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Toller Ausblick und einmalige Einblicke
Stuttgartnacht

Toller Ausblick und einmalige Einblicke

10 000 Menschen waren am Samstagabend mit den typischen grünen Armbändchen unterwegs – eine Eintrittskarte zu mehr als 70 Kultureinrichtungen der Stadt in dieser Nacht.

17.10.2016
  • SABINE FISCHER

Samstagabend, 21 Uhr. Vor dem Kammertheater drängen sich zahllose Menschen mit grünen Armbändern an den Handgelenken um eine winzige Drehtür und warten auf... Moment mal, worauf eigentlich? Richtig, es ist wieder Stuttgartnacht! Initiiert und organisiert vom Magazin „Lift“ sind 70 Kultureinrichtungen mit dabei und verwandeln die Stadt auch in diesem Jahr in ein Rundum-Spektakel aus Theater, Film, Konzerten und Partys – und das wiederum findet Anklang bei den Besuchern.

Wer sich ein Armband für 17 Euro besorgt, kann sich auf Kulturhopping-Tour machen. Die Tickets für die Ballett-, Oper- und Schauspielvorstellungen sind bereits nach wenigen Minuten vergriffen. „Aus Sicherheitsgründen müssen wir nämlich auch heute Platzkarten ausgeben“, sagt Thomas Koch, Kommunikationsdirektor der Oper Stuttgart. Dabei liege gerade in einem so offenen Abend wie diesem eine besondere Chance für die Kultureinrichtung: „Viele Leute trauen sich normalerweise nicht an Theater oder Oper ran. Diese Menschen wollen wir heute erstaunen und so vielleicht ihre Hemmschwelle senken“, erklärt Schauspieler Michael Stiller das Konzept. Susanne Schieffer, die bereits in das Kostüm des Puck geschlüpft ist, nickt: „Ich glaube, heute ist es besonders wichtig, eine Verbindung zum Publikum aufzubauen.“

Im rosa Wallekleid und mit Snapchat-Filter-verdächtigem Blumenkranz im Haar sitzt sie in der Garderobe des Kammertheaters und wartet auf ihren Auftritt – denn für die Stuttgartnacht hat das Ensemble eigens eine Auswahl an Szenen aus Henry Purcells „The Fairy Queen“ zusammengestellt. Das Besondere: Das Stück ist eine Kooperation zwischen Oper und Schauspiel, eine Semi-Oper, in der sich Sprechparts mit gesungenen Teilen abwechseln – auch für die Mitglieder der beiden Ensembles eine gänzlich neue Erfahrung: „Man muss sich schon daran gewöhnen, dass vor der Vorstellung plötzlich in jeder Toilette jemand ist, der sich warmsingt“, sagt Stiller.

Auch abseits der Schauspielbühne erwartet die rund 10 000 Besucher der Stuttgartnacht so manche Überraschung. Auf dem wiedereröffneten Fernsehturm zum Beispiel lehnen bereits früh am Abend zahlreiche Besucher an den rot erleuchteten Geländerstäben und beugen sich der Lichterflut entgegen.

Nahverkehr statt Shuttle-Busse

„Der Ausblick ist der Wahnsinn. Von hier aus kann man direkt meine Wohnung sehen“, sagt Sarah Burkhardt und zeigt mit der Hand in Richtung Süden. Obwohl sie seit fast zehn Jahren in Stuttgart wohnt, fährt die Tierpflegerin heute das erste Mal die rund 150 Meter zur Aussichtsplattform nach oben. Denn zur Stuttgartnacht ist der höchste Aussichtspunkt der Stadt für jeden zugänglich, der ein grünes Armband vorweisen kann.

Doch etwas Skepsis bleibt den Mitarbeitern des abgelegenen Wahrzeichens, das nach seiner Restaurierung das erste Mal wieder Teil des Kulturspektakels ist: „Wir sind gespannt, wie groß der Andrang noch wird“, sagt Julia Gärtner vom SWR Media Management: „In diesem Jahr gibt es statt der Shuttlebusse eine Kooperation mit dem VVS. Das heißt für uns, dass die Besucher von der Haltestelle nochmal rund zehn Minuten zu Fuß laufen müssen.“

In der Innenstadt hingegen sind die Entfernungen für kaum jemanden ein Problem. Im Rathaus zum Beispiel finden sich gleich mehrere Programmpunkte am selben Ort: Während der Sandkünstler Tim Bengel im ersten Obergeschoss beeindruckend präzise Portraits anfertigt, wird der große Sitzungssaal nebenan zum Konzertsaal für das Pop-Duo „SEA + AIR“.

Wer sich hingegen etwas abseits des Mainstream-Programms bewegen will, kann aus zahlreichen Off-Locations der Stadt wählen: Indie-Livemusik gibt es im Laboratorium im Stuttgarter Osten zum Beispiel vom Duo „Fuchs und Krümel“, zwei energiegeladene Musiker an Gitarre und Cello. Im Milliways tanzen sich die Besucher hingegen zu später Stunde durch das technoide, elektronische Live-Set von „Bewegung tut gut“.

Noch mehr Besucher bei der 15. Stuttgartnacht

Angebote Über 70 Kultureinrichtungen hatten in der Stuttgartnacht 2016 am Samstag ihre Türen geöffnet – mit jeweils speziell für diesen Abend zusammengestellten Programmen.

Premieren 14 Einrichtungen waren in diesem Jahr zum ersten Mal mit dabei. Sowohl der Landtag als auch der Fernsehturm hatten nach ihrer Restaurierung erstmals wieder zur Stuttgartnacht ihre Türen geöffnet.

Besucher Mit rund 10 000 Besuchern waren knapp 1000 Menschen mehr als im Vorjahr zu Gast.

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17.10.2016, 06:00 Uhr

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