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Independence Day auf der Neckarinsel

Tübingen und Ann Arbor feierten ihre Partnerschaft

Bullenreiten, American Football, Chicken Wings – typisch amerikanisch feierten Tübingen und Ann Arbor am Samstag ihre langjährige Partnerschaft, passenderweise am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag. Hunderte Besucher kamen auf die Neckarinsel.

05.07.2015
  • Fabian Renz

Platanenallee meets Bullriding, Karohemd meets Cowboyhut, Klassik meets Rock ’n’ Roll. So ungewöhnlich die Kombinationen auch sein mögen, die sich den Besuchern auf der Neckarinsel boten, so viel größer waren doch die Gemeinsamkeiten. Die Gemeinsamkeiten, die Tübingen und das amerikanische Ann Arbor teilen – zwei Städte, die seit mehr als 50 Jahren Partnerschaft pflegen.

American Football, Countrymusik, Chicken Wings – all das gibt es auch hierzulande. Deutsches Bier, schwäbischen Zungenschlag, einen alternativen Lebensstil – all das gibt es auch in Ann Arbor. „Das Jugendliche Tübingens ist dort auch zu finden“, berichtete Ute Bechdolf, Direktorin des Deutsch-Amerikanischen Instituts, das die Party organisiert hat. „Und es gibt dort viel Grün, sowohl was die Natur angeht als auch politisch.“

Den grünen Oberbürgermeister Boris Palmer dürfte das freuen. Er fand in seiner in flüssigem Englisch vorgetragenen Begrüßungsrede noch weitere Gemeinsamkeiten: „Danke, für das, was wir von Ann Arbor haben: Musik, Film, Barbecue – und bei diesem Wetter draußen zu sein.“

Dank der schattenspendenden Platanen kamen schon am Mittag rund 200 Besucher auf die Neckarinsel. Die saßen dort entspannt auf den Bänken oder im Gras, aßen Chicken Wings und tranken Bier, die Kinder bastelten, kneteten und spielten Basketball.

Mitten drin in der Menge: Die amerikanische Reisedelegation, die die letzte Woche in Tübingen verbracht hat, mitsamt zwei Gemeinderäten aus Ann Arbor – sowie eine Schülergruppe, die beim Austausch des Wildermuth-Gymnasiums mitmacht. „Tübingen is cool!“, betonten die einstimmig. Der Austausch zwischen den beiden Städten sei besonders wichtig, um vorhandene Vorurteile abzubauen, sagte Bechdolf. „Dann kann man sehen: Die Amerikaner sind nicht alle dick und haben ’ne Knarre in der Hand.“

Dass Amerikaner auch nicht automatisch die besten Cowboys sind, bewies das „Promi Rodeo“, bei dem sich bekannte Persönlichkeiten Tübingens maßen. Am längsten auf dem wilden Bullen hielt sich keiner der beiden Stadträte aus Ann Arbor, sondern der Tübinger Lehrer Michael Reder. Er organisiert am Wildermuth-Gymnasium den Schüleraustausch mit der amerikanischen Partnerstadt – und hielt sich 46 Sekunden auf dem Bullen.

Nur wenige Sekunden kürzer blieb Carolyn Murphey Melchers vom Verein „Freunde der Städtepartnerschaft Tübingen, Ann Arbor“ oben, Dritte wurde die Tübinger Amerikanistik-Professorin Astrid Franke. Beim Bullenreiten auf der Platanenallee schauten 150 Leute zu und honorierten lachend jedes Halten und jeden Abwurf mit Applaus.

Auch neben solchen Highlights hatte sich das Deutsch-Amerikanische Institut einiges einfallen lassen. An einem Stand konnte man Zeitungstexte so schwärzen, dass aus den Wörtern in den Lücken Gedichte entstanden. Eine Stadtführung auf Englisch gab es und ein Konzert im Garten des Hölderlinturms. Das Spielmobil der Volkshochschule kam zu Gast, ebenso wie die Tübinger Vereine für Basketball, American Football und Lacrosse. Tanzvorführungen gab es obendrein.

Dazu spielte fast den ganzen Tag Musik: Das Country-Duo Hourse Mountain aus Kusterdingen machte den Anfang, der Tübinger Jazzmusiker Dizzy Krisch tat sich mit seinem Kollegen Thommy Günther aus Chicago zusammen. Am Abend spielte die preisgekrönte Blues-Band Louisiana Funky Butts auf. Da hatte sich die Zahl der Besucher mittlerweile verdoppelt, alle Tische waren voll belegt, weithin saßen Menschen auf den Wiesen und lauschten der Musik.

Symbolisch für die Atmosphäre war die Begrüßungsrede von Carolyn Murphey Melchers. Die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins kommt ursprünglich aus Ann Arbor, lebt jedoch seit 35 in Tübingen. Sie sagte zuerst „We are a little Verein“ und dann „We had a Ausstellungseröffnung“, um schließlich zu resignieren: „I bring it all fully durcheinander.“ Deutsch und Amerikanisch bunt vermischt – genau das war das Ziel dieses großen Fests.

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05.07.2015, 12:00 Uhr

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