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6000 war nichts zu bunt

Trotz der Hitze war das Holi-Gaudy-Festival bestens besucht

Über 1500 Kilogramm Farbe wurde in kleinen Beuteln verkauft und über dem gesamten Festplatz und über den 6000 ausgelassenen Besuchern des Holi-Gaudy-Festivals verteilt: Bei der Open-Air-Party am Samstag ging es bunt zu.

05.07.2015
  • Miri Watson

Tübingen. Der Hitze wurde mit Feuerwehrschläuchen, Sonnensegeln und kalten Duschen zu Leibe gerückt: Ab halb drei füllte der Festplatz sich trotz der 37 Grad mit Besuchern. Das Konzept des Festes ist einfach: Regelmäßig bewerfen die Feiernden sich gegenseitig mit buntem Farbpulver, das es in pink, lila, grün, blau, orange und gelb zu kaufen gibt. Am beliebtesten in Tübingen war das pinke Pulver.

Den hohen Temperaturen am Samstag war es zu verdanken, dass mehr Wasser als Bier verkauft wurde: „Mittags gab es einen Engpass mit dem Wasser“ so die Stuttgarterin Carola Bätzner, die den ganzen Tag gefeiert hatte. „Wir mussten dann Bier gegen den Durst trinken.“ Gleich mehrere Besucher ärgerten sich über die Wasserpreise: drei Euro für einen halben Liter.

„Es war schon heiß, aber durch die Feuerwehrschläuche eigentlich voll angenehm“, befand hingegen Noelle Steinhilber. Musikalisch sei zu viel Elektro geboten worden, „die Lieder zum Mitsingen waren super.“ Das Programm war komplett von DJs gestaltet worden, aufgelegt haben unter anderem die Stuttgarter DJs soulstar und Cuebrick und das DJ-Duo vol2cat, dessen Mitglieder aus Balingen und Zainingen kommen. Der Tübinger Flo Schneider fand die Musik „okay“, aber ihn störte, dass sich einiges wiederholte.

Die stündliche Wiederholung des gemeinsamen Farbwurfes hingegen war das Highlight: Schon bald sahen die Besucher aus, als seien sie von einer dicken, bunten Staubschicht bedeckt und manch einer lieferte sich eine Farbschlacht mit den Freunden. Während des Countdowns vor dem gemeinsamen Wurf zogen einige der Feiernden sich Atemschutzmasken an, da gesundheitliche Bedenken wegen des Farbpulvers herrschen. Der Veranstalter Ulf Steinecke versicherte dem TAGBLATT gegenüber vergangene Woche allerdings, dass die Farbe für die Holi-Gaudy-Veranstaltungen in Deutschland genauestens auf ihre gesundheitliche Verträglichkeit geprüft werde.

In Indien wird das Frühlingsfest Holi traditionell am ersten Vollmondtag des Monats Phalgun, der unserem Februar oder März entspricht, gefeiert. Während die Tübinger am Samstag nur acht Stunden – von 14 bis 22 Uhr – gefeiert haben, dauert das traditionelle Holi-Fest in Indien zwischen zwei und zehn Tage. Gesellschaftliche Normen und soziale Regeln sind für diese Zeit ausgesetzt, ähnlich wie bei unserem Fasching.

Der Eutinger Felix Klacek hat schon einmal an dem Original des „Festes der Farben“ in Indien teilgenommen. „Das Essen, die Musik, die Leute – alles hier ist komplett anders als in Indien“, so Klacek, der den Tag auf dem Festplatz zusammen mit seiner Freundin Gina Sarnecki-Klink als ersten gemeinsamen Pärchen-Ausflug verbracht hat. Die indische Version hat ihm besser gefallen, dennoch gab er der Party auf dem Festplatz das Prädikat „hammer“.

Sarnecki-Klink, die zum ersten Mal eine Holi-Veranstaltung besuchte, war ebenfalls begeistert: „Es ist richtig gut hier, die Leute sind alle super cool und Stress gibt es auch nicht“. Auch die Security schloss sich diesem Urteil an. Alle Besucher des Festes seien sehr friedlich und ruhig gewesen. So war es wenig verwunderlich, dass hin und wieder Mitarbeiter der Security zu sehen waren, die Besucher nass spritzten oder mit einer Druckluftpistole von den Farbpartikeln befreiten.

Nicht nur friedlich war das Fest am Samstag; es war auch nicht mehr so laut, wie im vergangenen Jahr: die Zahl der Anwohnerbeschwerden war im Vergleich zu 2014 stark zurückgegangen. Während damals noch 80 Beschwerden bei Ordnungsamt und Polizei eingingen, waren es in diesem Jahr nur noch elf. „Wir haben nirgends eine Lautstärke über 60 Dezibel gemessen“, sagte Rainer Kaltenmark, Leiter des Ordnungsamtes. Außerdem sei versucht worden, die Bässe zu limitieren. Einer Tübinger Holi Gaudy-Veranstaltung 2016, die von den Veranstaltern bereits angekündigt wurde, sollte also nichts im Wege stehen.

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05.07.2015, 12:00 Uhr

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