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Immatics in USA

Tübinger Biotechnik-Firma gründet Tochter

Die Tübinger Biotechnik-Firma Immatics hat in den USA zusammen mit dem weltweit größten Krebstherapiezentrum eine Tochterfirma gegründet. Der Staat Texas fördert sie mit 19,7 Millionen Dollar, Immatics investiert 40 Millionen Dollar.

26.08.2015
  • slo

Tübingen. Die Tochterfirma in Houston soll „adoptive Zelltherapien“ für schwer behandelbare Krebsarten entwickeln. Dabei werden Immunzellen aus dem Körper so verändert, dass sie von Immatics entwickelte Zielstrukturen erkennen und den Tumor bekämpfen. „Wir haben die richtigen Zielstrukturen, um die Immunzellen zum Tumor zu lenken, liefern quasi das Navigationssystem für die Immuntherapie“, erklärt Immatics-Gründer und Wissenschaftlicher Vorstand Harpreet Singh.

Geplant sind zahlreiche Studien, die im MDAnderson Cancer Centrum in Houston/Texas gemacht werden. „Wir haben mehr als alle anderen auf diesem Planeten eine Vorstellung davon, welche immunologischen Zielstrukturen auf Krebszellen präsentiert werden und wollen dieses Potenzial voll ausschöpfen“, sagte Singh gegenüber dem TAGBLATT. Es gebe bisher nur eine Handvoll Zielstrukturen, die funktionierten. Ziel der Tochterfirma ist es, neue derartige Strukturen zu entwickeln. „Davon profitiert auch die Mutterfirma, denn wir wollen diese Therapien auch nach Deutschland bringen“, so Singh. Wichtig sei dem Unternehmen jedoch die Präsenz in den USA – es sei der wichtigste Markt. Zudem könne Immatics dort zusätzliches Kapital für die Erforschung von Krebsmedikamenten einwerben. Singh betont, dass die Gründung der Tochterfirma Immatics US kein Signal dafür sei, dass sich Immatics von Tübingen abwende. Einzelne Mitarbeiter würden nun in die USA ziehen, die meisten jedoch in Tübingen bleiben. „Für die neue Firma werden wir Mitarbeiter auf dem amerikanischen Markt suchen müssen“, sagte Singh.

Das Biotechnologie-Unternehmen, das vor zehn Jahren aus der Uni Tübingen ausgegründet wurde und sehr erfolgreich mit Impfstoffen gegen Krebs ist, hat zudem eine Kooperation mit der Münchner Firma Morphosys vereinbart. Morphosys stellt Antikörper her, die Immatics braucht, um neue, antikörperbasierte Therapien gegen verschiedene Krebsantigene zu entwickeln. Im Gegenzug erhält Morphosys Zugang zu den intrazellulären Zielmolekülen von Immatics, mit denen das Unternehmen seine therapeutischen Ansätze bei Krebs erweitert. Singh sieht in dieser Zusammenarbeit „die Chance, gemeinsam die nächste Generation herausragender Antikörper für Krebspatienten hervorzubringen“.

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26.08.2015, 12:00 Uhr

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