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Turm erweist sich als Magnet
Der Stuttgarter Fernsehturm bietet bei Nacht einen fast schon magischen Anblick. Foto: dpa
Publikumserfolg

Turm erweist sich als Magnet

Seit der Wiedereröffnung vor einem Jahr kamen fast 550 000 Besucher.

28.01.2017
  • RAIMUND WEIBLE

Stuttgart. Das ist mein Lieblingsgebäude“, bekennt Sybille Böpple, „und meine Begeisterung will ich mit Ihnen teilen.“ Allerdings benötigt die Touristikerin wenig Überzeugungskraft, wenn sie ihre Gäste durch den Fernsehturm führt. Denn die meisten unter ihnen sind selbst Turm-Fans.

Menschen wie Heinz Klingel aus Riederberg haben sehnlichst auf die Gelegenheit gewartet, wieder auf den Turm zu fahren. Seit genau einem Jahr kann das der pensionierte Maurermeister wieder tun, denn am 30. Januar 2016 ist das Stuttgarter Wahrzeichen nach fast dreijähriger Sperre wieder geöffnet worden. Klingel ist Jahreskarten-Inhaber und kommt daher häufiger. So ist er mit am Publikumserfolg beteiligt. Denn in diesem ersten Jahr haben fast 550 000 Personen die Kanzel besucht.

„Das übertrifft unsere Erwartungen bei Weitem“, sagt Julia Gärtner, Pressesprecherin der SWR Media Services GmbH, die den Turm im Auftrag des Südwestrundfunks betreibt. Zum Vergleich: Im letzten Jahr vor der Schließung hatte die Gesellschaft 331 000 Besucher gezählt. Jetzt hoffen die Betreiber, dass der Andrang weiter anhält. Zuversichtlich macht sie der reißende Absatz von Jahreskarten für 25 Euro. Der Verkauf sei um ein Vielfaches höher als vor der Sperrung, sagt Gärtner. Konkrete Zahlen will sie indes nicht nennen.

Souvenirartikel laufen gut

Nicht nur oben in der Kanzel ist bei gutem Wetter starker Betrieb, sondern auch unten im Verkaufsraum, den jeder passieren muss, der auf den Turm will. Dort gibt es über 100 Artikel mit Fernsehturm-Motiv zu erwerben. Besonders beliebt sind die Frucht-Türmle und die Kugelschreiber, in deren Innern King Kong, je nach Neigung des Stifts, den Turmschaft rauf- und runterrutscht.

„Die Artikel laufen sehr gut“, stellt Julia Gärtner fest. Zu den originellen Souvenirs zählen auch die Gläser mit original Turmhonig. Der stammt von einem Imker, der im Sommer seine Bienen auf dem Hohen Bopser weiden lässt.

Der Fernsehturm ist bisher der einzige auf der Welt, der nach einer Sperrung wieder geöffnet worden ist. Das verdankt SWR-Intendant Peter Boudgoust als Hausherr des Turms „Ingenieurskunst auf höchstem Niveau“. Die Experten hatten die Aufgabe, eine Lösung zu finden, um einen Brand unmöglich zu machen, vor allem im Turmschaft.

Viel in die Sicherheit investiert

Beispielsweise wurden die bisher frei liegenden Hochfrequenzkabel für den Radiosender an der Spitze des Turms, die bisher offen im Innern des Schafts lagen, eingekapselt, den Innenraum bliesen die Techniker mit Mineralwolle aus. Außerdem bauten sie alle drei Meter Schotts ein, um zu verhindern, dass sich ein Brand über die einzelnen Segmente ausbreitet. Eine Kühlung verhindert, dass sich die Kabel erhitzen. Insgesamt 1,8 Millionen Euro hat der SWR in den Brandschutz investiert.

Zum Sicherheitskonzept gehört auch, dass alle Aufzugsführer eine Schulung in Evakuierungshilfe durchlaufen müssen. Früher verkauften sie auch Tickets, heute sind die Bereiche Kasse/Shop und Lift strikt voneinander getrennt. Eine andere Sicherheitsvorschrift limitiert die Besucherzahl: Mehr als 320 Personen dürfen sich nicht auf der Kanzel aufhalten

Jeden ersten und dritten Montag im Monat führen Sybille Böpple und ihre fünf Kollegen in die Kanzel. Dann erfahren die Besucher viele Hintergründe zum Bau und der Geschichte des Turms. Etwa, dass der Korb, der zum Fensterputzen eingesetzt wird, „Elefant“ genannt wird, und dass das Land Baden-Württemberg auf der Spitze des Turms die Radioaktivität misst.

Die prächtige Aussicht vom Turm lässt sich auch bei einem Milchkaffee oder einem Gläschen Grauburgunder von Meister-Wengerter Hans-Peter Wöhrwag im Panorama-Café genießen. Es ist das höchste Café in der Stadt. Und die Gäste trifft man dort meist in Hochstimmung an.

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28.01.2017, 06:00 Uhr

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