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Zur Erholung ans Wasser

Tübinger Ufer sollen leichter zugänglich sein

Touristen sitzen auf der Zwingelmauer, Familien picknicken an der Steinlach, Aischbach-Schüler lernen im „Grünen Klassenzimmer“: Neben den Baggerseen bieten auch der Neckar und die anderen Tübinger Fließgewässer viel Platz für Sport, Spaß und Erholung. Jetzt will die Stadt die Ufer besser zugänglich machen.

26.08.2012
  • Renate Angstmann-Koch

Tübingen. „Rottenburg macht mehr aus seiner Lage am Neckar“, hört man immer wieder. Zwar dient in Tübingen die Platanenallee als Spazierweg und Liegewiese, und der Neckar ähnelt mit all den Tretbooten und Stocherkähnen manchmal einem Rummelplatz. Doch Stützmauern und Privatgärten trennen in Tübingen über weite Strecken die Stadt vom Fluss, zumindest für die Allgemeinheit. Kein Durchkommen ist zwischen Hölderlinturm und Rappenberghalde am Ufer, ebenso wenig in der Gegenrichtung zwischen dem Gasthaus „Neckarmüller“ und der Jugendherberge.

Wenig besser sieht es auf der gegenüberliegenden Neckar-Seite aus. In der Uhlandstraße machen Wohn- und Geschäftshäuser, Schulen und Mensa das Flussufer unzugänglich. Auf der anderen Seite versperrt hinter dem Pavillon des Bürger- und Verkehrsvereins das Neckar-Parkhaus den Zugang zum Wasser. Doch die Freiluft-Idylle des „Casino“ an der Steinlachmündung in den Neckar lässt ahnen, was Erlebnishungrigen und Erholungssuchenden durch die versperrten Ufer entgeht.

„Tübingen hat in den letzten zwanzig, dreißig Jahren Einiges gemacht. Aber im Bereich der öffentlichen Freiflächen und des öffentlichen Grüns haben wir deutlichen Nachholbedarf“, räumt Baubürgermeister Cord Soehlke ein. In den Überlegungen der Stadtplaner spielten die Gewässer eine große Rolle – schließlich seien sie „spannende Orte und prägend für Grünräume“.

Ideen für Parkhaus und Uhlandstraße

Das machte sich die Stadt in jüngerer Zeit immer dann zunutze, wenn neue Wohnquartiere entstanden – etwa im Französischen Viertel mit der Öffnung des Wankheimer Tälesbachs oder im Mühlenviertel, wo der Bach ebenfalls in die Gestaltung einbezogen wurde. Ähnlich soll es im angrenzenden Bereich Öhlmühle geschehen, der jetzt entwickelt wird. Die Stadtverwaltung hat weitere Ideen, was sich in den nächsten Jahren an den Wasserläufen verändern könnte. „Wir setzen einen starken Fokus auf die Innenstadt und die Erlebbarkeit der Gewässer. Sie sollen überall aufgewertet werden, wo man rankommt“, sagt Soehlke. Allerdings stelle sich „die spannende Frage, wie viel Geld wir als Stadt ausgeben können“.

Am Neckar will man sich der Bäume wegen zunächst der Platanenallee widmen. Der Wurzelbereich muss vor weiteren Belastungen geschützt, möglicherweise der Mittelweg gesperrt werden. Es gebe auch Überlegungen, „den tollen Ort mit der Neckarfassade gegenüber besser erlebbar zu machen“ – etwa durch Sitzstufen zum Wasser hin. „Wir sind innerlich auf dem Weg, da größer einzusteigen“, sagt Soehlke.

Während sich der Gemeinderat mit diesem Vorschlag schon bald befassen wird, sind andere Ideen Zukunftsmusik. Wenn der Neubau des Uhlandgymnasiums fertig und der Altbau saniert ist, werden die Container überflüssig. Dann soll der Schulhof neu gestaltet werden und zum Neckar hin eine öffentliche Grünfläche entstehen.

Das würde Soehlke zufolge um die 300 000 Euro kosten. Wenn überhaupt, werde es jedoch nicht vor 2017 soweit sein. In vier bis fünf Jahren soll auch das Neckarparkhaus umgestaltet werden, damit es besser ins Stadtbild passt. Das betrifft auch den Uferbereich. Der letzte, bisher unzugängliche Abschnitt der Steinlach vor der Mündung wird sich im Zug der Foyer-Bebauung verändern.

In Richtung Lustnau soll der Fluss am Stauwehr und bei den Tennisplätzen besser zugänglich werden. Auch auf der anderen Seite in der Bismarckstraße ist er im Hochwasserbereich bisher nur schwer erreichbar. In Richtung Hirschau könnte der Uferweg über den Campingplatz hinaus verlängert werden.

Die Ammer sehen die Stadtplaner als weiteren Schwerpunkt. Wenn das Technische Rathaus saniert wird, soll ihr Ufer für die Angestellten, aber auch für die Öffentlichkeit erlebbar werden. Auch im Alten Botanischen Garten wird sich am Ufer vieles ändern, vor allem am Zugang von der Altstadt her, sagt Susanne Keim, die im Technischen Rathaus für die Gewässer zuständig ist.

Hochwasserschutz contra Uferbebauung

Auf dem ehemaligen Steinhilber-Areal ist man dabei, den Bach wieder naturnäher zu gestalten und mit Sitzstufen und Terrassen zum öffentlichen Grün zu machen. Ähnlich ist es im Bereich der Mündung des Weilersbachs in die Ammer, wo die GWG Wohnungen baut, und im Gebiet Alte Weberei am Neckar.

Allerdings, verdeutlicht Keim, gibt es widerstreitende Interessen. Nicht überall verträgt sich der Hochwasserschutz mit dem Bestreben, nah am Ufer zu bauen. Überdies sind Wasserläufe nicht nur für die Menschen da, sondern auch Lebensraum und Rückzugsgebiet anderer Lebewesen. Darüber hinaus haben sie immer eine Vernetzungsfunktion, sagt Ulrike Fuhrer vom Bereich Planen, Entwickeln, Liegenschaften der Stadt. „Erlebbarkeit kann nicht an jeder Stelle das Ziel sein“, findet auch Cord Soehlke: „Vielleicht ist es ganz gut, dass der Stiftsgarten geschlossen ist und es am Neckar auch ruhigere Bereiche gibt.“

In der Montagsausgabe des Schwäbischen Tagblatts gibt es zum Thema eine große Übersichtskarte und das "Übrigens".

Tübinger Ufer sollen leichter zugänglich sein
Mit Blick nach Tübingen lässt sich an der Neckar-Staustufe unterhalb des Hirschauer Wehrs bestens am Fluss spielen und verweilen.

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26.08.2012, 12:00 Uhr

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