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Trauer und Freude nach Castros Tod
Fidel Castro bei einer seiner letzten öffentlichen Reden. Foto: dpa
Kuba

Trauer und Freude nach Castros Tod

Der Comandante hinterlässt Unsicherheit. Derweil sprechen Politiker auch Schattenseiten des Ex-Präsidenten an.

28.11.2016
  • DPA

Kuba. Stille Trauer in Havanna – ausgelassene Freude in Miami: Anhänger und Gegner des früheren kubanischen Präsidenten Fidel Castro haben auf die Nachricht vom Tod des legendären Revolutionsführers unterschiedlich reagiert. Castro, der die Karibikinsel 47 Jahre lang regierte, war am Freitagabend im Alter von 90 Jahren gestorben.

US-Präsident Barack Obama versicherte den Kubanern, „dass sie in den Vereinigten Staaten einen Freund und Partner haben“. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon lobte Castros Verdienst um Fortschritte in den Bereichen Bildung, Alphabetisierung und Gesundheit. Selbst Papst Franziskus kondolierte. Auch aus Russland, dem Iran und zahlreichen Staaten Lateinamerikas kamen Beileidsbekundungen.

Der künftige US-Präsident Donald Trump hingegen nannte Castro einen „brutalen Diktator“. Er hoffe, „dass das wunderbare kubanische Volk endlich in der Freiheit leben kann, die es so sehr verdient“.

Castro trotzte während seiner Regierungszeit zehn US-Präsidenten und überlebte mehrere Attentatsversuche. Wegen einer Krebserkrankung zog er sich 2006 aus der Politik zurück.

Mitte der 50er Jahre hatte Castro zunächst mit einer kleinen Rebellenarmee den mächtigen Diktator Fulgencio Batista herausgefordert. Nach dem Sieg der Revolution trieb er zahlreiche Reformen voran. Bildungs- und Gesundheitswesen in Kuba galten im Vergleich mit anderen Ländern Lateinamerikas als beispielhaft. Allerdings war Castro auch ein Diktator, der Oppositionelle unterdrücken und hinrichten ließ. Politische Gegner galten ihm als „Volksverräter“. Meinungsfreiheit und Pluralismus gibt es auf der Karibikinsel bis heute nicht.

Mit einer Landreform und der Verstaatlichung von Unternehmen machte sich Castro die USA zum Feind, die die Insel mit einem weitreichenden Handelsembargo belegten. Hilfe fand Kuba bei der Sowjetunion. Der Zusammenbruch des Ostblocks stürzte Kuba nach 1990 in eine schwere Wirtschaftskrise.

In Kuba laufen bereits Vorbereitungen für die Trauerfeierlichkeiten. Die Leiche des „Máximo Líder“ soll auf Wunsch von Fidel Castro verbrannt werden. Der kubanische Staatsrat ordnete eine neuntägige Staatstrauer an. Nächsten Sonntag soll Castro dort auf dem Friedhof Santa Ifigenia beigesetzt werden. dpa

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28.11.2016, 06:00 Uhr

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