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Drei Sekunden für’ s Würstchen

Tübinger Rugby-Club veranstaltet Turnier im Uni-Stadion

Während sich die Vereinskameraden vom Rugby-Club Tübingen am heißen Samstag Nachmittag zur nächsten Turnier-Partie auf den Rasen des Tübinger Uni-Stadions begeben, bleibt Andreas Moritz hinter dem Grill und wendet weiter Würstchen. Eins fällt ihm runter. Das wird am Stand nebenan – wo die Spielerfreundinnen selbstgebackene Kuchen verkaufen – sofort registriert. „Drei-Sekunden-Regel!“ ruft Janina Sachsenmaier.

15.06.2015
  • Michael Sturm

Damit outete sich die Freundin von Benjamin Herrmann, Spielertrainer des Rugby-Clubs Tübingen, als Sachverständige des Spiels mit der ovalen Pille: Ein Spieler der angegriffen wird, hat drei Sekunden Zeit, nach hinten abzuspielen.

Den Rugby-Club Tübingen gibt es gerade einmal ein halbes Jahr. Hauptsächlich Sportstudenten, die im Hochschulteam spielten, gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Die Freundinnen teilen die Begeisterung und die ist während des ersten Rugby-Turniers in der Uni-Stadt Tübingen an jeder Ecke des Platzes spürbar. „Die Tübinger sind eine super Truppe“, sagt der Stuttgarter Felix Müller, „die sind gut organisiert. Ob Duschen oder das Essen – es ist für alles gesorgt.“ Er hat schon andere Turniere erlebt. Er sagt nur „Freiburg“ und verzieht das Gesicht. Dabei leben die Rugby-Spieler eine besondere Kameradschaft: Die Karlsruher bilden ein Team mit den Jungs aus Rottweil, die Stuttgarter spielen in einer Formation mit den Akteuren aus Neckarsulm. Deren Trainer Heinrich Mödinger pfeift vier von sechs Partien, jede zwei mal 15 Minuten lang. Das Niveau sei für die Verbandsliga, eine Einsteigerliga, gut, urteilt Mödinger, Nachfahre schwäbischer Auswanderer nach Südafrika. Das Land am Kap ist eine echte Rugby-Nation. Dort habe er in der Jugend höherklassig gespielt. In die höchste südafrikanischen Rugby-Liga zu gelangen sei nicht einfach: „Da muss man mordsmäßig viel Talent haben.“

In Deutschland, sagt Mödinger, gebe es eine alte Rugby-Tradition, die erst im Dritten Reich verloren ging – den Nazis war dieser Sport zu englisch. Seinen Status in Deutschland aufzuwerten sei zwar schwierig so Mödinger. „Aber es wäre wirklich schön, wenn Rugby auch in diesem Land Volkssportcharakter hätte.“ Bis dahin ist es ein weiter Weg. Für den Stuttgarter Felix Müller aber ein denkbarer: „Man kann aus vielen Mannschaftssportarten etwas ins Rugby einbringen“, sagt er. Sprintfähigkeiten seien gut, um Leute auf sich zu ziehen und Lücken für andere zu reißen. „Im Training stellen wir die Leute, die nichts verstehen nach vorn und sagen ihnen: Einfach grade durch!“ Auch seine Freundin Rebecca Thoma gehört zu denen, die das Spiel verstehen wollen. Sie sagt: „Man wundert sich nur immer, was gerade gepfiffen wird.“ Damit ist sie nicht allein. Im Gegensatz zu einem schwarzen Mundschutz, den die Tübingerin Stephanie Drexler gerade beim Essensstand als ge funden meldet: „Falls den jemand vermissen sollte, der liegt da hinten.“

Tübinger Rugby-Club veranstaltet Turnier im Uni-Stadion

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15.06.2015, 12:00 Uhr

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