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23.11.2015

Inhalt: Am Anfang steht das schlimmste Verbrechen unserer Zeit. Der halbwüchsige Lee sitzt im Kino – und filmt das Leinwand-Geschehen, den im Original „First Blood“ betitelten ersten Rambo-Film, mit einer Kamera ab. Später muss er aus dem Material für seinen großen Bruder Raubkopien ziehen. Das andere Extrem der Medien(in)kompetenz repräsentiert der gleichaltrige Will. Wenn in der Schule zur Vertiefung des Lehrstoffs mal ein Video eingeschoben wird, muss er das Klassenzimmer verlassen – seine altertümelnde Religion verlangt es so.

So kommt es, dass sich der Schulrabauke und der Musterknabe im Gang begegnen – und nach anfänglichen Kabbeleien Gefallen aneinander finden. Auslösendes Moment ist die gemeinsame Sichtung des Rambo-Streifens, die den Plan gebiert, während der Sommerferien ein Remake des blutrünstigen Actionknallers zu fabrizieren. Die improvisierten Dreharbeiten in der näheren Umgebung führen zu einigen hübschen Slapstick-Nummern, die aber nicht ganz an das Komik-Level von Michel Gondrys „Abgedreht“ heranreichen (der im Erwachsenenmilieu eine ganz ähnliche Geschichte erzählt).

Doch Spaß ist auch nicht das einzige Anliegen des in den achtziger Jahren angesiedelten Films von Garth Jennings. Der britische Regisseur („Per Anhalter durch die Galaxis“) adelt das Teamwork Filmemachen und den dafür notwendigen Überschuss an Fantasie zum legitimen Fluchtweg aus bedrängenden Verhältnissen. Denn so unterschiedlich die Buben äußerlich scheinen, sind sie doch von Beginn an in Verzweiflung vereint. Will wird von der lustfeindlichen Sekte, der seine Mutter angehört, drangsaliert. Lee ist von seinen Eltern im Stich gelassen worden und ringt jetzt so heftig wie vergeblich um die Liebe seines überforderten Bruders.

Obwohl die Freundschaft der Jungs zwischendurch auf harte Proben gestellt wird, gerät die finale Projektion des Rambo-Remakes im Dorfkino für beide zum stillen Triumph. Und der gerührte Zuschauer darf nebenbei die industriefreundliche Botschaft mit nach Hause nehmen: selber drehen statt raubkopieren!

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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