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Glückstreffer löst den Knoten

Tübingen besiegt Landesliga-Schlusslicht Rottenburg 3:0 (0:0)

Dem Landesligisten FC Rottenburg klebt weiter das Pech am Kickstiefel: Bis zur 66. Minute erlebten 200 Zuschauer ein gänzlich offenes Derby gegen die TSG Tübingen, erst in der 66. Minute brachte ein Glückstreffer die Wende zugunsten der TSG.

22.10.2012
  • bernhard schmidt

Rottenburg. Die Tübinger hielten sich auf dem Rottenburger Kunstrasen an das Rezept, das schon beim 4:1-Überraschungscoup gegen den VfL Sindelfingen vor einer Woche Erfolg gebracht hatte: Die TSG stand tief, verlegte sich darauf, Tore zu verhindern und bei Balleroberung schnelle Angriffe zu starten. Doch auf dem engen Platz wollten sich Torchancen zunächst kaum einstellen. In der ersten Hälfte mochten sich die Zuschauer gefragt haben, warum sie bei dem schönen Herbstwetter nicht besser in den Biergarten, aufs Rad oder in den Wald zum Pilze sammeln gegangen sind.

Die FCR-Abwehr stand gut, dirigiert von Spielertrainer Erol Türkoglu, dessen laute Kommandos vermutlich noch in Wurmlingen zu vernehmen waren. Er musste durchspielen, weil sich drei seiner Spieler kurzfristig krankgemeldet hatten. Der Spielaufbau funktionierte alt-britisch: Meist schlug er oder seine Abwehrkollegen die Bälle weit in die gegnerische Hälfte, Torgefahr produzierten die aber nur selten. Die Tübinger versuchten es mit dem Flachpass, verfingen sich aber allzu oft im engmaschigen Rottenburger Mittelfeld-Netz. Beiden Teams gemeinsam war der erbitterte Kampf um jeden Quadratmeter Kunstrasen.

Für die Zuschauer wurde das Spiel erst ansehnlicher, als die TSG in der 66. Minute das 1:0 erzielte – ein Zufallstreffer, symptomatisch für die gesamte Partie: Bei dem Versuch, den Ball aus dem Strafraum zu befördern, schoss FCR-Verteidiger Benjamin Schiebel TSG-Mittelfeldmotor Oliver Lapaczinski an, von dessen Knie prallte der Ball ins Tor. „Der Benni kann da nichts machen“, nahm Türkoglu seinen Abwehrkollegen nach dem Spiel in Schutz.

Die Rottenburger mussten aufmachen, das Tor löste schlagartig die Verknotungen im Mittelfeld, Chancen gab’s nun zuhauf. FCR-Stürmer Marco Calderaro knallte freistehend vor TSG-Keeper Baumann den Ball übers Tor, wenig später landete ein Freistoß von Sandro Esser auf der Latte. In der 82. Minute hat derselbe Spieler wieder den Ausgleich auf dem Fuß, doch Baumann lenkt den strammen Schuss zur Ecke.

Doch die TSG hatten nun mehr Platz: Nach einem schönen Zuspiel vom eingewechselten Simon Erl lupfte Jonas Frey, dreifacher Torschütze gegen Sindelfingen, den Ball über Torhüter Michael Geiger hinweg an die Latte. Dann die endgültige Entscheidung: In der 90. Minute gab David Birgel nach einem Abschlag von Baumann den weit aufgerückten Rottenburgern den Rest. Dessen nicht genug: Nur wenige Sekunden später besorgte TSG-Einwechselspieler Benedikt Rammeiser den letztlich zu hohen 3:0-Endstand.

FC Rottenburg: Geiger; Schiebel, Basar, Kopp, Türkoglu, Engraf, Mongioj (71. Morrone), Reichert (79. Weber), Canpolat, Calderaro, Esser.

TSG Tübingen: Baumann; Luib, Thomsen (73. Rammeiser), Knoll, Frick (66. Schmetzer), Fetzer, Rauscher, Lapaczinski, Frey, Birgel, Glück (88. Erb).

Tübingen besiegt Landesliga-Schlusslicht Rottenburg 3:0 (0:0)
Kampf war Trumpf beim Landesliga-Derby: In dieser Szene wehrt Rottenburgs Spielertrainer Erol Türkoglu den Ball vor TSG-Spieler David Birgel (links) ab. Rechts steht Pirmin Glück zum Eingreifen bereit.Bild: Rippmann

Erol Türkoglu, Spielertrainer des FC Rottenburg, war einmal mehr bedient : „So ist Fußball. Das 0:3 ist sicher nicht verdient. Das Spiel hätte genauso gut andersherum laufen können. Wie das 0:1 für die TSG gefallen ist, passt so richtig ins Bild. Danach mussten wir aufmachen und Risiko gehen. Ich kann aber auch Positives mitnehmen: Die Mannschaft hat gut gekämpft.“
TSG-Co-Trainer Goran Divljak: „Es war klar, dass wir hier nicht nur mit spielerischen Mitteln gewinnen konnten. Unser Plan, aus der verstärkten Abwehr schnell Angriffe zu fahren, ist uns aber erst in der zweiten Hälfte gelungen. Meine Mannschaft hat großen Willen bewiesen.
Nach einem Gerangelauf dem Spielfeld zeigte der gut leitende Schiedsrichter Tobias Lauber (Vaihingen) dem eingewechselten TSG-Verteidiger Uli Schmetzer in der 90. Minute die Rote Karte. Auch nach dem Abpfiff lieferten sich Betreuer der beiden Mannschaften eine Rangelei.bs

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22.10.2012, 12:00 Uhr

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