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Mehr als 100 Tote und 300 Verletzte bei Katastrophe in Südindien

Trauer nach Tempelbrand

Der Brand in einem Hindu-Tempel im indischen Bundesstaat Kerala hat mindestens 106 Menschen das Leben gekostet; hunderte wurden verletzt. Ursache war die Explosion von Feuerwerkskörpern.

11.04.2016
  • AFP

Paravu. Ein Feuerwerk in einem indischen Tempel zum hinduistischen Neujahr endete in einer Tragödie: Nach ersten Erkenntnissen löste das illegale Feuerwerk in der Nacht zum Sonntag einen Großbrand in dem Komplex aus, bei dem über 100 Menschen getötet und knapp 300 weitere verletzt wurden. Viele erlitten schlimme Brandwunden. Zu dem Spektakel hatten sich tausende Familien in dem Puttingdal-Devi-Tempel der Küstenstadt Paravu versammelt.

"Wir haben die bestätigte Zahl von 106 Toten, zudem wurden 280 Verletzte in die verschiedenen Krankenhäuser eingeliefert", sagte der Regierungschef des südindischen Bundesstaats Kerala, Oommen Chandy. "Nun geht es in erster Linie darum, die Verletzten so gut es geht zu versorgen."

Die Marine und die Luftwaffe schickten Hubschrauber, um Schwerverletzte in Krankenhäuser zu bringen. Bis zum Morgen kämpften Feuerwehrleute gegen die Flammen, die mehrere Gebäude auf dem Tempelgelände zum Einsturz brachten. Anwohner und Polizisten halfen, unter den Trümmern begrabene Opfer zu bergen. Viele Tote waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, andere wurden von den herabfallenden Trümmern verstümmelt.

Das Feuer war gegen 3 Uhr nachts ausgebrochen. Auf Fernsehaufnahmen sind mehrere heftige Explosionen zu hören, während sich dicke Rauchwolken über dem Gelände ausbreiten. Die Wucht der Detonationen ließ noch in hundert Metern Entfernung die Fensterscheiben zersplittern.

Auslöser des Unglücks war nach Angaben eines örtlichen Abgeordneten vermutlich eine Feuerwerksrakete, die während eines Wettbewerbs zweier Gruppen auf das Dach eines Gebäudes am Rande des Geländes fiel, in der das verbliebene Feuerwerk lagerte. Die Zahl der Toten könnte noch steigen, da viele Verletzte schwerste Verbrennungen erlitten haben. "Es wird auch viele Amputationen geben", sagte der Chefmediziner D. Mohandas der Universitätsklinik in Keralas Hauptstadt Thiruvananthapuram.

Keralas Regierungschef Chandy zufolge hatten die Tempelmitarbeiter das Feuerwerk abgehalten, obwohl ihnen von den örtlichen Behörden eine Genehmigung aus Sorge um die Sicherheit verweigert worden war. Anwohner berichteten, sie hätten sich schon früher bei den Behörden über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen bei Feuerwerken beklagt. Die Polizei leitete ein Strafverfahren gegen die Tempelverwaltung ein.

Ministerpräsident Narendra Modi kündigte seinen Besuch am Ort der Tragödie an. Er versprach, die Angehörigen der Toten mit 200 000 Rupien (2600 Euro) zu unterstützen, die Verletzten sollten 50 000 Rupien erhalten. "Meine Gedanken sind bei den Familien der Toten und ich bete für die Verletzten", schrieb er auf Twitter.

In Indien kommt es in Tempeln und auf religiösen Festivals immer wieder zu tödlichen Bränden und Massenpaniken. Grund sind oft mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen.

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11.04.2016, 06:00 Uhr

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