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Tragischer Unfall im Nebel
Eines der Autowracks nach dem Unfall auf der Autobahn im Unterallgäu. Im Nebel krachten mehrere Fahrzeuge ineinander. Foto: dpa
A 7

Tragischer Unfall im Nebel

In der Silvesternacht krachen bei Bad Grönenbach Autos und Sattelzüge ineinander. Sechs Menschen kommen ums Leben, zehn werden verletzt. Die Retter finden ein Horrorszenario vor.

02.01.2017
  • LSW

Bad Grönenbach. Den Helfern bietet sich ein Anblick des Grauens: Drei Sattelzüge und acht Autos sind kurz nach dem Jahreswechsel im dichten Nebel auf der Autobahn 7 im bayerischen Kreis Unterallgäu ineinander gekracht. Die Front eines grünen Kleinwagens ist völlig eingedrückt, auch von anderen Fahrzeugen ist nicht mehr viel übrig. Zehn Menschen, einige schwer verletzt, werden geborgen und versorgt. Für sechs kommt jede Hilfe zu spät.

„Von Routine kann in so einem Fall keine Rede mehr sein“, sagt einer der Einsatzleiter von der Leitstelle Donau-Iller des Bayerischen Roten Kreuzes, Thomas Pfaus. Der Nebel sei so dicht gewesen, das habe er noch nie erlebt: „Wirklich nur wenige Meter Sicht.“

Kurz vor ein Uhr in der Nacht sind nach ersten Ermittlungen drei Lkw und vier Autos auf Höhe Bad Grönenbach zusammengestoßen, wie Polizeisprecher Jürgen Krautwald sagt. Dann krachen ein 22-Jähriger mit vier Mitfahrerinnen im Alter von 15 bis 19 Jahren und ein 23-Jähriger mit ihren Autos in die Unfallstelle. Keiner in den beiden Autos überlebt. Die Verunglückten stammen nach Polizeiangaben aus dem Kreis Unterallgäu, dem südlichen Kreis Neu-Ulm und aus Memmingen.

In der Nacht war die Lage so unübersichtlich, dass die Polizei lange Zeit keine genauen Angaben zur Zahl der Toten und Verletzten machen konnte. „Wir sind anfangs von 30 Betroffenen ausgegangen“, sagt Pfaus. Entsprechend umfassend seien die Helfer alarmiert worden. 80 Prozent von ihnen arbeiteten ehrenamtlich, mussten Silvesterfeiern verlassen.

Hinzu kommt, dass der Unfallort in einem sehr ländlichen Gebiet liegt. Das heißt: lange Anfahrtswege für die Rettungskräfte, wie Pfaus deutlich macht. Und auch in die Krankenhäuser ist es eine Fahrt von 30 bis 40 Kilometern. Weit mehr als 30 Fahrzeuge sind ihm zufolge letztlich im Einsatz, rund 100 Einsatzkräfte – einige kommen nach und bringen Getränke an die Unfallstelle, die von Wrackteilen übersät ist. Selbst ein Tierarzt war vor Ort, er musste sich um einen Hund kümmern.

Der genaue Hergang und die Unfallursachen müssten noch geklärt werden, sagt Polizeisprecher Jürgen Krautwald. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Bis zum Sonntagmorgen blieb die A 7 in Fahrtrichtung Ulm gesperrt.

„An der Unfallstelle gilt die Richtgeschwindigkeit 130“, sagt Krautwald. Ob das Tempo oder auch Alkohol eine Rolle spielten, kann er noch nicht sagen. Vielleicht haben die Autofahrer die Lastwagen vor sich aber auch einfach viel zu spät gesehen. „Es sieht so aus, als seien sie mit voller Geschwindigkeit aufgefahren“, sagt Pfaus.

Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) spricht von einem tragischen Unfall: „Leider machen schon die ersten Stunden des neuen Jahres deutlich, dass auch 2017 die Sicherheit im Straßenverkehr ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit sein muss und wird.“ Doch auch die Helfer brauchen Hilfe, um die schrecklichen Eindrücke zu verarbeiten. Da tausche man sich untereinander aus, sagt BRK-Einsatzleiter Pfaus. Aber auch professionelle Seelsorger seien im Einsatz. „Da muss man drüber reden, wenn man weiterarbeiten will.“ dpa

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02.01.2017, 06:00 Uhr

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