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Musik-Legende

Trauer um George Michael

Er wurde nur 53 Jahre alt, hat aber eine ganze Generation geprägt und galt als innovativer Künstler und Stil-Ikone.

27.12.2016
  • DPA

London. Die Pop-Welt ist entsetzt. Völlig überraschend und ausgerechnet zu Weihnachten, starb George Michael – Sänger des Klassikers „Last Christmas“. Er wurde nur 53 Jahre alt. Stars würdigten den Briten, der mit der Band Wham! („Careless Whisper“, „Wake Me Up Before You Go-Go“) berühmt wurde und später auch als Solokünstler Erfolge feierte, als brillanten Musiker. Er galt mit seinem modischen Mut und innovativen Videoclips als Stil-Ikone. Zu seinen größten Hits zählen „Freedom“, „Faith“ oder „Jesus To A Child“. Über 100 Millionen Alben hat er in seiner fast 40-jährigen Karriere verkauft.

„Mit großer Trauer bestätigen wir, dass unser geliebter Sohn, Bruder und Freund George während der Weihnachtstage zu Hause friedlich entschlafen ist“, teilte Michaels Sprecher mit. Die Polizei wurde am Sonntag in ein Anwesen in Goring-on-Thames bei London gerufen. Sie sah keine Hinweise auf Fremdverschulden. Medien zufolge soll Michaels Manager Michael Lippman von Herzversagen gesprochen haben. Die Leiche wird obduziert.

Musikerkollegen äußerten sich in sozialen Netzwerken tief bestürzt. Elton John schrieb auf Instagram: „Ich habe einen geliebten Freund verloren – den nettesten, großzügigsten und einen brillanten Künstler.“ George Michael und John hatten Anfang der 90er mit einer Live-Version des von Elton John komponierten Songs „Don‘t Let The Sun Go Down On Me“ einen gemeinsamen Hit.

Die US-Sängerin Madonna postete: „Lebewohl mein Freund. Wieder ist ein großer Künstler von uns gegangen. Kann sich das Jahr 2016 jetzt nicht verpissen?“ Sie spielte damit auf den Tod weiterer Musiker in diesem Jahr an wie Prince und David Bowie.

George Michael war der Sohn einer Britin und eines griechisch-zypriotischen Vaters; sein richtiger Name lautete Georgios Kyriakos Panagiotou. Seine Karriere startete er mit Schulfreund Andrew Ridgeley. Sie gründeten das Duo Wham!, das 1985 als erste West-Band in China auftrat. Ridgeley twitterte gestern: „Untröstlich über den Verlust meines geliebten Freundes Yog.“

In den 90ern erlebte Michael Schicksalsschläge – vor allem der Tod seiner Mutter und der Tod eines Lebensgefährten stürzten ihn in tiefe Krisen. Er wurde depressiv, nahm Drogen. Er haderte auch lange damit, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen. Nach einer Festnahme in den USA kam es jedoch 1998 endgültig zum Outing. Michael war damals in einer öffentlichen Toilette in einem Park in Beverly Hills festgenommen worden. Zivilfahnder ertappten ihn dort bei einem – wörtlich – „unanständigen Akt“, wie es damals hieß. Der Will Rogers Memorial Park galt als Treff für Homosexuelle.

Danach wurde George Michael offensiver und auch politischer. Im Videoclip zum Lied „Shoot the Dog“ (2002) zeigte er etwa einen animierten Premierminister Tony Blair als Schoßhündchen des US-Präsidenten George W. Bush.

Der Tod George Michaels entsetzte Fans und vor allem Menschen, die in den 80er und 90er Jahren Jugendliche waren, viele äußerten sich bestürzt in sozialen Netzwerken. Der Komiker Oliver Kalkofe fasste zusammen: „Nur 53 Jahre war er bei uns. . . aber er hat die 80er Jahre Popmusik und das moderne Weihnachtsfest geprägt wie kaum ein anderer. Das heimtückische 2016 hat anscheinend immer noch nicht genug Legenden eingesammelt... aber es reicht jetzt wirklich. Schon lange.“ Silvia Kusidlo, dpa

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27.12.2016, 06:00 Uhr

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