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Schulden

Trump hat Kredite bei der Deutschen Bank

Ob sich diese Verbindung in der Politik niederschlagen wird, ist unklar.

17.11.2016
  • ROLF OBERTREIS

Franktfurt. Seit dem teuren Desaster mit Aussagen von Ex-Vorstandssprecher Rolf Breuer zur Kreditwürdigkeit des Medienunternehmers Leo Kirch schweigt die Deutsche Bank, wenn es um Kunden geht. „Absolut kein Kommentar“, sagt ein Sprecher zu Geschäftsverbindungen zum designierten US-Präsidenten Donald Trump. Zahlen, die das Wall Street Journal im März veröffentlicht hat, werden nicht kommentiert. Unter der Hand gibt es aber den Hinweis, dass die Kredite angeblich schon lange zurückliegen. Was dies bedeutet, wenn Trump ins Weiße Haus einzieht und welche Folgen es für weitere Strafen für die Deutsche Bank in den USA haben könnte, ist völlig offen.

Seit 1998 soll die Bank Trump und seinem Konglomerat von mehr als 500 Firmen insgesamt rund 2,5 Mrd. Dollar (2,3 Mrd. EUR) geliehen haben. Aktuell sollen sich die Trump-Kredite bei der Deutschen Bank auf 350 Mio. Dollar (327 Mio. EUR) belaufen. Gleichzeitig haben sich beide Seiten in der Vergangenheit gegenseitig verklagt. Interessant auch: Laut US-Medien gilt Trump, der sechs Pleiten hingelegt hat, bei US-Banken wie Goldman Sachs, Citigroup oder Morgan Stanley schon länger als nicht kreditwürdig.

Bemerkenswert ist die Geschäftsverbindung der Deutsche Bank zum künftigen US-Präsidenten unter zwei Aspekten. Das US-Geschäft ist für das Deutsche Institut wichtig. Da stehen möglicherweise Veränderungen ins Haus. „Trump könnte die Bankenregulierung lockern, aber wohl nur für inländische Institute. Für ausländische Häuser wie die Deutsche Bank dürfte es eher schwieriger werden, weil sie möglicherweise für ihr US-Geschäft mehr Eigenkapital vorhalten müssen,“ vermutet Dieter Hein, Analyst von Fairesearch.

Vor allem aber drohen der Bank in den USA weitere empfindliche Strafen. Im Fokus stehen derzeit windige Hypothekengeschäfte, für die das US-Justizministerium eine gigantische Buße von 14 Mrd. Dollar (13 Mrd. EUR) fordert. Die Deutsche Bank will so viel auf keinen Fall zahlen. Der Deutsche-Bank-Chef John Cryan jedenfalls will die Rechtsstreitigkeiten so schnell wie möglich klären, am besten noch in diesem Jahr. Rolf Obertreis

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17.11.2016, 06:00 Uhr

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