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Impfstudie in Gabun

Tübinger Wissenschaftler testen Ebola-Impfung

Wissenschaftler des Tübinger Instituts für Tropenmedizin testen zusammen mit ihrem Partner-Institut Cermel in Lambarene, Gabun einen experimentellen Ebola-Impfstoff aus Kanada in einer klinischen Studie.

22.10.2014
  • ST

Tübingen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Ende August eine Runde von Experten zusammengerufen – darunter auch die Wissenschaftler aus Tübingen und Lambarene –, um das weitere Vorgehen in der Ebolakrise zu beraten. Zwei mögliche Ebola-Impfstoffe haben in Tierversuchen vielversprechende Ergebnisse gezeigt, sind aber bisher noch nicht für die Anwendung im Menschen zugelassen. Einer der Impfstoffe basiert auf einem abgeschwächten vesikulären Stomatitis-Virus (Bläschen der Mundschleimheit), wobei ein Gen durch ein Gen des Zaire-Ebolavirus ersetzt wurde.

800 Ampullen des in Kanada entwickelten Impfstoffes werden jetzt der WHO von dem kleinen amerikanischen Unternehmen zur Verfügung gestellt. Im Tierversuch hat sich gezeigt, dass die Tiere nach der Gabe des Impfstoffes vor einer Infektion mit Ebola geschützt sind.

Jetzt gilt es festzustellen, welche Dosis des Impfstoffes sicher und verträglich für den Menschen ist und gleichzeitig eine messbare Immunantwort bei den Geimpften hervorruft. Dazu werden Freiwillige in verschiedenen Einrichtungen in den USA, in Europa und in Afrika mit unterschiedlichen Dosierungen des Impfstoffes geimpft und die Reaktionen beobachtet.

Die Ergebnisse der Studie aus Gabun werden mit großen Interesse erwartet, da sie Auskunft darüber geben, wie gut der Impfstoff von der afrikanischen Bevölkerung vertragen wird. Dies ist besonders wichtig, da nach Findung der richtigen Dosis und bei guter Verträglichkeit der Impfstoff schnell in den betroffenen Gebieten in Westafrika eingesetzt werden soll.

Professor Peter Kremsner, Direktor der Tübinger Tropenmedizin und koordinierender Arzt der Studie, geht davon aus, dass die ersten freiwilligen Probanden in Gabun Anfang November geimpft werden können. Innerhalb von wenigen Wochen sollen die ersten Daten verfügbar sein, so dass darüber entschieden werden kann, ob und in welcher Dosis der Impfstoff in Westafrika eingesetzt wird.

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22.10.2014, 12:00 Uhr

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