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„Allen zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr“

Trainings-Center zeigt Schulungen für die Feuerwehr

„Allen zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr!“ Darin waren sich die Festredner beim Festakt zum 150-jährigen Jubiläum der Weitinger Feuerwehr einig. Doch nicht immer schafft das die Feuerwehr allein. Auch andere Hilfsorganisation sind oft erforderlich und springen unterstützend ein.

09.06.2015
  • Hermann Nesch

Weitingen. Wie sich das in allen Facetten im Notfall abspielt, zeigten am Wochenende nicht nur die Hauptübungen der aktiven Gesamtwehr und der neuen gemeinsamen Jugendfeuerwehr (siehe Bericht oben), sondern auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Ergänzt wurde dies durch eine umfangreiche Ausstellung von Einsatzfahrzeugen und ihrer Ausstattungen der verschiedenen Hilfsorganisationen und -dienste. Dass dies in der Bevölkerung auf großes Interesse stößt, bewies die jeweils große Anzahl an Zuschauern.

Dazu gehörte auch eine Schauübung des „Rescue-Trainings-Centers“ Ofterdingen. Denn Feuerwehren werden bei schweren Unfällen immer mehr vor größere Probleme gestellt, eingeklemmte und verletzte Personen schnell und schonend aus dem Auto zu holen. Grund sind Sicherheitseinrichtungen, die zum Schutz der Insassen gedacht sind. Aber auch härtere Materialien in den Karosserien lassen die Rettung oft zu einem Wettlauf gegen die Zeit werden. Inhaber André Weiss schult Feuerwehren mit dem Ziel, verschiedene neue und verbesserte Rettungswerkzeuge und Rettungstechniken kennenzulernen, um sie bei aktuellen Fahrzeugen zielsicher anwenden zu können. Demonstriert wurde dies an einem auf dem Dach liegenden Unfallfahrzeug.

Mitglieder der Eutinger Feuerwehr stellten sich für die Schulung zur Verfügung. Sie sind ja auch mit die ersten, die an Unfallstellen solche Einsätze vornehmen müssen, um eingeklemmte oder verletzte Personen aus Wracks retten und versorgen zu können. Die einzelnen Schritte wurden gezeigt, sorgsam abgearbeitet und anschaulich kommentiert. So wurde das kopfstehende Fahrzeug zunächst unterlegt und abgestützt, damit beim Aufbrechen der Heckklappe und der Seitentüren mit dem Spreizer oder Schere keine Erschütterungen entstehen, die die verletzten oder eingeklemmten Insassen weiter gefährden könnten.

Auch das sorgsame Entfernen der Scheiben wurde gezeigt. Oberstes Gebot ist es laut Weiss, ruhig und sachlich zu bleiben, keine Hektik aufkommen zu lassen, um dadurch Fehler zu vermeiden. Sehr lebensnah wurde der Vorgang praktiziert, auch mit dem Mikrofon absichtlich und deutlich hörbar veranschaulicht, welche Geräusche betroffene Unfallopfer – so sie bei Bewusstsein sind – zusätzlich zu den wohl als „Ewigkeit“ empfundenen Minuten bis zur Rettung ertragen müssen.

Zuvor wurde von Pfarrer Beda Hammer das neue Einsatzfahrzeug des DRK-Ortsvereins Eutingen geweiht. Bürgermeister Armin Jöchle als Vorsitzender beschrieb ausführlich die Notwendigkeit der Anschaffung sowie die notwendige enge Zusammenarbeit von DRK und Feuerwehr, um den betroffenen Mitmenschen helfen zu können.

Der DRK-Ortsverein habe für das neue Fahrzeug mit dem Innenausbau und der Ausstattung 59 000 Euro ausgegeben – für den kleinen Verein eine enorme Summe. Die Finanzierung wurde letztlich durch einen Zuschuss in Höhe von 20 000 Euro sowie durch Privat- und Firmenspenden in Höhe von 15 000 Euro ermöglicht. Dies zeige, dass die Arbeit des DRK in der Bevölkerung geschätzt und anerkannt werde. Jedoch gestalte sich die Nachwuchsgewinnung beim DRK etwas schwieriger als bei den Feuerwehren.

Zur anschließenden Weihe trug Kathrin Platz als passendes Evangelium das Gleichnis vom barmherzigen Samariter vor. Dessen Handeln sollten sich, so Pfarrer Beda Hammer, alle zum Vorbild nehmen. Die Segnung selbst gelte allen, die Hilfe leisten und denen Hilfe geleistet werde. Sie befreie die Helfer aber nicht, selbst Vorsicht walten zu lassen. Abschließend überreichte BArmin Jöchle dem verdienten Weitinger DRK-Mitglied Eduard Straub für seine 50-jährige aktive Tätigkeit die Ehrennadel des DRK-Landverbandes, die zur Hauptversammlung nicht rechtzeitig eingetroffen war (die SÜDWEST PRESSE berichtete).

Trainings-Center zeigt Schulungen für die Feuerwehr
Am Sonntag wurde in Weitingen nicht nur das neue DRK-Fahrzeug geweiht, sondern auch geehrt. Das Bild zeigt (von rechts) Bürgermeister und DRK-Vorsitzender Armin Jöchle, Bereitschaftsführer Stefan Platz, seine Schwester Kathrin Platz, Pfarrer Beda Hammer und Eduard Straub, der für seine 50-jährige aktive DRK-Tätigkeit mit an vorderster Front auf Gemeindeebene, mit der Ehrennadel des DRK-Landesverbandes ausgezeichnet wurde.

Trainings-Center zeigt Schulungen für die Feuerwehr
Eine eindrucksvolle Schulung der Feuerwehr bekamen die zahlreichen Zuschauer vom Trainings-Center Weiss aus Ofterdingen an einen Unfallfahrzeug gezeigt.Bilder: hn

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09.06.2015, 12:00 Uhr

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