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Tsipras will nicht mehr das Problemkind sein
Angela Merkel und Alexis Tsipras in Berlin. Foto: dpa
Staatsbesuch

Tsipras will nicht mehr das Problemkind sein

Der griechische Ministerpräsident hat sich mit Angela Merkel beraten. Tenor: Europa muss verteidigt und Athen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise besser unterstützt werden.

17.12.2016
  • DPA

Berlin. Athen und Berlin pochen auf die Solidarität aller EU-Staaten bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Griechenland stehe vor riesigen Herausforderungen, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern vor einem Gespräch mit Ministerpräsident Alexis Tsipras in Berlin. Sie ergänzte bei dem Auftritt mit dem linken Regierungschef: „Wir beide werben gemeinsam immer wieder dafür, dass wir zu einer fairen Verteilung der Flüchtlinge kommen müssen innerhalb der Europäischen Union – und ein Land wie Griechenland hier nicht alleine lassen können.“

Auf den griechischen Inseln sitzen seit dem Inkrafttreten des europäisch-türkischen Flüchtlingspakts und der Schließung der Balkanroute mehr als 16 000 Menschen fest, insgesamt sind es mehr als 62 000. Sollte die Türkei den Pakt aufkündigen, wäre das Land erneut einem Flüchtlingsansturm ausgesetzt.

„Griechenland geht durch keine einfache Phase und hier wollen wir bilateral so hilfreich wie möglich sein“, sagte Merkel und lobte zudem die bilateralen Beziehungen auf wirtschaftlicher, kultureller und bildungspolitischer Ebene. Vor allem bei Forschung und Entwicklung könne aber noch mehr getan werden.

Der griechische Regierungschef sagte am Tag nach dem EU-Gipfel in Brüssel, Europa durchlebe eine kritische Phase. Alle europäischen Kräfte müssten entschieden gegen „rassistischen Bewegungen“ in Europa vorgehen, die die EU bedrohten.

Tsipras warb in Berlin zudem um Unterstützung für seinen Reformkurs. Griechenland wolle nicht mehr als Teil der Krise, sondern als Teil der Lösung wahrgenommen werden. Er verwies auf Prognosen, nach denen die griechische Wirtschaft 2017 um 2,7 Prozent und im Jahr darauf um 3,1 Prozent zulegen könne.

Zuletzt hatte Tsipras internationale Geldgeber irritiert, weil Athen Sonderzahlungen an bedürftige Rentner vorbereitet. Kurzfristige Schuldenerleichterungen waren deshalb auf Eis gelegt worden. Tsipras äußerte sich nur indirekt dazu. Man solle an Hilfe für diejenigen denken, die im Namen Europas und der europäischen Stabilität große Opfer gebracht hätten. Merkel hielt sich aus der Diskussion heraus.

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17.12.2016, 06:00 Uhr

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