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Nie wieder an der Platte

Tischtennis: Der Mühringer Andras Krenhardt ist nach einem Bandscheibenvorfall Sportinvalide

Diese Nachricht geht ganz tief bis ins Rückenmark: Andras Krenhardt wird nie wieder für den Tischtennis-Verbandsligisten TTC Mühringen zum Schläger greifen. Der Grund: die Bandscheiben. Bis vor vier Wochen hat der Akteur immer mit starken Schmerztabletten gespielt. Nun ist auch damit Schluss. Somit endet eine verletzungsgeplagte Vorrunde für Liganeuling Mühringen, denn auch Spitzenspieler Norbert Kallai befindet sich nach einer Schulter-OP noch in der Aufbauphase.

10.12.2014
  • Sascha Eggebrecht

Mühringen. Diesen Tag wird Andras Krenhardt in seinem Leben wohl nie mehr vergessen – es war der Tag seines Karriereendes im Tischtennis. Das Kalenderblatt zeigt den 26. Oktober an. Damals unterlag Mühringen gegen Bietigheim-Bissingen II mit 1:9. Wie schon in den Wochen zuvor spielte Krenhardt mit starken Schmerzmitteln.

Nachdem er sein Training nach seinem Wechsel aus Loßburg wieder intensiviert hatte, kamen die alten Schmerzen im Rücken zurück. „Ich habe nach diesem Match mit meinem Hausarzt gesprochen. Er sagte mir, ich sei verrückt, immer mit starken Tabletten zu spielen“, sagt Krenhardt, der sich daraufhin einen Termin in Tübingen geben ließ. „In der Klink sagten die Ärzte mir, dass mir nur noch eine Bandscheiben-OP weiterhelfen würde“, sagt Krenhardt.

Doch eine Operation möchte der Sportler so lange wie möglich herauszögern. „Ich bin jetzt fast 50 Jahre alt. Bei der OP würde mir eine Titanplatte in den Rücken geschraubt werden, die dann 20 Jahre halten soll. Sollte ich dann so alt werden, müsste ich mit 70 nochmals operiert werden. Das möchte ich nicht. Zudem gibt es keine Garantie, dass ich nach der OP je wieder spielen kann. Deshalb werde ich nun so lange warten, bis ich nicht mal mehr vor der Glotze vor Schmerzen sitzen kann, aber davon bin ich noch weit entfernt“, sagt er, der nun nicht mehr für den Tischtennissport und für sein zweites Hobby Triathlon trainiert, sondern dreimal in der Woche beim Physiotherapeut ist.

„Es ist schon ziemlich langweilig, nicht mehr Vollgas geben zu können. Aber ich muss mich damit abfinden, dass ich nie mehr so Sport treiben kann, wie ich es immer gemacht habe. Im Moment muss ich aber sagen, tut mir die Krankengymnastik richtig gut. So kann ich wenigstens meinen Alltag bewältigen.“

Und in ein richtiges Loch wird er auch nicht fallen, denn der Invalide hegt schon Pläne für die Zukunft. „Ich werde meine Trainertätigkeit weiter ausbauen“, sagt er. Im Moment trainiert er die Tischtennisspieler in Salzstetten und ist begeistert: „Ich hätte nie gedacht, dass die Spieler dort so heiß sind und voll mitziehen. In Zukunft könnte ich mir auch noch eine Aufgabe beim TTC Mühringen vorstellen“, sagt er.

Diese Worte werden im Lager des TTC sicher gern gehört, denn die Stimmung ist mehr denn je gedrückt. Kein Wunder. Denn mit Andras Krenhardt verliert das Team einen wichtigen Spieler – seine Nummer zwei. „Es ist schon bitter, wenn uns die beiden besten Spieler fehlen“, klagt Teamkollege Jan Schmidt.

Schon vor Rundenbeginn musste nämlich Spitzenspieler Norbert Kallai passen. Der Ungar hatte sich einer Schulteroperation unterzogen – Arthrose. „Norbert hatte im April zwar auch schon immer über Schmerzen im Arm geklagt, aber der Arzt meinte zunächst, dass er nichts machen müsse außer pausieren“, sagt Schmidt.

Ein Fehler, denn im Sommer war eine OP unausweichlich. Damit ging das Team schon gehandicapt in die Runde. Kallai wurde nur als Dummy an Position eins aufgestellt, spielte einen Ball und gab dann verletzungsbedingt auf. „Somit mussten die anderen Spieler wenigstens nicht aufrücken“, erklärt Schmidt – ein schwacher Trost. Diese Strategie ging dann so lange mehr oder weniger auf, wie Krenhardt spielen konnte. Denn einen Sieg gab es zuletzt im September.

Tischtennis: Der Mühringer Andras Krenhardt ist nach einem Bandscheibenvorfall Sportinvalide
Die Schmerzen sind zu stark: Der Mühringer Andras Krenhardt wird nicht mehr als aktiver Spieler an der Tischtennisplatte stehen. Bild: Ulmer

Seinem Team wünscht Krenhardt alles Gute für die Rückrunde und er ist sich sicher: „Sie werden in der Liga bleiben!“ Den Grund dafür nennt der Ungar auch: „Norbert wird zurückkehren, befindet sich schon wieder im Training und zudem kommt mit einem weiteren Ungar eine richtige Verstärkung nach Mühringen!“ Gemeint ist Marton Marsi, ein Landsmann, der schon in Österreich in der Bundesliga gespielt hat und ab Januar in Mühringen an der Platte stehen wird. Somit muss nur noch eine Frage geklärt werden: Wie hat die restliche Mannschaft den Verlust der beiden Spitzenkräfte im Team verkraftet. Geht es nach Spieler Jan Schmidt, dann nicht so gut: „Die Motivation war im Team schon besser, auch der Trainingseinsatz“, kritisiert er. Einigen Spielern scheint die Lust am Spiel verloren gegangen zu sein, weil die Mühringer ja wegen der Verletzungssorgen immer schon vor dem ersten Ballwechsel mit 0:3 hinten lagen. „Dieses Problem müssen wir wieder in den Griff kriegen“, sagt auch Mitspieler Torsten Kern. Denn beide wissen, nur mit den beiden Spielern aus Ungarn ist der Klassenverbleib auch nicht zu schaffen. „Wir müssen alle wieder 100 Prozent geben“, fordert Schmidt. Denn selbst mit der Verstärkung wird das Ziel Klassenverbleib kein Selbstläufer. „Der Sprung von der Verbandsklasse in die Verbandsliga ist schon enorm“, sagt Schmidt. Die meisten Vereine haben – wie die Mühringer – an beiden Top-Positionen ausländische Spieler gemeldet. „Wenn alles gut läuft, müssten wir Rottenburg, Neuenstein und den Sportbund Stuttgart hinter uns lassen“, sagt Torsten Kern. Dann wäre die Rettung perfekt. Läuft es nicht so gut, sollten wenigstens zwei Mannschaften hinter den Mühringern stehen. Dies würde bedeuten, dass das Team den Relegationsplatz erreicht hätte.
Da das Team derzeit auf diesem Relegationsplatz steht, lautet zunächst auch das Ziel, diesen Platz zu halten. Warum dies schon ein Erfolg wäre, sagt Torsten Kern: „Ich bin nicht so optimistisch wie die anderen. Ich denke, dass Norbert Kallai erst wieder voll einsatzfähig sein wird, wenn die Relegationsspiele anstehen! Zuvor wird er den Trainingsrückstand nach seiner OP nicht aufgeholt haben!“

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10.12.2014, 12:00 Uhr

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