Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Hände hoch im Takt der Musik

„Top 10“ lud behinderte und nicht behinderte Jugendliche zum Feiern ein

Ein Rollstuhl mitten auf der Disco-Tanzfläche – was spricht dagegen? Wenn Rampen und Aufzüge vorhanden sind, gar nichts, findet Tobias Karrer vom Tübinger „Top 10“.

23.10.2012
  • Jörg Schäfer

Tübingen. „Geil, heute können wir richtig die Sau rauslassen“, schreit Fabian im Vorbeilaufen. Dirk Bamberger beobachtet die Szene schmunzelnd. Bamberger ist Besitzer des „Top 10“ und hat die Idee des „Come together – dance together“ aus seiner Diskothek in Singen mit nach Tübingen gebracht.

Die Veranstaltung sollte Hemmschwellen abbauen. Sie richtete sich an Kinder und Jugendliche. Schon in dieser Gruppe sollten die Berührungsängste genommen werden.

Die Einnahmen und die Gehälter aller Angestellten sowie 700 Euro von der Kreissparkasse Tübingen spendet die Diskothek an zwei soziale Einrichtungen: an die „Aktion Sahnehäubchen“ und an ein Projekt der Lebenshilfe Tübingen.

Antonie Platz, die Geschäftsführerin der Lebenshilfe, definierte das Ziel der Veranstaltung, die Inklusion, als „auf einander Zugehen von zwei Gruppen“. Mit ihrem Projekt will sie die Eingliederung von behinderten Jugendlichen in den Vereinssport erleichtern. Dafür sollen sowohl die Jugendlichen als auch die Übungsleiter durch Begleitpersonen unterstützt werden.

Die „Aktion Sahnehäubchen“ unterstützt benachteiligte Kinder und Jugendliche im Landkreis Tübingen, indem ihnen zum Beispiel Musik- oder Sportkurse mitfinanziert werden. Tobias Karrer, Eventmanager des „Top 10“ in Tübingen und Organisator der Veranstaltung, hofft auf etwa 2000 Euro an Spenden.

Als Gast war Zauberer Marko Ripperger gekommen. Er verzichtete auf einen Großteil seiner Gage und ging sehr gut auf das ungewohnt junge Publikum ein. Es rief jeweils im Chor „Hokus pokus fidibus“. Auch als der kleine Moritz ganz selbstverständlich hinter die Kulissen marschierte, ließ Ripperger sich nicht aus der Ruhe bringen. Dafür sorgte er für große Kinderaugen, als in einem Malbuch zuerst nur die Konturen zu sehen waren, dann fertig ausgemalte Bilder, schließlich aber nur noch weiße Seiten.

Danach verlagerte sich das Geschehen auf die Tanzfläche. Schon um 18 Uhr wurde laut singend angekündigt: „Wir feiern die ganze Nacht!“ Wenn die Beine nicht mitmachten, konnten immer noch der Oberkörper und die Arme tanzen. Im Vorbeigehen sagte Antonie Platz: „Es ist so schön zu sehen, dass alle Spaß haben.“

„Top 10“ lud behinderte und nicht behinderte Jugendliche zum Feiern ein
„Wir feiern die ganze Nacht“ kann man auch schon um 18 Uhr singen. In der Diskothek „Top10“ tanzten und vergnügten sich am Sonntag unter dem Motto„Come together – dance together“ bis zu 70 Kinder und Jugendliche.Bild: Franke

Der Behindertenbeauftragte der Landesregierung, Gerd Weimer, war begeistert von der Veranstaltung. Sie sei ein gutes Beispiel, wie man Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft aufnehmen könne. Er will sich für die Aufnahme der Diskothek in die Inklusionslandkarte der Bundesrepublik einsetzen. Das „Top 10“ hat im vergangenen Jahr in seine Barrierefreiheit investiert. Die Räume sind nun mit Aufzügen und Rampen erreichbar. Chef Dirk Bamberger freute sich, dass zunehmend Gruppen von Menschen mit Behinderung den regulären Betrieb besuchen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

23.10.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball