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Trainingsweltmeister
mit neuer Strategie
Sondertraining vor Weihnachten: Severin Freund wollte seiner Sprungform vor der Vierschanzentournee noch einmal den letzten Schliff geben. Ob es geklappt hat, wird er spätestens am Freitag sehen. Foto: dpa
65. Vierschanzentournee

Trainingsweltmeister mit neuer Strategie

Die DSV-Adler gehören diesmal nicht zum engsten Favoritenkreis. Den Rückstand wollten sie mit Sonder-Einheiten aufholen.

29.12.2016
  • VON MANUELA HARANT

Oberstdorf. Keine großen Sprünge hat Severin Freund nach eigener Aussage über Weihnachten gemacht. Die hebt er sich wohl für die 65. Auflage der Vierschanzentournee auf, die morgen in Oberstdorf (16.45 Uhr/ZDF und Eurosport) ihren ersten Sieger sieht. Über die Feiertage war Relaxen in München mit Frau und Familie angesagt. „Zum ersten Mal in meiner Karriere hatte ich zwischen dem letzten Weltcup-Springen und dem Tournee-Beginn richtig Zeit, Weihnachten zu feiern“, sagt der 29-Jährige, der als Oberstdorf-Sieger der vergangenen Saison trotz eines bislang wechselhaften Skisprung-Winters zumindest zum erweiterten Favoritenkreis zählt.

Zweimal zusätzlich gesprungen

Elf Tage dauerte diesmal die wettkampffreie Zeit zwischen Engelberg und dem Tournee-Beginn heute mit der Qualifikation von Oberstdorf (16.45/ZDF und Eurosport). „Elf Tage Sprungpause sind viel. Da kann sich einiges verändern“, weiß Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster. „Für die, die einen Lauf haben, kann es schlecht sein und denen, die noch ein paar Baustellen haben, kann es durchaus helfen.“

Deshalb ließen die Deutschen die Weihnachtszeit nicht ganz tatenlos verstreichen, sondern gingen vor Heiligabend auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf und der Großteil der Mannschaft vorgestern auf der Großen Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen trainieren. „Wir wollten nicht direkt aus dem Liegestuhl in die Masse springen“, erklärte Schuster den Grund für das „Geheimtraining“ in Garmisch am Dienstag. Im Vorjahr hatten sich die Deutschen vor dem Tournee-Start noch absolute Ruhe verordnet. Schuster: „Es waren zwar nur ein paar Sprünge, die wir zusätzlich gemacht haben, aber ich bin gespannt, wie meine Athleten auf diese Doppelstrategie ansprechen.“ Trainingsweltmeister sind die Deutschen damit auf jeden Fall schon einmal.

Und vielleicht helfen die Zusatzschichten dem deutschen Team ja tatsächlich, mit dem Heimvorteil vor 25 000 Zuschauern an der ausverkauften Schattenbergschanze den entscheidenden Schritt aus dem Schatten der Topfavoriten zu machen. Denn zu denen gehören Severin Freund und Co. diesmal definitiv nicht.

Freund hat zwar mit seinem Sieg im ersten Saisonwettkampf in Kuusamo einen glanzvollen Einstand gefeiert, musste aber dann doch noch den Defiziten aus der mehrmonatigen Verletzungspause im Sommer Tribut zollen. Markus Eisenbichler überraschte zwar mit vielen Top-Ten-Plätzen und zeigte mit seinem ersten Weltcup-Podest zuletzt ansteigende Form. Doch ausgerechnet bei einem Tournee-Springen ganz vorne zu landen, trauen viele dem Siegsdorfer, dessen beste Gesamtplatzierung bei der Tournee Rang 50 war, noch nicht zu. Bleiben noch mögliche Überraschungen des Oberstdorfers Karl Geiger, der diesen Winter schon zweimal in den Top Ten war, und von Richard Freitag, der immer mal für einen Einzelsieg gut ist. Andreas Wellinger, Stephan Leyhe sowie sechs Athleten der nationalen Gruppe, darunter der Hinterzartener Andreas Wank, ergänzen das Tournee-Team.

Prognosen immer schwierig

Alle Rechnerei ist aber häufig schnell wieder hinfällig, weil die ohnehin komplexe Sportart Skispringen durch den K.o.-Modus und die enge Aufeinanderfolge der vier Springen das Feld der Topleute noch einmal durcheinanderwirbelt. Oder wie es der Österreicher Stefan Kraft, selbst Tourneesieger von 2014/2015, passend ausdrückte: „Die Topfavoriten gewinnen eh nie – bis auf letztes Jahr.“ Da hatte es sich bewahrheitet, dass sich Severin Freund und Peter Prevc ein enges Duell liefern und der spätere Gesamtweltcup-Gewinner aus Slowenien schließlich die begehrte Trophäe gewann.

Diesmal bezeichnet sich Severin Freund als „Wundertüte“. Angesichts der Historie der Vierschanzentournee vielleicht gar kein schlechtes Omen.

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29.12.2016, 06:00 Uhr

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