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Was wird aus den Ernst Maria Fischers Fresken?

Treppenhaus-Panorama ist am Sonntag zu besichtigen

Wer den virtuellen Rundlauf bevorzugt, dem entfaltet sich hier der privatmythologische Kosmos in jener vorm Abriss stehenden Professorenvilla im Schönblick via 360-Grad-Panorama bis in den letzten Treppenhaus-Winkel aufs Schönste.

12.06.2015
  • Wilhelm Triebold

Tübingen. Fotograf Uli Metz holt das Auftragswerk, das der Maler Ernst Maria Fischer dem NS-affinen Erziehungswissenschaftler Oswald Kroh in die gute Tübinger Stube pinselte, bequem ins eigene Wohnzimmer (am besten auf "Fullscreen" klicken).

Doch wie es oft so ist mit der Kunst – am besten schaut man sich immer das Original vor Ort an (wenn es nicht entrückt ist wie die Kuppel der Sixtinischen Kapelle). Die Gelegenheit dazu ergibt sich am Sonntag (14. Juni), wenn die mit dem Fresko-Fall betraute Restauratorin Julia Feldtkeller von elf bis 16 Uhr zu dem ungewöhnlichen Wandschmuck führt. Denn dann ist in der Villa im Schönblick 2 (an der Ecke zur Waldhäuser Straße) eine Art Tag der offenen Tür.

Feldtkeller spricht sich im übrigen deutlich dafür aus, das – vielleicht nicht maltechnisch vollkommene, aber übers pädagogische Programm und über die Bildinhalte hochinteressante – Freskenpanorama nicht einfach dem Abrissbagger beziehungsweise dem Bauschutt zu überantworten, sondern es woanders zu konservieren. Es sei möglich, das bislang noch nicht gedeutete Kunstwerk behutsam abzutragen und umzusiedeln, betont sie.

Jetzt ist die denkmalschützend-konservatorische Einschätzung nötig: Erinnert sei an die tonnenschwere „Ochsenmauer“ des Künstlers Emil Jo Homolka ganz in der Nähe an der ehemaligen Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere auf der Oberen Viehweise. Da befand das Referat Denkmalpflege im Regierungspräsidium, es handle sich um ein Kulturdenkmal, das „aus künstlerischen und heimatgeschichtlichen Gründen“ zu bewahren sei. „An seiner Erhaltung besteht wegen seines dokumentarischen und künstlerischen Wertes ein öffentliches Interesse.“

Investor und Immobilienmakler Ulrich Polzer hatte ja angekündigt, sich womöglich an der Umsiedlung der Fischer-Fresken finanziell zu beteiligen. Jetzt wäre vor allem die Stadt gefragt, über einen geeigneten Standort nachzudenken. Die Zeit drängt, der Abriss der Villa ist für den September geplant.


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