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Das Mittwochs-Interview:

Trainer Jürgen Bartosch über die Situation bei der SG Dornstetten/Alpirsbach

Die Frauen-Mannschaft der SG Dornstetten/Alpirsbach hat in der Handball-Südbadenliga einen Fehlstart hingelegt – 2:6 Punkte. Die SÜDWEST PRESSE sprach mit Neu-Trainer Jürgen Bartosch über die Gründe des Absturzes des amtierenden Vizemeisters. Er sieht vor allem konditionelle Defizite im Team.

04.11.2015
  • Interview: Sascha Eggebrecht

SÜDWEST PRESSE: Herr Bartosch, haben Sie Ihrem Trainer-Kollegen Jürgen Kloutschek nach Ihrer 22:24-Niederlage gratuliert?

Jürgen Bartosch: Natürlich, wir verstehen uns sehr gut. Warum sollte ich ihm nicht gratulieren?

Weil Ihr Trainervorgänger vor dem Spiel gegen Muggensturm/Kuppenheim gesagt hatte, er sei verwundert, in welchem schlechten Zustand seine Ex-Spielerinnen gerade sind.

Das ist richtig. Aber mit seiner Aussage habe ich gar kein Problem. Es ist doch nichts Schlimmes, wenn zwei Trainer eine unterschiedliche Auffassung haben. Wäre es andersrum gewesen, hätte ich auch meine Meinung gesagt.

Wie Recht hat er aber mit seiner Aussage?

Er hat sicher nicht Unrecht. Denn meine Spielerinnen und ich haben unterschiedliche Auffassungen, wie die Fitness aufrechterhalten werden kann.

Wie sieht Ihre aus?

Die Spielerinnen sollten sich nach der Vorbereitung mit weiteren Läufen zwischen den Trainingseinheiten fit halten, dies haben sie nicht gemacht. Durch die konditionellen Probleme der Spielerinnen musste ich jetzt das Training umstellen. Das ärgert mich. Es wird sicherlich ein paar Wochen dauern, bis die sie wieder topfit sind. Eigentlich sollte in den Einheiten keine Kondition gebolzt werden, sondern im technisch-taktischen Bereich gearbeitet werden.

Ist der schlechte konditionelle Zustand der Mannschaft auch der Grund für den eher schwachen Saisonstart mit 2:6 Punkten?

Absolut. Wir haben alle drei Spiele in den letzten zehn Minuten der Partie verloren. Da waren die körperlichen Mängel gegenüber den Gegnerinnen deutlich zu sehen gewesen. Wenn die Frauen fitter wären, würden sie hinten sicherer stehen und auch vorne würde mehr klappen.

Sie bezeichnen sich selbst als einen harten Hund. Haben Sie und das Team schon zueinandergefunden?

Natürlich. Wir haben in der vergangenen Woche auch über die jetzige Situation gesprochen. Nun sind wir einer Meinung, dass im Training wieder mehr gemacht werden muss. Das Training dauert nun auch länger. Und – ich kann die Spielerinnen ja auch etwas verstehen – es ist keine Studentenmannschaft. Viele Spielerinnen haben einen Job und Kinder. Da ist es klar, dass oft auch die Lust und Zeit für zusätzliche Läufe fehlen.

Sind Sie beunruhigt, dass erst ein Spiel in dieser Runde gewonnen werden konnte?

Ja, ich war beunruhigt. Aber nach dem Gespräch habe ich ein gutes Gefühl. Zumal wir auch unser Spielsystem nun umstellen. In der Vergangenheit haben wir uns zu sehr auf unsere Rückraum-Achse konzentriert. Nun sollen die Außenspielerinnen und vor allem die Kreisläuferin viel mehr ins Spiel eingebunden werden.

In der vergangenen Runde hat das Team um die Meisterschaft mitgespielt, nun hängt es im Tabellenkeller fest. Wie ist derzeit die Stimmung im Team?

Die Stimmung im Team ist nicht gedämpft. Wir wissen nun, was wir ändern müssen. Es wird ein steiniger Weg mit Rückschlägen werden. Aber ich bin optimistisch.

Demnach mussten Sie die Spielerinnen noch nicht psychologisch aufbauen?

Nein, überhaupt nicht. Die älteren Spielerinnen packen die jüngeren am Schopf. Das klappt sehr gut.

Sollte es weitere Niederlagen geben, würden Ihre Spielerinnen mit einem möglichen Abstiegskampf zurechtkommen?

Ich bin davon überzeugt, dass es nicht so weit kommen wird. Dafür haben wir eine zu gute Mannschaft, die auch reif genug ist.

Was stimmt Sie denn so optimistisch, dass nun eine Siegesserie gestartet wird?

Sollte es anders sein, dann werde ich mich mit der Mannschaft unterhalten und sie fragen, ob ich noch der richtige Trainer bin. Aber eines kann ich Ihnen versichern. Von alleine werde ich nicht gehen, wenn wir in der Scheiße sitzen. Da ist es meine Pflicht, den Karren aus dem Dreck zu ziehen und nicht wegzulaufen.

Vor der Runde haben Sie gesagt, Sie wollen mit dem Team besser abschneiden als in der vergangenen Saison. Halten Sie dieses Ziel noch für realisierbar?

Stimmt. Das habe ich vor der Runde gesagt. Es ist natürlich eine Illusion zu sagen, wir spielen noch um die Meisterschaft mit. Unser Ziel muss es sein, so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller zu kommen, das neue Spielsystem aufzubauen und aus den Fehlern zu lernen. In der Rückrunde wollen wir dann schon eine starke Leistung zeigen und in der kommenden Runde wollen wir dann, um die Meisterschaft wieder mitspielen.

Trainer Jürgen Bartosch über die Situation bei der SG Dornstetten/Alpirsbach

Jürgen Bartosch ist 51 Jahre alt und Polizeibeamter. Der Handball-Trainer hat bis zu seinem 35. Lebensjahr selbst aktiv Handball gespielt. Seine Stationen: HSG Langenau, SG Vöhringen/Bayern und HSG Weinstadt, wo er seine Karriere beendet hat. Danach stieg er in Trichtingen als Trainer ein. Anschließend war er in Oberndorf, Spaichingen und als Jugendkoordinator in Rottweil. Seit dieser Saison trainiert er die Frauen-Mannschaft der SG Dornstetten/Alpirsbach.

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04.11.2015, 12:00 Uhr

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