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Tödliche Schüsse statt Schlägerei
Im Rocker-Prozess trafen der Täter und sein Opfer aufeinander. Foto: dpa
Rocker-Prozess

Tödliche Schüsse statt Schlägerei

Im Mordverfahren gegen einen Rocker sagte der Bruder des Opfers aus. Auslöser für den Streit war ein demoliertes Auto.

29.11.2016
  • SILJA KUMMER

Ellwangen/Heidenheim. Die Spannung, sie war spürbar an diesem dritten Verhandlungstag: Im Mordprozess gegen ein Rocker der Black Jackets, der auf zwei Mitglieder der United Tribuns geschossen und dabei einen getötet haben soll, sagte gestern der 25-jährige Überlebende aus. Im Großen Saal des Landgerichts Ellwangen saß der angeklagte 26-Jährige nur wenige Meter entfernt von seinem Opfer. Zudem saßen auch der Vater und zwei Schwestern des Getöteten als Nebenkläger im Saal.

Als Grund für die Auseinandersetzung nannte der Zeuge die Zerstörung seines Autos. Erst beschädigte Scheiben und zerstochene Reifen, bei einem zweiten Vorfall dann brannte das Fahrzeug vor seiner Wohnung in Heidenheim aus. Über einen Jugendfreund habe er erfahren, dass der Angeklagte für die Taten verantwortlich sei.

Am Tattag, dem 7. April, habe sein 29-jähriger Bruder, der Vizepräsident bei den United Tribuns war, ihn abgeholt. Er hatte den 26-Jährigen bei einem Friseur gesehen. Unterwegs wurden noch zwei weitere Mitglieder der Tribuns zum späteren Tatort bestellt. Man habe die Sache mit dem Auto „unter Männern klären“ wollen, so der 25-Jährige.

Der Zeuge hatte eine Schlägerei zwischen seinem Bruder und dem Angeklagten erwartet, der auch Vizepräsident der örtlichen Black-Jackets-Gruppe ist. Er hatte einen Hammer bei sich, sein Bruder eine ausziehbare Stahlrute. Zum Einsatz kamen die Schlagwaffen aber nicht. Denn als man sich vor dem Friseur gegenüber stand, habe der Angeklagte einen Revolver gezogen und ihm in den Bauch geschossen.

Von den drei folgenden, tödlichen Schüssen auf seinen Bruder habe er nicht mehr viel mitbekommen; er war schwer verletzt zu Boden gegangen. Die Feindschaft zwischen den Rockergruppen bestritt der Zeuge als Tatmotiv. Es sei eine persönliche Auseinandersetzung gewesen.

Am Vormittag bereits waren Ärzte und Sachverständige gehört worden. Dabei kristallisierte sich unter anderem heraus, dass auch die Schusswunde des 25-jährige Bruder tödlich hätte enden können. Der Prozess wird morgen fortgesetzt. Silja Kummer

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29.11.2016, 06:00 Uhr

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