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München

Ton gegenüber Siemens-Chef wird schärfer

IG Metall und Betriebsrat murren über die Strategie von Siemens-Chef Joe Kaeser. Immer neue Einschnitte verspielten Zukunftschancen.

07.04.2016
  • DPA

München. Bei den Siemens-Arbeitnehmervertretern wächst angesichts neuer Einschnitte der Unmut über Konzernchef Joe Kaeser. Statt ein seit langem gefordertes Zukunftskonzept zum Erhalt der Arbeitsplätze vorzulegen, jage bei dem Elektrokonzern ein Stellenabbau den nächsten, sagte Siemens-Gesamtbetriebsratschefin Birgit Steinborn der Deutschen Presse-Agentur. "Wir befürchten, dass die industrielle Basis aus Deutschland rausgehen soll."

Erst vor wenigen Wochen hatte Siemens nach einer ganzen Serie von Stellenstreichungen den Abbau oder die Verlagerung von insgesamt 2500 Arbeitsplätzen in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe angekündigt, davon rund 2000 in Deutschland. Etwa jeweils die Hälfte der Jobs soll wegfallen beziehungsweise verlagert werden, schwerpunktmäßig treffen die Maßnahmen Bayern. Zur Begründung verwies das Unternehmen unter anderem auf die die Nachfrageflaute aus der Öl- und Gasbranche.

Das Unternehmen hatte auch darauf verwiesen, dass die Zahl der deutschen Arbeitsplätze seit Jahren stabil bei rund 114 000 liege und zudem Arbeitsplätze geschaffen würden - auch in Deutschland. Auf Marktveränderungen in Geschäftsfeldern müsse man aber reagieren.

Die Arbeitnehmervertreter stoßen sich aber auch daran, dass die Pläne nur wenige Wochen nach der Hauptversammlung verkündet wurden, bei der Kaeser noch auf den weitgehend abgeschlossenen Konzernumbau verwiesen habe.

Eigentlich müsse es darum gehen, Innovationen voranzutreiben - jedoch: "Menschen in Verunsicherung sind nicht innovativ", sagte Kerner. Betriebsrat und IG Metall machen sich für ein Konzept stark, das die Stärkung der Wertschöpfung bei Siemens in Deutschland, eine divisionsübergreifende Zusammenarbeit und Zukunftsinvestitionen vorsieht. Außerdem gehe es um attraktive Arbeitsbedingungen und eine neue Unternehmenskultur, sagte Steinborn. Ziel müsse mehr Mitbestimmung sein. "Dieser Kulturwandel hat noch nicht richtig stattgefunden."

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07.04.2016, 06:00 Uhr

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