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CO2-neutral auf dem Firmen-Areal

Transtec unterstützt ein Klimaprojekt in Kenia

Als erster IT-Hersteller in Europa wurde die Firma Transtec jetzt als „klimaneutrales Unternehmen“ zertifiziert. Die Non-Profit-Organisation Myclimate hat CO2-Ausstoß sowie Energiespar-Potenziale am Tübinger Firmensitz unter die Lupe genommen.

12.09.2012
  • Volker Rekittke

Tübingen. „Klimaneutraler IT-Hersteller“ – man könnte meinen, dass bei Transtec in Tübingen nun kein einziges Gramm CO2 mehr in die Atmosphäre geblasen würde. Dabei ist die Firma gerade erst „die ersten Schritte gegangen“, wie Vorstandsvorsitzender Hans-Jürgen Bahde einräumt. Dazu gehört: eine klare Analyse der Situation – also eine Klimabilanz des Unternehmens. Rund 2000 Tonnen CO2 werden jährlich am Tübinger Firmensitz emittiert – hier arbeiten 150 von europaweit 180 Beschäftigten. Jahr für Jahr zahlt Transtec für Strom und Gas rund 150.000 Euro.

Doch das Spar-Argument zusammen mit dem Schutz der Umwelt waren nicht die einzigen Auslöser für das Klima-Engagement von Transtec, so Bahde: „Immer mehr Kunden fragen uns: Seid ihr ein klimaneutraler Hersteller?“ Klimaschutz wird damit zunehmend zu einem Verkaufsargument – genauso wie die Entwicklung Strom-sparender Rechner.

Und so soll jetzt bei Transtec der Umstieg auf Ökostrom und der Wechsel der Mitarbeiter vom Auto auf Rad und Bus angegangen werden. Die weltweiten Lieferanten von Rechnerteilen wie Festplatten oder Prozessoren werden genau angeschaut, um die Lieferkette klimafreundlicher zu gestalten. Auch Kleinvieh macht Mist, etwa das papierlose Büro, Energiesparleuchten oder der verstärkte Einsatz von Videokonferenzen – damit konnten die Geschäftsreisen bereits um fast die Hälfte reduziert werden, so Bahde. Der Reiseverkehr machte bislang sechs Prozent der CO2-Emissionen aus. Wenn Kunden wollen, können sie schon heute einen klimaneutral hergestellten Rechner aus Tübingen kaufen – gegen einen Preisaufschlag von einem halben Prozent. Insgesamt will die Firma den CO2-Ausstoß in den kommenden drei Jahren um 20 Prozent senken.

Weil auch dieses Etappenziel noch weit von einer vollständig klimaneutralen Produktion und Verwaltung entfernt ist, unterstützt Transtec ab sofort ein Myclimate-Projekt in Kenia. Die gemeinnützige GmbH Myclimate mit Sitz in Reutlingen geht ursprünglich auf eine Initiative in der Schweiz zurück. Auf der Internetseite http://de.myclimate.org gibt es einen CO2-Rechner, mit dessen Hilfe Unternehmen wie auch Privatpersonen ihre Klimabilanz individuell berechnen können – in der Firma, im Haushalt, beim Flug in den Urlaub. Zur Kompensation der in der Fertigung oder bei einem Langstreckenflug ausgestoßenen Gase können Klimaschutzprojekte unterstützt werden – etwa Biogasanlagen in Papua Neuguinea oder Solarkraftwerke in der Dominikanischen Republik. Diese Projekte müssen nicht nur ökologisch, sondern auch gesellschaftlich und wirtschaftlich nachhaltig sein.

Mehrere solcher Beispiele legte Bahde der Transtec-Belegschaft zur Abstimmung vor – das Myclimate-Projekt in Kenia bekam den größten Zuspruch. Einheimische Handwerker bauen mit vor Ort erhältlichen Materialien schlichte, aber doch deutlich effizientere Kocher, als sie in ländlichen Gegenden üblich sind. Denn gekocht wird meist auf offenen Feuerstellen. Weil dazu viel Holz gebraucht wird, sind die Wälder in manchen Gegenden schon weitgehend gerodet.

Blockheizkraftwerk und Fahrradständer

Gestern nun überreichte Anna Brochtrup von Myclimate Deutschland Hans-Jürgen Bahde die Zertifizierungs-Urkunde. Zu der Übergabe an der Waldhörnlestraße war auch Boris Palmer gekommen. Angesichts weiter steigender Strompreise und der bis 2022 angestrebten Energiewende präsentierte der Tübinger Oberbürgermeister einige Energiespar-Beispiele: Firmeneigene Blockheizkraftwerke produzieren nicht nur Strom, sondern auch Wärme – und über einen Absorberkühler sogar Kühlenergie für die Klimaanlage. Durch die Umrüstung der Straßenlaternen spart die Stadt jährlich 600.000 Euro Stromkosten. Und moderne drehzahlgesteuerte Heizungspumpen können im Keller von Wohn- und Rathaus kleine Energierevolutionen auslösen.

Zu guter Letzt gab’s vom OB, der zur Transtec geradelt war, einen augenzwinkernden Rüffel für Firmen-Chef Bahde: Radständer und Überdachung beim kleinen, abgelegenen Rad-Parkplatz wären hilfreich, so Palmer, und auch betriebliche „Duschen sind super“.

Transtec unterstützt ein Klimaprojekt in Kenia
Bei dem von der Tübinger IT-Firma Transtec unterstützten Klimaprojekt in Kenia geht es ums Kochen: Vor Ort ausgebildete Handwerker bauen mit Ziegeln, Lehm, Wasser und Sägemehl einfache, aber effiziente Kocher, die nur etwa halb so viel Holz brauchen wie die in ländlichen Gemeinden sonst üblichen, offenen Feuerstellen.

Transtec unterstützt ein Klimaprojekt in Kenia
Anna Brochtrup von Myclimate Deutschland überreicht die Klima-Zertifizierung ihrer Organisation an Transtec-Chef Hans-Jürgen Bahde.

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12.09.2012, 12:00 Uhr

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