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Tübingen als Cartoon
Unterhaltung auf dem Tübinger Marktplatz – die Sprache schwäbisch, der Humor platt.Bild: Einhorn Verlag
Comic

Tübingen als Cartoon

Jo-Kurt Berger will der Welt ein Lachen zurückgeben – ein Lachen, das er nach einem Schlaganfall erst selbst wieder neu lernen musste.

15.12.2016
  • Clemens Hirschfeld

Bücher über Tübingen gibt es viele. Bücher über Mössingen, Dußlingen und die anderen Kreisgemeinden sind eher selten“, begann Oberbürgermeister Boris Palmer seine Würdigung von „Bergers Schwabenteuer“.

Der dritte Band der Comicreihe spielt im Landkreis und handelt „Von chaotische Schtudente, guëte Gôge und schtudierte Chaote“. Autor und Zeichner Jo-Kurt Berger zeigt darin „den ganz normalen schwäbischen Alltag“ im Stadt- und Landkreis Tübingen. Da geht es manchmal witzig, ab und zu derb, aber immer in feinstem Schwäbisch zu. Dass der 50-Jährige heute Cartoons zeichnet, ist nicht selbstverständlich. Ein schwerer Schlaganfall hatte den gelernten Betriebswirt 2009 aus seinem bisherigen Leben gerissen. Mehr als ein Jahr dauerten Krankenhausaufenthalte und Rehas.

Berger kämpfte mit Depressionen und musste vieles neu lernen: Sprechen, Gehen und Malen. Letzteres war bis dato lediglich ein Hobby gewesen, brachte ihm aber das Lachen zurück.

In seinen Schwaben-Comics beweist der „Rei’geschmeckte“ vor charakteristischen Bauwerken der Ortschaften ein gutes Gespür für Details. Kein Wunder, Berger reist durchs Ländle und macht Fotos von den Schauplätzen, die ihm dann als Vorlagen für seine Skizzen dienen. Unterwegs schnappt er auch die Ideen für seine Comicgeschichten auf: „Die Szenen fangen im Alltag an“, sagt Berger, „den Rest dichte ich dazu.“ Regionale Vorurteile lässt er subtil einfließen: So trägt ein verunfalltes Auto das Kennzeichen „BL-ED“. Und einem Ertrinkendem wird vom Tübinger Neckarufer aus zugerufen: „Ha du Säckel hättsch au besser schwimme als Französisch g’lernt.“

Die Ortschaften im Kreis Tübingen dienen aber nur als Kulissen für die liebevoll gestalteten, knollnasigen Figuren. Die meisten Kurzgeschichten könnten auch in jedem andern Kreis in Schwaben spielen, wie die ersten Bände aus Stuttgart und dem Ostalbkreis belegen.

Im aktuellen Buch findet man diesmal aber auch regionale Politikprominenz: So radelt Palmer über den Marktplatz vor dem Rathaus. Bei der Überreichung der Originalzeichnung in der Tübinger Marktschenke bewunderte Palmer deren „präzise und anspruchsvolle Gestaltung“. Er merkte aber kritisch an, dass er natürlich niemals mit dem Fahrrad über den Marktplatz fahren würde, schließlich sei das eine Fußgängerzone.

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15.12.2016, 01:00 Uhr

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