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Kommentar

Tonnenschwerer Brocken

Noch stehen die acht Millionen für das Theaterprojekt an der Planie nicht irgendwo schwarz auf weiß, doch wer die Summen für die einzelnen Module zusammenzählt und rund 15 Prozent jährliche Steigerungsraten bei Baukosten wegen der boomenden Konjunktur mit einpreist, der kann die TAGBLATT-Recherchen durchaus bestätigen.

26.05.2012

Und das ist schon ein tonnenschwerer Brocken, den die Reutlinger Gemeinderatsfraktionen da schlucken mussten, als die Konzeption des Münchner Architekturbüros Achatz für die Theaterpläne in Reutlingen eingegangen waren. Schließlich sind das satte 60 Prozent mehr, als die bisher maximal veranschlagten fünf Millionen Euro an Gesamtkosten. Die Zahlen seien für alle schon sehr überraschend gewesen, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Das macht die Sache nun so richtig schwierig.

Entsprechend intensiv wird derzeit in den einzelnen Fraktionen diskutiert, wie sie mit der neuen finanziellen Dimension des Projekts umgehen sollen. Erste Stimmen lassen darauf schließen, dass zunächst mal keine der drei Fraktionen CDU, SPD und FWV, die gemeinsam einen Antrag zugunsten der Spielstätte an der Planie eingebracht hatten, von Teil drei der beschlossenen Kulturkonzeption (nach franz. K und Stadthalle) abrücken.

Allerdings werden sie mal mehr, mal weniger Probleme bekommen, ihre Leute auf Linie zu halten beziehungsweise auf die neue Kostensituation einzuschwören. Mit dem Fragenkatalog an das Münchner Architektenbüro wird nun erst einmal versucht, ob nicht doch noch eine Modifizierung der Pläne und damit eine Kosteneinsparung erreicht werden kann. So will die CDU etwa wissen, wieso die Kostenschätzung für den Neubau mittlerweile bei 3,6 bis 3,9 Millionen Euro statt bei den im Jahr 2010 vorgesehenen 2,0 Millionen liegen.

Zur ursprünglichen Deckelung von fünf Millionen werden aber auch diese Nachfragen nicht zurück führen. Deshalb muss mit der neuen Größenordnung geplant werden – die erst dann genau bekannt sein wird, wenn die Architekten die Fragen der Fraktionen beantwortet haben. Dann ist die Verwaltung gefordert aufzuzeigen, wie das Tonne-Projekt im Vorgriff auf den Doppelhaushalt 2013/14 zu finanzieren ist, ohne dass der Gesamtetat in Schieflage gerät. Der Gemeinderat muss daraufhin entscheiden, ob ihm das Konzept auch die höheren Kosten wert ist – oder ob der Vorhang fällt, bevor die Bau-Aufführung überhaupt beginnt.

Die Zeit drängt – vor allem für die Macher des Tonne-Theaters. Sie hoffen, dass die Entscheidung noch vor diesem Sommer fällt, damit die Tonne dann bei einem positiven Bescheid zwei Jahre später in den Sommerferien umziehen kann.

Matthias Schmied von der Verwaltungsleitung des Tonne-Theaters verweist darauf, dass die dreisäulige Reutlinger Kulturkonzeption nun auch vollends umgesetzt werden müsse. Nach dem franz. K und der Stadthalle sei jetzt eben das Theater dran – „und dass wir die Letzten in dieser Reihe sind, darf hoffentlich nicht heißen, das uns die Hunde beißen“, fordert Schmied.

Thomas de Marco

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26.05.2012, 12:00 Uhr

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