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Stuttgart

Tocotronic feiern die Liebe zum 20-Jährigen

Professioneller, aber auch lustvoller als früher. Lauter, wilder, schneller als auf Platte. So feierten Tocotronic in Stuttgart ihr 20-jähriges Bandbestehen.

16.11.2015

Von CLAUDIA REICHERTER

Stuttgart Die Hamburger Band Tocotronic hat im Stuttgarter LKA am Freitagabend die Liebe gefeiert. Passend zum aktuellen, elften Studioalbum, das ein rotes Viereck schmückt, ist die Bühne in dem voll besetzten Club von zwei roten quasi-quadratischen Vorhängen gesäumt. Die ersten Songs stammen von diesem der Liebe gewidmeten "Roten Album": "Liebe wird das Ereignis sein" heißt es in deren "Prolog". Als solches lässt sich auch dieser Abend bezeichnen: Sänger Dirk von Lowtzow, Bassist Jan Müller, Schlagzeuger Arne Zank und der zweite Gitarrist Rick McPhail, der 2004 einstieg, versprühen am zweitletzten Konzert ihrer Tour zum 20-jährigen Bandbestehen nichts als gute Laune und, ja - Liebe.

"Einen der schönsten Orte der Welt", nennt von Lowtzow das LKA: Hier habe er nach einer ersten Überlandfahrt vom Schwarzwald her einst Nirvana und Sonic Youth spielen gesehen. Die Setlist führt ihn bald schon "zurück in die Zukunft": ins Jahr 1995, als das damalige Trio, das einst den Grunge ins Deutsche übertrug, gleich zwei Platten veröffentlicht hat. Von denen spielen die Tocos "Du bist ganz schön bedient" und "Digital ist besser". Bei "Samstag ist Selbstmord" und "Drüben auf dem Hügel" singt die ganze Halle mit. Die Band wirkt professioneller, positiver und spielfreudiger als früher. Von Lowtzow artikuliert manches arg theatralisch, wohl um das zunehmende Pathos der jüngeren Texte zu brechen. Der Querschnitt aus fast allen Alben der vergangenen zwei Jahrzehnte klingt live - schneller und härter gespielt, mit reichlich Noise-Gewittern, Rückkopplungsorgien und Headbangen - überraschend homogen.

"20 Jahre Rockmusik ohne Schnick-Schnack", nennt das der Sänger und verabschiedet sich nach 17 Songs und vier Zugaben mit "vielen Dank, Stuttgart, bis zum nächsten Mal!" am "vorletzten Tag unserer vielleicht schönsten Tour" vom "wunderbar zauberhaften phantastischen Publikum".

Tocos im LKA: Dirk von Lowtzow und Jan Müller (rechts). Foto: Claudia Reicherter

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Erstellt:
16. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
16. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. November 2015, 12:00 Uhr

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