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Fixierte Bewegungen

Tony Vaccaros Mode- und Promibilder im DAI

Vor zwölf Jahren waren Tony Vaccaros Kriegsfotografien im Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) in Tübingen zu sehen. Jetzt lernt man ihn hier als Meister des Porträts und der inszenierten Bewegung kennen.

04.12.2014
  • Ulla Steuernagel

Tübingen. Die Ausstellung mit Fotos von Tony Vaccaro im DAI wurde am Mittwochabend in fröhlicher Weihnachtsfeier im voll besetzten Saal des Instituts eröffnet. Der Gospelchor der Kirchentellinsfurter Martinskirche und der Kusterdinger Chor Molto Espressivo füllten den Raum stimmlich und schon fast von der Mitgliederzahl her. Das DAI-Präsidium war ebenfalls gut vertreten. Sein Vorsitzender, Regierungspräsident Hermann Strampfer, nannte DAI-Chefin Ute Bechdolf „nimmermüde, phantasievoll und durchsetzungsstark“ und lobte auch ihr ganzes Team. Die Erste Bürgermeisterin Christine Arbogast überbrachte städtischerseits „ein dickes Dankeschön“ an eine der „wichtigsten und vielseitigsten Kultureinrichtungen Tübingens“.

Die Schwarzweiß- und Farbfotografien des Italoamerikaners Tony Vaccaro waren wie die Pointen in der gut gelaunten Versammlung. Da sieht man Sophia Lauren, John F. Kennedy, Frank Lloyd Wright, Lauren Bacall oder Eartha Kitt nicht in Starpose, sondern in alltäglichen Umgebung: am Filmset, in der Wohnung oder vorm eigenen Turmhaus.

Der Kulturwissenschaftler und Vernissageredner Ulrich Hägele hatte vor einigen Jahren in Tübingen mit dem Fotografen gesprochen. Der inzwischen 90-Jährige beherrsche alles, die Kriegs- so gut wie die Lifestyle- und Modefotografie. Vaccaro habe einmal gesagt: „Durch den Krieg lernte ich das Sehen.“ Selbst bei Starporträts nützte ihm das. So zeigt er die junge Loren auf einem Foto der fünfziger Jahre nicht als übliches Glanzbild, sondern sehr gelöst und mit keck verwehter Locke.

Das Geheimnis eines guten Porträts hatte er Hägele auch verraten: „Man muss seinem Gegenüber das Gefühl von hundertprozentiger Aufmerksamkeit vermitteln.“ In verschiedenen Genres brachte es Vaccaro zur Meisterschaft. Er sei einer der ersten gewesen, so Hägele, der die Models in Bewegung versetzte, die Modefotografie regelrecht inszenierte. „Er ist ein großer Zelebrator der fixierten Bewegung.“

Info Die Ausstellung ist bis zum 19. Dezember und von 7. Januar bis 6. März, dienstags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Tony Vaccaros Mode- und Promibilder im DAI
So lustig kann ein strenger Modestil daherkommen: Tony Vaccaro fotografierte die Models für das Design-Label Marimekko im Auftrag des „Life Magazine“. Das Bild entstand 1965 in Finnland. Bild: Sommer

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04.12.2014, 12:00 Uhr

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