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Trump irritiert Bündnispartner
Außenpolitische Rede im Think Tank: Donald Trump fordert Größe und Rückzug zugleich. Foto: afp
Republikaner will Außenpolitik nur noch an US-Interessen ausrichten

Trump irritiert Bündnispartner

"America First": Donald Trump, republikanischer Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur, setzt auf Isolationismus. Wie das gehen soll, sagt er nicht.

29.04.2016
  • DPA

Washington. Mit einer außenpolitischen Rede unter dem Motto "Amerika zuerst" irritiert Donald Trump Bündnispartner der USA. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber kündigte an, die US-Außenpolitik ausschließlich an US-Interessen ausrichten zu wollen. Der 69-Jährige liegt im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei vorn. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, er könne darin noch keine Linie erkennen: "Das scheint mir noch nicht ganz ausbuchstabiert zu sein." Trumps Äußerungen seien nicht ganz frei von Widersprüchen. So kündige er zwar an, Amerika wieder stark machen zu wollen, betone aber gleichzeitig Amerikas Rückzug.

"Ich will eine Außenpolitik, die alle Amerikaner unterstützen können, ganz gleich, von welcher Partei, und die unsere Freunde und Alliierten respektieren und vollkommen begrüßen werden", sagte Trump. Er wiederholte seine Forderung, die Nato-Mitglieder sollten sich finanziell stärker an der Allianz beteiligen. Länder müssten für die Kosten ihrer Verteidigung aufkommen oder sich selbst verteidigen. Die Nato müsse ihre Struktur und ihre Mission anpassen.

Während er versprach, die USA würden unter ihm wieder ein verlässlicher Partner, sagte er: "Wir müssen als Nation unberechenbar sein." Trumps "America First" erinnert an isolationistische Bestrebungen in den USA vor deren Eintritt in den Zweiten Weltkrieg. "Meine Außenpolitik wird die Interessen des amerikanischen Volkes und die Sicherheit der USA über alles stellen", sagte Trump. Rasche Gipfeltreffen mit China und Russland sollten deren Respekt für die USA wiederherstellen, indem Amerika seine Stärke unter Beweis stelle. Trump sagte, er wolle mehr Frieden in die Welt bringen. Wie, ließ er offen. "Ich bin der einzige, der weiß, wie das geht." Wenn er Präsident sei, werde die Terrormiliz "Islamischer Staat" verschwinden, "und sie wird schnell verschwinden". Wie und warum, sagte er nicht. Der Milliardär forderte die Staaten des Nahen Ostens auf, sich stärker gegen islamistischen Terror zu stellen. Er sagte: "Die Zusammenarbeit darf keine Einbahnstraße sein." Diese Forderung passt weder zu Trumps Hetze gegen Muslime noch zu seiner Forderung eines totalen Einreisestopps für Muslime in die USA. Erneut warf Trump China vor, die USA zu schwächen. Der Grund seien "desaströse Freihandelsdeals". Die USA sollten Peking wirtschaftlich so stark unter Druck setzen, dass China Nordkorea zur Raison bringe.

Trump hatte einen Think Tank in Washington gebeten, am Mittwoch dort sprechen zu dürfen. Obwohl er immer wieder fordert, Teleprompter im Wahlkampf und für US-Präsidenten grundsätzlich zu verbieten und andere für deren Benutzung verspottet, las er seine Rede vollständig von einem Teleprompter ab. Trump hatte dabei versucht, seiner Rede einen präsidialen Anstrich zu geben, ohne ihre Inhalte zu konkretisieren oder mit Details zu unterfüttern. Mit Reden wie dieser wendet sich der Immobilienunternehmer weniger an außenpolitische Experten als an das Establishment seiner Partei und das Wahlvolk in den USA.

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29.04.2016, 06:00 Uhr

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