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Kinder und Karriere – geht das?

Tübinger Netzwerk „Familie und Beruf“ zieht Zwischenbilanz

Familienfreundliche Arbeitgeber – die gibt’s immer öfter. Kein Wunder: Angesichts des Fachkräftemangels werden qualifizierte Frauen und Männer heftig umworben. Das Tübinger Netzwerk „Familie und Beruf“ hilft Chefs und Personalern bei dem Zukunftsthema auf die Sprünge.

30.06.2014
  • Volker Rekittke

Tübingen. Das Gehalt ist entscheidend? Von wegen: Für mehr als 90 Prozent aller Fachkräfte zwischen 25 und 40 Jahren ist die Familienfreundlichkeit ein ebenso wichtiges Kriterium bei der Stellenwahl. Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen ist nicht nur den Müttern wichtig, sondern zunehmend auch den Vätern. Zugleich gibt es schon heute zu wenige Akademikerinnen und Facharbeiter. Rund 200 000 Fachkräfte fehlen im Land, so die Prognose des IHK-Fachkräftemonitors Baden-Württemberg (www.fachkraeftemonitor-bw.de ) für 2014.

„Familienfreundlichkeit im Unternehmen ist eine Zukunftsstrategie“, findet Tübingens OB Boris Palmer, der auch Schirmherr des von Land, EU und Südwestmetall geförderten Unternehmensnetzwerks ist. Vor zwei Jahren wurde „Familie und Beruf / family NET“ gegründet – mit einer Auftaktveranstaltung bei der Walter AG. Der Tübinger Hartmetallwerkzeughersteller hatte seinerzeit eine klare Ansage der schwedischen Konzernmutter Sandvik bekommen: „Erhöht den Frauenanteil auf 30 Prozent – auch im Führungsbereich!“ Da war Tübingens größter gewerblichen Arbeitgeber schon eine ganze Weile am Thema „Familienorientierte Angebote“ für die Belegschaft dran.

Förderung von Teilzeitarbeit und Homeoffice, Wiedereinstiegshilfen nach der Kinderpause, Ferienprogramme und Kinderbetreuung auch im Betrieb: „Es ist einiges passiert in den vergangenen zwei Jahren, die Unternehmen schätzen den Austausch sehr“, sagt Katherine Enke vom Bildungsträger BBQ. Zusammen mit der städtischen Familienbeauftragten Elisabeth Stauber plant sie die Veranstaltungen des Netzwerks – bislang waren es sieben mit je 15 bis 20 Teilnehmern, immer in verschiedenen Unternehmen – berät Arbeitgeber und stellt Informationen für alle Firmen im Verteiler zusammen.

In anderen Bereichen muss noch einiges geschehen: Etwa beim wichtiger werdenden Thema der Vereinbarkeit von Beruf und der Pflege von Familienangehörigen – und vor allem bei der Karriereplanung mit Kindern: „Leitung in Teilzeit ist ein Stiefkind-Thema für Chefs“, sagt Stauber. Auch die Notfallbetreuung sei „ein Dauerbrenner“. Die Tagesmutter fällt aus oder die Oma ist krank geworden – kann ich das Kind mit in die Firma nehmen? Oder heute mal von zuhause aus arbeiten?

Man brauche nicht immer gleich eine Betriebs-Kita, so Stauber. Ganz wichtig sei: „Die Firmen müssen in der Belegschaft nachfragen, wo es brennt, was wichtig ist.“ Schließlich müsse das gesamte Leitungspersonal für das Thema sensibilisiert werden, dürfe die Vereinbarkeit Beruf und Familie nicht bloß ein Lippenbekenntnis sein: „Die Haltung der Chefs ist entscheidend.“

Kontakt zum Netzwerk: Katherine Enke, BBQ, Tel. 07071/ 965 27 -22; E-Mail: enke.katherine@biwe-bbq.de; Elisabeth Stauber, Stadt Tübingen, Tel. 07071/ 204 -15 31; E-Mail: elisabeth.stauber@tuebingen.de

Tübinger Netzwerk „Familie und Beruf“ zieht Zwischenbilanz
Katherine Enke

Tübinger Netzwerk „Familie und Beruf“ zieht Zwischenbilanz
Elisabeth Stauber

Walter und Horn, Erbe und Osiander, Transtec, Science + Computing, Zeltwanger, Rösch und CHT, dazu Kreissparkasse, Volksbank – und große öffentliche Arbeitgeber wie Uni, Uniklinikum, Regierungspräsidium, Landratsamt, Stadt: Der Verteiler für das Tübinger Unternehmensnetzwerk „Familie und Beruf / family NET“ liest sich wie das „Who is Who“ der größten Tübinger Unternehmen.
40 Privatfirmen und öffentliche Arbeitgeber machen mit – es fehlen vor allem mittlere und kleine Firmen. Doch auch für die gebe es „viele pfiffige Ideen“, wie sich Familie und Beruf besser vereinbaren lassen, sagt Katherine Enke vom Bildungsträger BBQ. Schließlich betreffe der drohende Fachkräftemangel nicht nur große Firmen. Die nächste Veranstaltung ist am 22. Juli, 14.30 Uhr, bei der „Unfallkasse Post + Telekom“, Europaplatz 2; Thema: Notfallbetreuung – was tun, wenn die Oma oder Tagesmutter plötzlich ausfällt?

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30.06.2014, 12:00 Uhr

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