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Endstation Halbfinale für Gregor Traber

Tübinger Hürdensprinter kommt nicht in Fahrt

14 Hundertstelsekunden haben dem Tübinger Gregor Traber zum Einzug ins Finale der Europameisterschaft über 110 Meter Hürden gefehlt. Nach dem Halbfinal-Aus in Helsinki ist unklar, ob der 19-Jährige zu Olympia darf.

02.07.2012
  • Hansjörg Lösel

Helsinki. „Gregor Traber, der Jüngste im Feld, ein blitzgescheiter Junge mit Riesen-Talent – wenn er seine Nerven im Griff hat, kann er das Finale erreichen“, orakelte der Reporter von der ARD vor der Live-Übertragung des EM-Halbfinals über 110 Meter Hürden. Der Tübinger erwischte gestern Nachmittag auch einen starken Start, doch nach der Hälfte des Rennens etwa zog die Konkurrenz davon – Traber konnte im Finish nicht mehr zulegen, lief in 13,62 Sekunden auf Platz fünf in seinem Rennen und war draußen. Für den Finaleinzug wäre eine Zeit von 13,48 Sekunden nötig gewesen – Trabers Bestmarke steht bei 13,47 Sekunden, gelaufen vor wenigen Wochen in Genf.

„Ich habe mich super gefühlt, auch beim Aufwärmen“, sagte der 19-jährige Tübinger später im Interview mit Claus Lufen vom WDR, „ich komme auch gut aus dem Block, verliere dann aber den Rhythmus – das passiert, wenn man nicht mehr aktiv ist und nur noch abwartet“. Auf mögliche Nervosität vorm ersten großen internationalen Start bei den Aktiven angesprochen, wehrte Traber ab: „Das ist schon nochmal was Anderes als eine Jugend-WM, aber ich bin froh, dabei gewesen zu sein.“

Mit etwas Abstand bemühte sich Traber, das Positive aus Helsinki mitzunehmen: „Ich bin immerhin ins Halbfinale gekommen und habe fünf, sechs Runden lang am Finale geschnuppert“, sagte der Tübinger der Verbands-Website leichtathletik.de, „das Finale wäre möglich gewesen, ich kann es hinten aber nicht zu Ende bringen. Ich bin topfit, fühle mich gut. Die EM war jetzt eine richtige Erfahrung – ich wäre aber schon gern schneller gelaufen.“

Gold in Helsinki holte Sergey Shubenkov (13,16 Sekunden), der bereits im Halbfinale den russischen Rekord auf 13,09 Sekunden verbessert hatte. Silber und Bronze gingen an Garfield Darien (Frankreich/13,20) und Artur Noga (Polen/13,27). Auf dem vierten Platz im Finale landete der deutsche Meister Alexander John (13,38), wie Traber war Matthias Bühler (Offenburg) ebenfalls im Halbfinale ausgeschieden.

Aus deutscher Sicht bleibt die spannende Frage, wer zu den Olympischen Spielen in London fährt. Die Norm (13,49 Sekunden) für London erfüllt haben in dieser Saison sowohl Traber als auch Bühler und John – am Wochenende kam auch noch der Leipziger Erik Balnuweit dazu, der beim Meeting in Nottwil (Schweiz) 13,46 Sekunden lief. John dürfte seinen Platz im Olympia-Kader sicher haben, aber wer begleitet den Leipziger? Keine ganz einfache Entscheidung für die Funktionäre vom Deutschen Leichtathletik-Verband. Mit einer weiteren Zeit im Bereich seiner Bestmarke hätte Traber Argumente für die Nominierung sammeln können – diese Chance hat der Tübinger gestern verpasst.

Tübinger Hürdensprinter kommt nicht in Fahrt
Diese Hürde war (noch) zu hoch: Der Tübinger Gregor Traber ist gestern beim Europameisterschafts-Halbfinale in Helsinki trotz einer couragierten Vorstellung ausgeschieden – 13,62 Sekunden reichten nicht fürs Finale.

Am Samstagnachmittag war die Welt noch in Ordnung für Gregor Traber: Dem Tübinger reichte ein technisch sauberer Vorlauf, um in 13,83 Sekunden ins Halbfinale einzuziehen. In seinem Rennen belegte der 19-Jährige Rang vier, den Sieg sicherte sich Mitfavorit Garfield Darien (Frankreich) in 13,46 Sekunden. „Das Rennen war nicht einfach, die zwei Meter pro Sekunde Gegenwind hat man ordentlich gemerkt. Auch war es nicht ganz optimal, dass ich auf der Innenbahn ja quasi allein gelaufen bin“, beschrieb Traber seine Eindrücke vom Rennen im Olympiastadion von 1952. Außerdem hatte der Abiturient in den letzten Tagen mit Fersenproblemen zu kämpfen. „Das hat unsere medizinische Abteilung aber sehr gut in den Griff bekommen. Dafür ein dickes Lob“, sagte der Tübinger.

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02.07.2012, 12:00 Uhr

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