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Bildung – ein Menschenrecht

Tübinger Entwicklungshilfe-Projekt „Schenke eine Ziege“ plant Schule in Uganda

Erfolgreiche Entwicklungshilfe ist keine einfache Angelegenheit. Geld, Organisation und nicht zuletzt Courage sind nötig, um etwas zu erreichen. Das Projekt „Schenke eine Ziege“ hat diese Hürden gemeistert und noch viel vor.

04.12.2014
  • Fabian Beer

Tübingen. Es gibt nicht wenige Projekte zur Entwicklungshilfe, die im Sand verlaufen. Zu dieser Gruppe gehört das Projekt „Schenke eine Ziege“ nicht, denn das von Robert Wunderlich und Vanessa Velte 2006 ins Leben gerufene Projekt hat eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich. Mittlerweile ist es Teil der bundesweiten Initiative „Deutschland Land – der Ideen“ und hat mehrere Preise bekommen. Sogar zum Bürgerfest des Bundespräsidenten ins Schloss Bellevue wurden die Verantwortlichen schon eingeladen.

„Wir wollten losziehen und die Welt retten oder sie zumindest etwas verbessern“, erinnert sich der in Tübingen lebende und arbeitende Robert Wunderlich an die Anfänge von „Schenke eine Ziege“. Schon während seines Studiums war der gebürtige Heilbronner in der Freiwilligenarbeit aktiv und leistete beispielsweise Katastrophenhilfe im westafrikanisch Benin, das 2010 von Überschwemmungen heimgesucht wurde. Als Robert Wunderlich davon hörte, krempelte er die Ärmel hoch und fuhr kurzerhand hin, um vor Ort zu helfen.

Die dortigen Erfahrungen verstärkten den Wunsch, aktiv dabei mitzuhelfen die Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern. So reiste der damalige Student (und heutige Arzt) zusammen mit Vanessa Velte 2006 das erste Mal nach Uganda – das Projekt „Schenke eine Ziege“ begann. Hatte der Verein bei seiner Gründung nur sieben Mitglieder, so sind es mittlerweile 400, die mit Einsatz und Mitgliedsbeiträgen dafür sorgen, das Projekt am Laufen zu halten – weitere Mitstreiter sind aber natürlich erwünscht.

Das Projekt basiert auf den drei Säulen Gesundheit, Bildung und Einkommen. „Es sollen nicht kurzfristig kleine Brände gelöscht werden, sondern langfristig und nachhaltig die Lebensbedingungen der Menschen verbessert werden“, so Wunderlich. Es gibt eine Krankenstation, die medizinische Erstversorgung in dem strukturschwachen Gebiet leistet, ein Bildungsprojekt, eine Grundschulklasse und den Plan für eine Sekundarschule. „Gerade Infektionskrankheiten wie Malaria stellen ein Problem in Uganda dar,“ sagt Robert Wunderlich. Hier kann mit vergleichsweise einfachen medizinischen Mitteln effektiver Schutz geleistet werden.

Weiter auf Mitarbeit und Spenden angewiesen

Der Name des Projekts geht auf die Möglichkeit zurück, für 25 Euro symbolisch eine Ziege zu spenden. Vor Ort bekommen die Einheimischen eine Ziege, wenn sie ein Jahr lang an 52 Schulungen der Erwachsenenbildung teilnehmen. Bereits 289 Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben die Schulung erfolgreich absolviert. Gegenwärtig beschäftigt die Initiative vor allem die Planung und der Bau einer Sekundarschule, das bislang größte Vorhaben des Vereins. „Wir wollen eine Schule für etwa 800 Schüler realisieren, die langfristig zur Verfügung steht, um nachhaltig das Bildungsniveau der Gegend zu verbessern“, sagt Wunderlich. Die Schule im Raum Kasese kostet zwischen 600 000 bis 700 000 Euro.

„Wir sind finanziell und organisatorisch auf einem guten Weg, allerdings noch nicht angekommen“, sagt Robert Wunderlich zum Stand des Projekts, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit unterstützt wird. Die Initiative ist weiterhin auf Unterstützung durch Mitarbeit oder durch Spenden angewiesen.

Eines ist den Verantwortlichen klar: Das Projekt soll sich zeitnah selber tragen und finanzieren können. Deshalb gibt es einen Kooperationspartner in Uganda, der auf längere Sicht die Regie übernehmen soll – die NGO (Nichtregierungsorganisation) „Give a Goat“, mit der der Verein zusammenarbeitet. „Ohne Vertrauen geht es nicht. Wir haben Vertrauen zu den Mitarbeitern vor Ort, außerdem muss alles sauber abgerechnet und Buch geführt werden, damit Transparenz da ist“, so Wunderlich. Die Verantwortlichen wollen so sicherstellen, dass die Spenden ohne Verluste dem Projekt zu Gute kommen.

Von der Arbeit profitieren nicht nur die Menschen in Afrika, sondern auch er und seine Mitstreiter. „Die Menschen vor Ort lernen von uns und wir von ihnen“, so Wunderlich. Es sei jedes Mal wieder faszinierend, bei der Ankunft in Europa die kulturellen Unterschiede zwischen den Kontinenten am eigenen Leib zu spüren.

Tübinger Entwicklungshilfe-Projekt „Schenke eine Ziege“ plant Schule in Uganda
„Schenk eine Ziege“-Vorstand Robert Wunderlich und Sylvester Kule von der Partnerorganisation „Give a Goat“ in Westuganda: das Entwicklungshilfeprojekt des Tübinger Arztes möchte im kommenden Jahr eine Schule in Kasese bauen und diese dann in die Hände des Kooperationspartners übergeben.Bild: Privat

„Schenke eine Ziege“ ist ein eingetragener Verein, der Projekte zur Entwicklungshilfe im Raum Kaesese in Uganda durchführt. Es gibt ein Bildungsprogramm, eine Krankenstation und den Plan für eine Sekundarschule, die 2015 gebaut werden soll. Auf www.schenke-eine-Ziege.de gibt es detaillierte Informationen. Spenden kann man auf folgendes Konto: KSK Heilbronn, Kontonummer 08 65 74, BLZ 620 500 00 oder Konto 47 91 100, BLZ 662 914 00 bei der Volksbank Bühl. Es gibt auch die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen im Verein mitzuarbeiten.

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04.12.2014, 12:00 Uhr

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