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Karlsruhe und Freiburg steigen ab

Tübingen wird Elite-Universität

Die Universität Tübingen hat im Exzellenzwettbewerb jetzt den hart umkämpften Titel "Elite-Uni" errungen. Im zweiten Anlauf setzte sich die Hochschule in allen drei Förderlinien durch. Die bisherigen Elite-Universitäten Karlsruhe und Freiburg müssen ihr Prädikat hingegen wieder abgeben. Die Universitäten Konstanz und Heidelberg behalten ihren Exzellenz-Status.

15.06.2012
  • tol

Tübingen. Der Universität Tübingen, der zweitältesten Universität im Südwesten, winken nun um die 70 Millionen Euro Förderung von Bund und Land Baden-Württemberg für die kommenden fünf Jahre. Das Geld fließt in Exzellenzcluster, Graduiertenförderung sowie in ein Zukunftskonzept zur besseren Verzahnung von Grundlagen- und angewandter Forschung.

Tübingen wird Elite-Universität
Rektor Bernd Engler.

"Ich bin hin und weg", sagte der Tübinger Uni-Rektor Bernd Engler am Freitagnachmittag. Der Aufstieg seiner Hochschule in die deutsche Spitzengruppe sei eine "grandiose Nachricht". Der gescheiterte Anlauf in der ersten Runde der Exzellenzinitiative habe die Universität in den vergangenen Jahren wachgerüttelt und ihr neue Impulse gegeben. Der Schwerpunkt des Zukunftskonzepts liege in der verstärkten Verzahnung von Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung, insbesondere im medizinischen Bereich.

"Ich bin glücklich über das Tübinger Ergebnis." so Engler. "Wir werden nun die geplanten Maßnahmen in den nächsten fünf Jahren durchführen können und damit der Weltspitze der internationalen Forschungsuniversitäten ein ganz deutliches Stück näher kommen. Dass die Universität Tübingen es geschafft hat, liegt nicht zuletzt daran, dass sie im ganzen Prozess der Bewerbung mit einer Stimme gesprochen hat und sich in ihrer ganzen Vielfalt und in ihrer hervorragenden Substanz erfolgreich zu präsentieren wusste.“

Es werde nun belohnt, dass die Universität in dem kurzen Zeitraum von nur fünf Jahren erheblich modernisiert und ganz neu aufgestellt wurde, so Engler. "Wir haben immer gewusst, was wir können, und freuen uns sehr, dass das nun auch nach außen noch deutlicher als bisher sichtbar wird!"

Das Ergebnis kommentiert auch IHK-Präsident Christian O. Erbe: "Das ist ein großer Tag für die Universität Tübingen und die gesamte Region. Die harte Arbeit der letzten Jahre hat sich gelohnt. Aus meiner Sicht ist die Auszeichnung als Elite-Universität mehr als gerechtfertigt. Tübingen ist spitze. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß. Die regionale Wirtschaft freut sich mit!"

In der zweiten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder hat sich die Universität Tübingen mit ihrem Zukunftskonzept, einer Graduiertenschule und einem Exzellenzcluster erfolgreich durchgesetzt. Das Tübinger Zukunftskonzept steht unter dem Titel "Research − Relevance − Responsibility". In der bewilligten Graduiertenschule geht es um empirische Bildungsforschung, in dem Exzellenzcluster um integrative Neurowissenschaften. In diesen Bereichen kann die Universität Tübingen in den kommenden fünf Jahren mit erheblichen Fördersummen rechnen.

Zu den besten weltweit aufschließen

Mit ihrem Zukunftskonzept will die Universität Tübingen sich als Forschungsuniversität von internationalem Rang behaupten und zu den besten Universitäten weltweit aufschließen. Als Forschungsuniversität wird sie auch künftig auf ein breites Fächerspektrum setzen und die sich daraus ergebenden Chancen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit in Forschung und Lehre nutzen. Die Universität Tübingen wird verstärkt Themen mit gesellschaftspolitischer Relevanz aufgreifen, die die aktuellen wissenschaftlichen Debatten bestimmen.

Das Motto "Research – Relevance – Responsibility“ bringt zum Ausdruck, dass die Universität ihre Kernkompetenzen in der Grundlagenforschung künftig verstärkt auch durch anwendungsorientierte Aspekte der Forschung ergänzen und sich Zukunftsthemen und aktuellen Problemstellungen zuwenden will. Die Verwendung der Mittel für das Zukunftskonzept wird sich auf fünf Maßnahmenbereiche konzentrieren:

  • Die Förderung des wissenschaftlichen ¬Nachwuchses mit einer besonderen Qualifizierungsoffensive für Nachwuchswissenschaftlerinnen,
  • >>eine Internationalisierungsoffensive,
  • >>eine Gleichstellungsoffensive,
  • >>die Verstärkung der Infrastruktur für interdisziplinäre Forschung durch „Core Facilities” und
  • >>Plattformen für interdisziplinäre anwendungsorientierte Grundlagenforschung.

Kernfragen empirischer Bildungsforschung

Moderne Informations- und Wissensgesellschaften stehen vor der Aufgabe, den Zugang zu hochwertigen Bildungseinrichtungen für alle Bürgerinnen und Bürger zu verbessern und die vorhandenen Kompetenzen auf breiter Basis zu erhöhen. Vielerorts besteht der Wunsch, einem evidenz-basierten Ansatz in der Bildungspolitik und Bildungssteuerung einen breiteren Raum zu geben, aber für die Umsetzung mangelt es an entsprechend gesichertem Wissen und an geschulten Experten. Die interdisziplinäre und international orientierte „Graduate School on Learning, Educational Achievement, and Life Course Development“ (LEAD) soll Kernfragen empirischer Bildungsforschung bearbeiten: z.B. Wie können die Schulleistungen im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften verbessert werden? Wie können soziale Unterschiede beim Bildungserfolg reduziert werden? Diese Fragen sind für einen evidenz-basierten Ansatz in Bildungspolitik und Bildungssteuerung von hoher Wichtigkeit.

Wissenschaftler verbindet ein gemeinsames Ziel

Vor viereinhalb Jahren wurde im Rahmen der Exzellenzinitiative das Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) gegründet. Fünf neue Professoren, 13 Nachwuchsgruppenleiter und ein Seniorprofessor, die direkt aus Mitteln des CIN finanziert werden, arbeiten seitdem interdisziplinär im Forschungsverbund des CIN, zu dem etwa 70 Wissenschaftler aus mehreren Fakultäten der Universität sowie mehrere externe Partner wie die MPIs für Intelligente Systeme und biologische Kybernetik sowie das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung gehören.

Die beteiligten Wissenschaftler verbindet ein gemeinsames Ziel: Sie wollen verstehen, wie das Gehirn Leistungen wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Gefühle, Kommunikation und Handeln ermöglicht und wie Gehirnerkrankungen diese Leistungen beeinflussen. Sie tragen mit ihren Erkenntnissen zu Verbesserungen der Diagnostik und Therapie von Bewegungs-, Gedächtnis- und Wahrnehmungsstörungen bei und setzen Impulse für Innovationen in der Technik.

In der zweiten Förderperiode soll die sehr erfolgreiche interdisziplinäre Forschung der ersten Förderperiode fortgeführt werden und das CIN mit der Einrichtung neuer Arbeitsgruppen um neue wesentliche inhaltliche Aspekte und neue Methoden bereichert werden.

Siehe auch das Statement von Rektor Bernd Engler

Entscheidung zur Exzellenzinitiative des Bundesministerium

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15.06.2012, 12:00 Uhr

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