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A 2-Nationalspieler erhält Zweijahresvertrag

Tigers holen Lischka aus Ludwigsburg

Die Erstliga-Basketballer der Walter Tigers Tübingen haben dem Lokalrivalen Ludwigsburg eines der vielversprechendsten deutschen Talente abgeluchst: Johannes Lischka (25) unterschrieb einen Zweijahres-Vertrag.

12.06.2012
  • hansjörg lösel

Tübingen. Igor Perovic hat seinen Urlaub schon wieder beendet – gestern Abend absolvierte der Tigers-Coach bereits die erste Trainingseinheit in Tübingen. Erstmals mit dabei: Johannes Lischka (25), den die Walter Tigers ausgerechnet vom Lokalrivalen Ludwigsburg verpflichtet haben.

Der 2,03 Meter große Flügelspieler hat in den vergangenen beiden Jahren alle 68 Bundesliga-Spiele der EnBW Ludwigsburg absolviert, kam in der abgelaufenen Saison auf durchschnittlich 8,5 Punkte und 4,7 Rebounds in 23,3 Minuten Einsatzzeit pro Partie. Damit zählt Lischka zu den zehn auffälligsten deutschen Akteuren in der nationalen Elite-Liga – und wurde deshalb im Frühjahr erstmals in die All-Star-Auswahl berufen.

Ein Gespräch mit Trainer Perovic war für Lischka offenbar ausschlaggebend für seine Entscheidung, die kommenden zwei Jahre in Tübingen zu spielen: „Die Vorstellung, wie Coach Igor in der nächsten Saison spielen will, hat mir gefallen“, wird Lischka in einer Pressemitteilung des Vereins zitiert.

Der 25-Jährige hofft demnach auf „Spielzeit auf den Positionen drei und vier als Backup für Reggie Redding und Tyrone Nash“. Positiv sei, dass Tübingen das Gerüst aus der letzten Saison gehalten hat. „Sie haben im letzten Jahr auch schon viele gute Spiele gemacht, der Zusammenhalt im Team ist sehr gut, wie ich gehört habe.“ Die Freude auf das neue Team sei jedenfalls groß, versichert Lischka. Ende des Monats wird der Forward zum Lehrgang der Nationalmannschaft nach Berlin reisen, ab Juli bereitet er sich dann an seiner neuen Wirkungsstätte mit den neuen Teamkollegen auf die Saison vor.

„Er ist ein guter Scorer und aggressiver Rebounder, einer der besten deutschen Spieler in der Liga, die problemlos mit der starken ausländischen Konkurrenz mithalten können“, sagt Perovic und lobt die Allround-Qualitäten des 25-Jährigen, der in Tübingen den berühmten „nächsten Schritt“ machen soll. „Wichtig ist, dass er noch konstanter wird“, sagt der Coach. „Wir müssen seine individuellen Qualitäten für unser Team nutzen, ihn gleichzeitig aber effektiv in unser Teamspiel einbauen“.

Lothar Bösing, DBB-Vizepräsident und Mitglied des Sportbeirats der Tigers, kennt Lischka aus der A 2-Nationalmannschaft. Wie sein neuer Teamkollege Akeem Vargas und der Neu-Bayreuther Nicolai Simon war Lischka im vergangenen Jahr Universiade-Teilnehmer in Shenzhen. „Eine sehr gute Verpflichtung,“ so Bösings Einschätzung, „er ist einer der Akteure mit der größten Perspektive in Deutschland. Seine Scorerqualitäten sind ausgezeichnet und er gibt auf dem Platz immer 150 Prozent, sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff“. Auch für die A-Nationalmannschaft könnte der Neu-Tiger in naher Zukunft ein Thema sein, prophezeit Bösing: „Mit Philip Zwiener und Robin Benzing hat er natürlich starke Konkurrenz auf seiner Position, doch Bundestrainer Svetislav Pesic hat ihn auf dem Radar.“

Lischka ist nach Robert Oehle (Gießen) der zweite Neuzugang der Tübinger. Zuvor hatten wie berichtet Ruben Spoden, Reggie Redding, Vaughn Duggins, Tyrone Nash und Joshua Young sowie Akeem Vargas verlängert, dazu kommt Youngster Julian Albus. Damit fehlt im Puzzle noch ein deutscher Spieler, um die vorgeschriebenen sechs einheimischen Akteure zu erreichen. Zu vergeben sind damit noch zwei weitere Ausländerposition im Kader – einer davon wird ein Center sein. Die spannende Frage wird sein, ob die Tigers einen weiteren großen Spieler verpflichten oder Josh Young, bisher der einzige echte Spielmacher im Team, einen Aufbauspieler zur Seite stellen.

Tigers holen Lischka aus Ludwigsburg
Gegen Tübingen besonders stark: Im Ludwigsburger Trikot sammelte der Neu-Tiger Johannes Lischka (links, gegen Adnan Hodzic) in der vergangenen Saison insgesamt 35 Punkte und 23 Rebounds in zwei Vergleichen. Bild: Metz

Die Karriere-Stationen von Johannes Lischka: 2003 bis 2004 VfB Gießen; 2004 bis 2005 Gießen 46ers; 2005 bis 2010 TV Lich; 2007 bis 2010 LTi Gießen 46ers, 2010 bis 2012 EnBW Ludwigsburg. Der 2,03 Meter große und 106 Kilogramm schwere Forward wurde 2009 als bester Nachwuchsspieler der 2. Liga (Pro A) ausgezeichnet, steht im Kader der A2-Nationalmannschaft und bestritt zudem vier A-Länderspiele. Bundestrainer Dirk Bauermann strich ihn jedoch vor der EM 2009 aus dem Kader. Johannes Lischka wurde am 2. April 1987 in Gießen geboren; sein jüngerer Bruder Benjamin (23) spielt bei Zweitligist Crailsheim Merlins.

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12.06.2012, 12:00 Uhr

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