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Glanzzeiten bei den SFD

Tobis ist hauptamtlicher Jugendleiter in Unterhaching

Beruf und Berufung: Der ehemalige Dußlinger Klaus Tobis ist festangestellter Jugendleiter beim Fußball-Drittligisten Spvgg Unterhaching. „Es gibt nichts Schöneres als mit Jugendlichen zusammen zu arbeiten“, sagt der 59-Jährige.

28.08.2010
  • dirk larsen

Unterhaching/Dußlingen. Klaus Tobis kann kein schwäbisch, bayrisch aber auch nicht. Obwohl er den Großteil seines Lebens in Dußlingen und München verbrachte, nahm er die Dialekte nicht an. „Man sollte sich im Leben nicht verbiegen lassen“, sagt der gebürtige Oldenburger. Tobis lebt in München, ist hauptamtlicher Jugendleiter beim Fußball-Drittligisten Spvgg Unterhaching und bezeichnet sich als „heimatverbunden“. Die Zeitspannen zwischen den Besuchen in Dußlingen, wo seine Mutter Maria und sein jüngerer Bruder Manfred noch heute wohnen, würden aber leider zunehmen. Sein letzter Aufenthalt im Schwabenland sei schon drei Jahre her.

Dennoch erinnert sich Tobis gerne an früher. Mit zwölf Jahren kam er ins Steinlachtal und kickte fortan in der Jugend der Sportfreunde. „Wir haben auf dem alten SV 03-Platz in der Lindenallee gegen Tübingen mit Helmut Roth und Peter Lapaczinski gespielt“, erzählt Tobis über seine Glanzzeiten bei den SFD, wo er 15 Jahre kickte (1962 bis 1977): „Dußlingen war damals sehr gut. Lange bevor Ofterdingen und Mössingen nach oben kamen.“ Bei den A-Junioren hießen seine Mitspieler unter anderem Gregor Cornelsen, Karl-Heinz Trilltsch, Wolfgang Albrecht und Peter Ballestrin.

Bei den Aktiven kickte er in der A-Klasse mit Lothar Gurski, dem Vater des heutigen Profi-Keepers Michael Gurski (SV Wehen), Jakob Hämmerle, Klaus Leinich, Fritz Niggl und Werner Michels zusammen. Selbst als er seinem Vater 1970 nach der Lehre bei der Krankenkasse für Handwerk, Handel und Gewerbe in der Tübinger Gartenstraße nach München folgte und in der bayrischen Landeshauptstadt für ein Bauunternehmen arbeitete, pendelte er am Wochenende zum Kicken nach Dußlingen. „Das hab ich sieben Jahre lang gemacht.“

Zu dieser Zeit lernte Klaus Tobis auch seine Ehefrau Ivanka kennen. Sie arbeitete damals beim Regierungspräsidium in Tübingen – noch ein Grund regelmäßig in die „Heimat“ zu kommen. Mitte der 1970er-Jahre zogen die beiden endgültig nach München, wo 1977 Sohn Patrick zur Welt kam. Als der Sprössling alt genug war, suchte Tobis für ihn eine sportliche Betätigung. Ab 1982 ging Klaus Tobis zusammen mit seinem Sohn zur Spvgg Unterhaching. Er als Jugendtrainer, der Sohn kickte. Die Aktivenmannschaft spielte damals in der Bayernliga und auch die Juniorenteams in überschaubaren Ligen. Ein Jahr später suchte der Klub einen neuen Jugendleiter. Und weil Klaus Tobis schon immer ein Faible für Funktionärsposten hatte, sagte der damals 33-Jährige zu.

Heute, 27 Jahre später, ist Tobis für 420 Jugendliche in 28 Mannschaften verantwortlich. Im Windschatten der ersten Herrenmannschaft, die bereits vier Mal in die zweite Liga aufgestiegen ist und zur Jahrtausendwende sogar zwei Spielzeiten erstklassig kickte, erlebte auch die Nachwuchsabteilung einen Boom. Seit dem Jahr 2000 ist Tobis fest angestellter Jugendleiter.

Nicht nur quantitativ, auch qualitativ ging es mit der Jugend zwischenzeitlich steil bergauf. A- und B-Junioren kickten bereits Bundesliga und streben diese Saison die Bayernliga-Meisterschaft an. „Wir geben jährlich zwölf bis 15 Talente an den FC Bayern München ab“, sagt Tobis und versucht so die Qualität der Jugendausbildung im Verein hervorzuheben. Auch sein Sohn Patrick hatte als Jugendspieler ein Angebot des Deutschen Rekordmeisters. „Ich habe damals leider verlangt, dass er in Haching bleibt. Das war wohl ein Fehler“, gibt Tobis zu. Patrick Tobis hörte in der B-Jugend auf: „Er hätte wohl das Zeug zu einem Zweitliga-Spieler gehabt“, sagt sein Vater.

Seine hauptamtliche Tätigkeit als Jugendleiter spickt der Jugendboss in Unterhaching aber auch mit Abwechslung auf der grünen Wiese. „Ich trainiere die Vier- bis Fünfjährigen“, sagt Tobis, der im Oktober seinen 60. Geburtstag feiert. Außerdem ist er hauptverantwortlich für die Zusammenarbeit mit einem Kinderheim: „Wir versuchen die Heim-Kinder an den Fußball heran zu bringen“, sagt Tobis, der sehr viel Wert auf die persönliche Entwicklung seiner Kicker legt: „An erster Stelle steht dabei, den Jugendlichen Charakter, Anstand und Benehmen beizubringen. Hierfür gibt es klare Regeln in unserer Jugendabteilung.“ Im Mai bekam Tobis Unterstützung von Nachwuchs-Koordinator und Ex-Profi Manfred Schwabl. „Er kümmert sich um die A-, B- und C-Jugendlichen mit Perspektive“, sagt Tobis.

Tobis ist hauptamtlicher Jugendleiter in Unterhaching
Klaus Tobis. Privatbild

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28.08.2010, 12:00 Uhr

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