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Modernste Hilfe für das schwache Herz

Tübinger Chirurgen implantieren Unterstützungssystem

Herzchirurgen am Universitätsklinikum haben einem Patienten ein neuartiges Herzunterstützungssystem implantiert. Es ist erst sechsmal in Deutschland und erstmals in Süddeutschland zum Einsatz gekommen und bietet deutliche Verbesserungen für Patienten.

04.11.2015

Tübingen. Anders als beim Kunstherzen wird das Herz beim Herzunterstützungssystem HeartMate III nicht ersetzt. Vielmehr unterstützt dieses kleine implantierbare Gerät die Pumpfunktion des Herzens bei Patienten, deren Herz zu schwach ist, um das Blut aus eigener Kraft durch den Körper zu pumpen. Diese Geräte können für Patienten von Vorteil sein, die auf eine Transplantation warten. In diesem Fall spricht man von einer „Bridge-to-transplant-Therapie“ (Überbrückungstherapie). Unterstützungssysteme können aber auch als „Destination-Therapie“ (Dauertherapie) bei Herzinsuffizienzpatienten angewandt werden, deren Herz noch jahrelang unterstützt werden muss, die jedoch für eine Transplantation nicht in Frage kommen.

Das System HeartMate III arbeite besonders schonend für das Blut des Patienten, da die Zentrifugentechnik vollständig magnetisch gelagert ist. Darüber hinaus ist das System sehr viel kleiner und kompakter als das Vorgängermodell und könne somit schonender implantiert werden, teilte das Uni-Klinikum mit, das das erste Gerät Ende Oktober erfolgreich implantierte. Die kleine Pumpe wird oberhalb des Zwerchfells unmittelbar neben dem Herzen des Patienten implantiert und mit der Aorta verbunden.

Dort übernimmt es die Pumpfunktion des geschwächten linken Ventrikels (Herzkammer), der normalerweise die Aufgabe hat, sauerstoffreiches Blut aus der Lunge in den Körper zu pumpen. Dabei bleibt die natürliche Blutzirkulation erhalten, während das System zugleich die gesamte Energie liefert, die zum Transport des Blutes durch den Körper benötigt wird. Der Patient trägt außen am Körper eine Steuereinheit und das Batteriesystem, das die Pumpe mit Strom versorgt. Das System HeartMate III kann bis zu 10 Liter Blut pro Minute pumpen. ST

Tübinger Chirurgen implantieren Unterstützungssystem
Aufnahme aus dem Operationssaal: Das Ärzte-Team um Prof. Christian Schlensak (rechts) aus der Tübinger Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie mit Prof. Tobias Walker, Dr. David Schibilsky und dem Anästhesisten Dr. Leo Häberle. Bild: UKT

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04.11.2015, 12:00 Uhr

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