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Konflikt

Trump will im Handelskrieg nicht einlenken

Brüssel droht Strafzölle auf Erdnussbutter und Jeans an. Nach dem Abgang des Wirtschaftsberaters des US-Präsidenten gilt die Lage als ernst.

08.03.2018

Von CHRISTIAN KERL

Brüssel. Die EU rüstet sich für den drohenden Handelskrieg mit den USA, hofft aber weiter auf eine Verständigung mit Washington. Vorsorglich bestätigte die EU-Kommission am Mittwoch eine umfassende Liste mit amerikanischen Exportprodukten, die im Ernstfall als Vergeltung mit Strafzöllen von 25 Prozent belegt werden sollen.

Dazu gehören vor allem Eisen- und Stahlerzeugnisse vom Container bis zu Grillgeräten und Haushalts-Backblechen, aber auch amerikanische Konsumprodukte: Lippenstifte, Motorräder, Segelboote, Jeans, T-Shirts, Reis, Mais, Erdnussbutter, Orangensaft, Bourbon-Whiskey, Tabak und weitere Waren stehen auf der vorläufigen Liste für Einfuhrzölle. Gemessen am Exportvolumen des vergangenen Jahres würden amerikanische Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro in der EU teurer – das entspricht recht genau dem Schaden, den die angedrohten US-Strafzölle in der europäischen Stahlindustrie anrichten würden. Noch bestehe die Hoffnung, dass der Handelskrieg abgewendet werden könne, sagte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström.

Malmström bemühte sich, allzu aggressive Töne gegenüber Washington zu vermeiden. Doch die jüngste Entwicklung in Washington hat die Hoffnung auf eine friedliche Lösung verringert.

Trumps oberster Wirtschaftsberater Gary Cohn, der die Strafzölle zu verhindern versuchte, erklärte seinen Rücktritt – damit gibt es in Trumps Umfeld niemanden mehr, der ihn von seinem Plan abhalten könnte. Trump hatte kurz vor Cohns Demission seine Angriffe verschärft und gedroht, wenn die EU Vergeltungszölle beschließen sollte, würden die USA zurückschlagen: „Dann belegen wir ihre Autos mit einer Steuer von 25 Prozent – und glaubt mir, dann machen sie es nicht sehr lange“, sagte Trump. An den Börsen schürte die Eskalation die Furcht vor einem weltweiten Handelskrieg. In Berlin erklärte Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD): „Die Situation ist ernst“.

Leitartikel Seite 2 und Wirtschaft

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Erstellt:
8. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
8. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. März 2018, 06:00 Uhr

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