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Tränen zum Abschied
Der Abschied fällt schwer: Barack Obama bei seiner letzten Rede. Foto: dpa
USA

Tränen zum Abschied

Präsident Barack Obama erinnert an sein politisches Vermächtnis und mahnt gesellschaftliche Einheit an.

12.01.2017
  • PETER DE THIER

Washington. Washington. Mit einer emotionalen, nachdenklichen und zugleich mahnenden Rede hat sich US-Präsident Barack Obama von der politischen Bühne verabschiedet. Fast 50 Minuten lang sprach der scheidende Präsident über die Errungenschaften der vergangenen acht Jahre und warnte mit unmissverständlichen Anspielungen auf seinen Nachfolger Donald Trump vor dem drohenden Ende der Demokratie.

Begrüßt wurde Obama im Konferenzzentrum McCormick Place seiner Wahlheimat Chicago mit stehenden Ovationen. Auf die Weigerung des jubelnden Publikums, seinen Aufforderungen zu folgen und den Applaus endlich einzustellen, reagierte er mit Humor: „Daran merkt man, dass ich eine lahme Ente bin, wenn nämlich niemand meinen Anweisungen mehr folgt.“ Gelächter und tosender Beifall, ehe der Präsident einen Schlussstrich unter seine zwei Amtsperioden im Oval Office des Weißen Hauses ziehen konnte.

„Weitere vier Jahre“

Mit Genugtuung blickte Obama auf sein Vermächtnis zurück. Ob es um die Überwindung der Finanzkrise und Weltrezession, die Rettung der US-Autoindustrie, die Normalisierung der Beziehungen mit Kuba, die Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden, das Nuklearabkommen mit dem Iran oder die Legalisierung von Ehen zwischen Gleichgeschlechtlichen geht: „Wenn ich all das am Anfang versprochen hätte, dann hättet Ihr gemeint, der hat die Latte deutlich zu hoch gelegt.“ Sprechchöre, die „weitere vier Jahre“ forderten, quittierte er mit einem Lächeln und dem Hinweis: „Das darf ich nicht.“

Dabei hatte man das Gefühl, Obama täte nichts lieber. Deutlich auf Trump anspielend meinte er, Fortschritte in einer Demokratie bedeuteten häufig, „dass man zwei Schritte vorangeht und dann wieder einen zurück“. Die Polarisierung der Gesellschaft – nicht zuletzt durch den erbitterten Wahlkampf des vergangenen Jahres – könne nur durch Überparteilichkeit und eine neue „soziale Übereinkunft“ überwunden werden. Diese setze voraus, dass wissenschaftliche Fakten, insbesondere die Realität des Klimawandels, von allen akzeptiert werden. Mit Tränen in den Augen huldigte er seiner Ehefrau Michelle und schloss mit den Worten: „Yes, we can, yes, we did.“ 20 000 Menschen in der Halle stampften mit den Füßen und jubelten, vielen liefen Tränen übers Gesicht. Peter De Thier

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12.01.2017, 06:00 Uhr

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