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Türkische Lira im freien Fall
Erdogan: Terroristen greifen die Wirtschaft an. Foto: Foto:
Währung

Türkische Lira im freien Fall

Verlorenes Vertrauen treibt Geld aus dem Land. Erdogan lockt Investoren mit doppelter Staatsbürgerschaft.

14.01.2017
  • DPA

Istanbul. Ausländern, die in der Türkei bestimmte Investitionen in Millionenhöhe tätigen, wird künftig die Staatsbürgerschaft in dem Land in Aussicht gestellt. Hintergrund ist der neuerliche weitere Absturz der Landeswährung Lira. Ausländer, die etwa eine Immobilie im Wert von mindestens 1 Mio. Dollar in das Grundbruch eintragen lassen und diese drei Jahre lang nicht verkaufen, können demnach eine türkische Staatsbürgerschaft erwerben. Auch Investoren, die Arbeitsplätze schaffen, kommen für eine Staatsbürgerschaft infrage.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan räumte am Donnerstag ein, dass es zwar Probleme im Land gebe, diese seien aber nicht für den Kursverfall verantwortlich. Vielmehr versuchten „Terroristen“, mit Angriffen auf die Wirtschaft das Land zu schwächen, sagte Erdogan.

Zur desolaten Sicherheitslage kommen politische Verwerfungen. Erdogan will mit der Einführung eines Präsidialsystems alle Macht in seinen Händen bündeln. Die Opposition fürchtet eine „Diktatur“ in der Türkei. Über 600 Unternehmer hat Erdogan seit dem Putschversuch vom Juli bereits wegen angeblicher Verbindungen zu seinem Erzfeind Fethullah Gülen enteignet. Anleger und Investoren sind alarmiert.

Die türkische Währung befindet sich im freien Fall. Gegenüber dem Dollar verlor sie im vergangenen Jahr 17 Prozent, im neuen Jahr ging es weiter bergab. Aus mehreren Gründen. Wegen steigender Zinserwartungen im Dollarraum ziehen Anleger Gelder aus anderen Währungen ab. Das trifft fast alle Schwellenländer.

Im Fall der Türkei kommen wachsende Sorgen über die wirtschaftliche und politische Entwicklung des Landes hinzu. Erstmals seit dem globalen Krisenjahr 2009 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2016. Die Wirtschaft kämpft mit Strukturproblemen. Die Industrie hat nicht genug Innovationskraft und ist in hohem Maß auf Importe angewiesen. Die Wertschöpfung ist gering, die Produktivität niedrig. Lange wurden diese Probleme durch den Zustrom ausländischen Kapitals überdeckt. hö/dpa

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14.01.2017, 06:00 Uhr

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