers zur Pause wieder auf Schlagdistanz. Ausgeglichen verlief das dritte Viertel (16:17 aus Tübinger Sicht) bis der Dreier-Pack die Wende zugunsten der Tigers brachte.

Die Tigers überzeugten diesmal in der Offensive, also genau da, wo Trainer Perovic in den vorangegangenen Spielen die größten Defizite ausgemacht hatte. Davon zeugen die Trefferquote von 55,6 Prozent aus dem Feld und insgesamt 20 erfolgreiche Anspiele bei nur elf Ballverlusten. Neben dem überragenden Lischka zählte auch Reggie Redding zu den Matchwinnern: Mit 21 Punkten, einer Quote von hundert Prozent aus Nah- und Mitteldistanz und sieben erfolgreichen Anspielen präsentierte sich Redding in blendender Verfassung. Weiter im November-Tief verharrt dagegen Spielmacher Josh Young.

Von den wenigen Tübinger Fans am meisten umjubelt wurde Johannes Lischka. Er kam als Letzter in die Umkleidekabine und wurde von den Teamkollegen lautstark gefeiert. Lischka, mit 25 Jahren schon der älteste Tiger, hatte sich außerdem das Sonderlob von Trainer Perovic verdient: „Er spielt mit so vielen Emotionen, das ist sehr wichtig für unser junges Team.“

Tigers gelingt im Kellerduell der Befreiungsschlag
Schon im Heimspiel gegen Gießen zählte Johannes Lischka zu den bissigsten Tigern, beim Auswärtssieg in Braunschweig war der Ex-Ludwigsburger unbestritten der beste Spieler. Archivbild: Ulmer

Johannes Lischka zeigte in Braunschweig das bisher beste Spiel im Trikot der Walter Tigers. War er vor dem Kellerduell besonders motiviert? „Mir war klar, dass die Partie gegen den direkten Konkurrenten ganz wichtig und richtungsweisend wird“, sagt der 25-jährige Power Forward. Die Leistungskurve des Ex-Ludwigsburgers zeigte in den vergangenen Spielen nach oben. „Ich fühl’ mich mittlerweile im Angriffsspiel viel besser involviert. Ich hoffe, dass ich meinem Team weiter helfen kann.“ Was war der Schlüssel zum Erfolg in Braunschweig? „In solch einem Spiel entscheiden Kleinigkeiten. Wir haben in der Schlussphase einfach die clevereren Entscheidungen getroffen, die Braunschweiger dagegen haben in der entscheidenden Phase einige Bälle unglücklich verloren.“ Und wie beurteilte Tigers-Trainer Perovic seine Leistung? „Igor hat gesagt, dass ich in diesem Spiel der X-Faktor gewesen sei.“ Steht nach dieser Leistung ein Anruf von Bundestrainer Svetislav Pesic bevor? „Darüber mach’ ich mir keine Gedanken. Wenn ein Anruf käme, fände ich das natürlich schön.“

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19.11.2012, 12:00 Uhr

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