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Trainingsstrecke im Neckar

Triathlon: Tim Lange nach seinem Triumph bei der Deutschen Meisterschaft

Es war der größte Erfolg seiner Karriere: Der Tübinger Tim Lange gewann den Deutschen Meistertitel. Die Form dafür holte er sich im Neckar.

06.10.2010
  • Vincent Meissner

Tübingen. Die Startnummer mit dem Schriftzug "103" klebt noch an der Sattelstütze. Zweieinhalb Wochen ist es nun her, dass Tim Lange den größten Erfolg seiner noch jungen Karriere gefeiert hat – am Schliersee wurde er, ohne große Ambitionen, Deutscher Meister der unter 23-Jährigen (siehe Kasten links unten).

Seit zwei Jahren wohnt Lange nun in Tübingen. "Mir gefällt’s hier sehr gut. Ich finde die Tübinger klasse." Nur mit seiner Ironie kämen manche Schwaben nicht immer zurecht, berichtet der 22-Jährige. Mittlerweile schwätzt der gebürtige Rostocker – Wörter wie „weisch“ und „scho" statt „schon" mischen sich in seine Sätze. „Das Einzige, was ich mir nicht angewöhnen werde, ist, „wie" und „als" zu verwechseln“, sagt Lange mit gespielter Empörung.

Durch seine Freundin Scarlet Vatlach, ebenfalls Triathletin auf deutschem Spitzenniveau, kam er nach Süddeutschland. Sie studiert in Tübingen Medizin, er macht seit einem Jahr eine Ausbildung zum Einzelhandels-Kaufmann in einem Tübinger Sportgeschäft. Alles in allem fühlt er sich wohl am Neckar. „Das Einzige, was mir fehlt, ist das Meer."

Das nasse Element ist, was das Training angeht, übrigens das große Manko für ihn in Tübingen: „Die Stadtwerke als Bäderbetreiber machen es einem sportlich ambitionierten Menschen hier nicht gerade einfach", moniert Lange. Um dem großen Trubel im Becken der hiesigen Bäder aus dem Weg zu gehen, weicht Lange im Sommer auch mal in den Neckar aus. Vom Stauwehr hinter der Jugendherberge geht’s dann flussaufwärts bis zum Ende der Neckarinsel. Dort, am Bügeleisen, wartet Schwimmexperte Lange üblicherweise auf seine Trainings-Kollegen. Diesen Sommer nutzte er die Pause einmal für einen kleinen Imbiss: „Da haben ein paar Leute ihre Abi-Party gefeiert, da ich hab 'ne Wurst abgegriffen und bin anschließend dann weiter geschwommen."

Dass sein Ernährungsberater wenig begeistert wäre, wenn er davon erfahren hätte, kann sich Lange gut vorstellen: „Wenn der wüsste, wie ich mich ernähre", sagt der 64 Kilogramm leichte und 1,82 Meter große Lange und grinst schelmisch.

Ansonsten lebt Lange – wenn er nicht arbeiten muss – ganz fürs Schwimmen, Radfahren und Laufen. „Man muss ehrgeizig sein und seine Zeit gut einteilen können." Das Triathlon-Dasein ist teilweise auch anstrengend, wie er zugibt: „Es macht keinen Spaß, wenn man Abends um neun nach Hause kommt und dann morgens um sechs wieder trainieren muss."

Immerhin ist er nach einem Patellaspitzen-Syndrom im vergangenen Winter wieder schmerzfrei und durfte diese Saison bei vier von fünf Bundesliga-Rennen für seinen Verein Buschhütten an den Start. Dort will er auch im kommenden Jahr eine entscheidende Rolle spielen. Die Nationalmannschaft dagegen ist für ihn kein Thema, weil der Verband nur reine Profis will: „Und das", sagt Lange", werde ich nicht machen". Und dann freut er sich auch wieder auf die Deutsche Meisterschaft. Noch einmal darf er in der Alterskasse U 23 ran – als Azubi mit wenig Zeit zum Trainieren freilich wieder ohne große Ambitionen.

Mit kalten Füßen zum Doppel-Titel am Geburtstag

Eigentlich wollte Tim Lange an jenem 18. September in erster Linie mit der Mannschaft den Deutschen Meistertitel verteidigen und am Abend dann mit den Kollegen seinen 22. Geburtstag feiern. Dann aber ließ er alle seine Alterskonkurrenten (U 23) hinter sich und durfte neben dem Mannschaftstitel auch den Einzeltitel bejubeln. „Vom Trainingsaufwand her hätte ich mir niemals vorstellen können, Deutscher Meister zu werden." Auch die Bedingungen am Schliersee (Bayern) waren alles andere als einfach: „Es war schweinekalt", erinnert sich Lange, „als ich mit dem Rad oben los gefahren bin, habe ich meine Füße nicht mehr gespürt."

Triathlon: Tim Lange nach seinem Triumph bei der Deutschen Meisterschaft
Vom Neckar zum Deutschen Meistertitel: Triathlet Tim Lange aus Tübingen. Bild: Sommer

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06.10.2010, 12:00 Uhr

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