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Trump bricht mit bisheriger China-Politik der USA
Unerfahrenheit oder taiwanischer „Trick“: Donald Trump telefoniert mit Tsai Ing-wen. Foto: afp Foto: afp
Diplomatie

Trump bricht mit bisheriger China-Politik der USA

40 Jahre lang gab es keinen offiziellen Kontakt zwischen einem US-Präsidenten und einem Staatsoberhaupt Taiwans. Dann kam Donald Trump. Was bedeutet der Eklat?

05.12.2016
  • FELIX LEE

Peking. Es war ein Tabubruch: Der neugewählte US-Präsident Donald Trump telefonierte am Freitag unverhohlen und ganz offiziell mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen. Das Gespräch verlief unspektakulär. Trump ließ sich zum Wahlsieg gratulieren, man tauschte sich vage über die wirtschaftliche Entwicklung aus sowie über Fragen der Sicherheit Taiwans.

Das also war das erste offizielle Gespräch eines gewählten US-Präsidenten mit einem Staatsoberhaupt Taiwans seit 1979. Damals hatten die USA die diplomatischen Beziehungen gekappt, um formell Beziehungen zur Volksrepublik aufzunehmen.

Trump schien die Brisanz des Gesprächs nicht zu erkennen. „Interessant, dass die USA Taiwan Waffen im Wert von mehreren Milliarden Dollar verkaufen, ich aber keinen Glückwunsch-Anruf entgegennehmen soll“, twitterte er. Pekings Beschwerde kam prompt: „Wir weisen darauf hin, dass es nur ein China gibt und Taiwan ein untrennbarer Teil des chinesischen Hoheitsgebietes ist“, betonte der Sprecher von Chinas Außenministerium. In Peking sitze die einzig rechtmäßige Regierung. Der Außenminister selbst war im Hongkonger Nachrichtensender Phoenix sichtlich bemüht, den Vorfall herunterzuspielen. Er führte das Gespräch indirekt auf Trumps Unerfahrenheit zurück und bezeichnete es als „kleinen Trick“ Taiwans. Momentan ist China offenbar nicht an Eskalation interessiert.

Die Volksrepublik und Taiwan streiten seit Jahrzehnten um die Frage des rechtmäßigen Chinas. Peking hält die vorgelagerte Insel für eine abtrünnige Provinz. Für die Regierung Taiwans wiederum ist das Festland nur vorübergehend in der Hand der Kommunistischen Partei (KP), weil die nationalchinesische Regierung 1949 nach dem verlorenen Bürgerkrieg nach Taiwan flüchten musste.

Der Konflikt hat sich zuletzt verschärft. Anfang 2016 wählten die Taiwaner mit Tsai Ing-wen eine ausgesprochen Peking-kritische Präsidentin. Sie will Taiwan politisch wie wirtschaftlich weg vom Festland rücken. Berichte taiwanischer Medien, nach denen Trump in Taiwan auch Interessen seines Konzerns verfolge, wurden dementiert. Die Trump Organization erklärte, derzeit seien keine Projekte in Taiwan geplant.

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05.12.2016, 06:00 Uhr

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